Die am weitesten verbreitete Form einer Finanzierung ist das Annuitätendarlehen. Diese Darlehensart wird sowohl von privaten wie auch von gewerblichen Finanzierungsnehmern genutzt und wird von den meisten Kreditinstituten als vergleichsweise leicht zu erklärende Finanzierungsform angeboten. Das Annuitätendarlehen ist deshalb so beliebt, weil es die auf einen langen Zeitraum annuitaetendarlehen-schemaangelegte, exakte Planung der finanziellen Belastung für ein aufgenommenes Darlehen ermöglicht. Die regelmäßigen Ratenzahlungen – die sogenannten Annuitäten – sind bei jedem Zahlungsintervall (z. B. monatlich) gleich hoch und erlauben dem Finanzierungsnehmer so, einen sehr genauen Finanzierungsplan aufzustellen.

Jede Annuität setzt sich dabei aus einem Tilgungs- und einem Zinszahlungsanteil zusammen. Diese beiden Anteile verändern sich nach jeder Zahlung (der Tilgungsanteil steigt und der Zinsanteil sinkt) – summieren sich jedoch wieder zu der gleichen Annuität wie bei der vorherigen Ratenzahlung. (siehe Abbildung)

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Die Länge der Zinsbindung bestimmt die Konditionierung

Je nach Höhe des Zinssatzes und des anfänglichen Tilgungssatzes berechnet sich die Höhe für die regelmäßig zu erbringende Ratenleistung. Je höher der Tilgungssatz gewählt wird, umso schneller wird das Darlehen letztlich getilgt. Dabei kommt den Zinskonditionen eine ganz besondere Bedeutung zu:

Bei einem Annuitätendarlehen ohne Zinsbindung ist der Zinssatz variabel, d. h. er wird regelmäßig (z. B. vierteljährlich) an die Finanzmarktkonditionen angepasst. Somit kann der Finanzierungsnehmer nicht sicher sein, wann das Darlehen endgültig getilgt sein wird, denn wenn beispielsweise die Zinsen anziehen, verringert sich der Tilgungsanteil bei der annuitätischen Zahlung entsprechend.

Bei der besser kalkulier- bzw. planbaren Variante, dem Annuitätendarlehen mit Zinsbindung, wird der Zinssatz für die gewählte Laufzeit (z. B. 5, 10 oder 15 Jahre) fixiert. Dies ermöglicht einerseits die sicherere Kalkulation, andererseits bedeutet es aber auch einen gewissen Aufschlag auf die aktuellen Marktkonditionen, da der Kreditgeber ein Zinsentwicklungsrisiko mit einpreisen muss. Je länger die Laufzeit gewählt wird, umso höher wird dieser Zinsaufschlag ausfallen – im Gegenzug erhält der Kreditnehmer jedoch eine höhere Kalkulationssicherheit.

Weitere Einflussfaktoren für die Konditionierung

Neben der Zinsbindung beeinflussen jedoch noch weitere Faktoren die Konditionierung von Annuitätendarlehensverträgen. So spielen der aktuelle Marktzinssatz, die Bonität des Finanzierungsnehmers, die Risikobewertung durch den Finanzierungsgeber, die gewünschten Flexibilisierungsoptionen (wie z. B. kostenfreie Sondertilgungsmöglichkeiten, flexibel gestaltbarer Tilgungssatz etc.) und ggf. weitere Faktoren eine Rolle. Bei der Festlegung der Kreditrahmendaten und dem Anbietervergleich sollte auch darauf geachtet werden, inwieweit die entstehende, finanzielle Belastung unter Beachtung einer Rücklage für unvorhergesehene Ausgaben problemlos geschultert werden kann.

Hierbei ist eben nicht nur die Höhe der Zinskonditionen entscheidend, sondern auch, ob im Bedarfsfalle eine einfache Anpassung der Ratenbelastung möglich ist. Wer wenig Erfahrung mit dem Kreditgeschäft hat, ist oft gut beraten, sich an einen neutralen Finanzierungsberater zu wenden – denn gerade bei gewerblichen Finanzierungen sind die Zusammenhänge oft extrem komplex und für Nicht-Fachleute zunächst kaum nachvollziehbar.

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