Zweit- und Ferien-Wohnung bzw. Haus oder Kapitalanlage-Finanzierung

Auslandsimmobilie finanzieren: Belgien

Das Königreich Belgien ist bekannt für seine einzigartige Landschaft, die hauptsächlich aus (meist landwirtschaftlich genutzten) Ebenen besteht und über insgesamt ca. 70 km Küstengebiet zur Nordseeseite verfügt. Nur im Südosten des Landes an der Grenze zu Luxemburg erhebt sich das Bergland der Ardennen mit der höchsten Erhebung des Signal de Botrange mit 694 m. Die Einwohner leben zu 95% in den Städten und somit entsteht außerhalb dieser „Ballungszentren“ eine sehr geringe Bevölkerungsdichte (in den Ardennen weniger als 50 Einwohner pro km²). Ca. 10% der Einwohner Belgiens sind Ausländer, meist aus den angrenzenden EU-Staaten.

Regierungsform und geographische Lage

Regiert wird die konstitutionelle Monarchie Belgien von König und dem sog. Zweikammerparlament als Legislative und einer 15-köpfigen Exekutive (wo auch wieder der König beteiligt ist) unter Vorsitz des Premierministers. Staatliche Ämter für Außenpolitik, soziale sowie innere Sicherheit, Justiz, Verteidigung und Finanzpolitik runden die allgemeinstaatlichen Zuständigkeiten ab. Durch die unmittelbare Nähe zu den angrenzenden Ländern Frankreich, Luxemburg, Deutschland und den Niederlanden hat sich in Belgien neben der kulturellen Vielfalt eine Mehrsprachlichkeit entwickelt, die jedem Urlauber, Zuwanderer und Investor entgegenkommt. So sind neben Niederländisch und Französisch auch Deutsch offizielle Amtssprachen. Die zentrale europäische Lage ermöglicht auch Kurzreisen z.B. an die belgische Nordseeküste oder ein Städtetrip z.B. nach Brügge, Gent oder Antwerpen. Belgien gehört zu den kleinsten Staaten in Europa und lässt sich so auch problemlos in relativ kurzer Zeit erkunden. Insbesondere Touristen aus Luxemburg, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien zählen zum durchaus wichtigen Zweig der Tourismuswirtschaft in Belgien. Die hauptsächlichen Touristenziele liegen hierbei in den schon erwähnten großen Städten sowie entlang der Nordseeküste in den Badeorten Nieuwpoort, Knokke-Heist und Oostende. Für Wanderer und Naturliebhaber bietet auch die Ardennen-Region ein lohnendes und wunderschönes Ausflugsziel.

Wirtschaft und Verkehrswege

Die Bevölkerung Belgiens ist stark von der Industrialisierung und Exportorientierung abhängig, fast 75% des Bruttoinlandsproduktes werden durch Handel und Dienstleister in diesem Segment erwirtschaftet. Daneben werden durch die landschaftlichen Gegebenheiten hauptsächlich Getreide und Zuckerrüben angebaut, sowie Milchwirtschaft im Marschland und Schafzucht vornehmlich in den Ardennengebieten betrieben. Hohe Arbeitslosigkeit herrscht hauptsächlich in den französisch-sprechenden wallonischen Gebieten, da die dort ansässige Stahl- und Kohleindustrie rezessiv ist, was zu einem gebietsabhängigen Ungleichgewicht führt. Zu diesem Zweck zahlen wirtschaftlich starke Regionen (Flamen) einen Solidarbeitrag zur sozialpolitischen Finanzierung dieser eher schwachen Regionen. Neben der Binnenschifffahrt (Antwerpen ist einer der größten Seehäfen Europas!) ist besonders das Eisenbahnnetz von besonderer Bedeutung. Dieses gehört zu den dichtesten Bahnnetzen der Welt und bietet schnelle und hervorragend organisierte Verbindungen zu vergleichbar günstigen Preisen. Natürlich sind auch Straßen und Autobahnen mit der Hauptstadt Brüssel im Zentrum in ausreichendem Maße ausgebaut, allerdings gibt es hier zunehmend Ausbautätigkeiten. Belgien hat bereits ein Atomausstiegsprogramm, was zwar mit Regierungsübernahme in 2002 teilweise revidiert wurde, aktuell ist jedoch ein endgültiger Ausstieg (Belgien hat zurzeit 2 AKW-Standorte) bis zum Jahr 2025 geplant.

Besonderheiten

Die schon angesprochene Vielfalt der kulturellen Einflüsse schlägt sich in vielerlei Art im belgischen Alltag nieder. Erwähnenswert sind hier vor allem die französische Küche, die in Belgien (gerade in den großen Städten) sehr geschätzt wird oder der sprichwörtliche holländische Lebensfrohsinn und die typische moralische Vorreiterrolle. So sind in Belgien wie in den Niederlanden Euthanasie und die gleichgestellte Ehe homosexueller Paare erlaubt. Ende des Jahres 1999 wurde eine Frau mit flämischen und wallonischen Wurzeln die Gattin des belgischen Thronfolgers Prinz Philippe, was ein Zeichen für die innerbelgische Versöhnung setzen sollte. Flamen und Wallonen galten aufgrund geschichtlicher Vergangenheit als zerrissene Volksgruppen, deren Gegensätzlichkeit bis dato die politischen Geschicke des Landes mitbestimmt. Immer wieder gab es Befürchtungen, dass es zu einer Abspaltung Flanderns vom heutigen Belgien kommen könnte. Hiermit wäre die Zukunft Gesamtbelgiens sowie des Königshauses ungewiss. Bestimmte wirtschaftliche Bestrebungen (gerade aufgrund des hohen Industrialisierungsstandards des Landes) haben starke Lobbyisten, die dieser sehr ungünstigen Entwicklung entgegenwirken möchten.

Immobilienkauf und Finanzierung in Belgien

Ein Erwerb von Immobilien in Belgien sollte am besten über einen mehrsprachigen, ortskundigen Notar erfolgen. In der Regel wird zwischen den Vertragsparteien ein Vorvertrag geschlossen, der Anzahlung sowie Vertragsstrafen bei Rücktritt festlegt. Die Frist zwischen diesem Vorvertrag und dem endgültigen Vertrag sollte 4 Monate nicht überschreiten, da ansonsten zusätzliche Gebühren fällig werden. Notarkosten liegen im Mittel bei ca. 3 bis 4 Prozent des Kaufwertes. Grundstücke müssen grundsätzlich im sog. „Einregistrierungsbüro“ eingetragen werden, nach dem sich auch die Steuer auf das Grundstück berechnet. Auf die Immobilie selbst fällt die Mehrwertsteuer an. Die Immobilienfinanzierung in Belgien ist zentral (durch den Notar) einzutragen beim Hypothekenbewahrer. Diese Eintragung sichert die Rechte der Gläubiger im Falle eines Zahlungsausfalles. Ein wichtiger Unterschied zur Finanzierung in Deutschland ist die Beleihungsgrenze: Diese liegt maximal bei 70% (resp. 80% bei Beamten) des Gesamtwertes. In Deutschland kann unter bestimmten Voraussetzungen sogar über 100% finanziert werden, was in Belgien ausgeschlossen ist. Die Alternative bilden dann nur Zusatzkredite (nicht im Zusammenhang mit der ursprünglichen Hypothekenfinanzierung), die über zusätzliche Sicherheiten abgesichert werden müssen. Die Zinssätze in Belgien sind im Großen und Ganzen vergleichbar mit denen in Deutschland.


Auslandsimmobilie finanzieren: Dänemark

Das Königreich Dänemark liegt als Nachbarstaat nördlich von Deutschland und besteht aus einer sehr zerklüfteten Landfläche. Viele hundert große und kleinere Inseln gehören zum Staatsgebiet, weshalb das Land flächenmäßig relativ klein (nur ca. 43.000 km²) ist und doch eine gesamte Küstenlinie von über 7.000 km hat. Zählt man allerdings die innenpolitisch unabhängigen Inseln der Färöer sowie Grönland hinzu, so schwillt die Landfläche schnell auf über 2 Millionen km² an. Landschaftlich geprägt wird Dänemark daneben von einem abwechslungsreichen Wechselspiel aus Hügel- und Flachlandebenen. Die höchste Erhebung (der Møllehøj) ist nur ca. 171 m hoch. Dänemark ist wegen seiner aufregend schönen Küstengebiete und der immer wieder gelobten herzlichen Gastfreundlichkeit seiner Einwohner das Lieblingsurlaubsziel vieler Deutscher. Auch verschlägt es immer wieder viele Fachkräfte nach Dänemark, da dort händeringend fachkundige Arbeitskräfte gesucht werden – trotz der anfänglichen Schwierigkeiten mit der dänischen Sprache. Hinzu kommt ein hohes Lohn- und Arbeitsniveau, das Dänemark zu einem der höchsten Lebensstandards in der gesamten EU verholfen hat. Trotz lange nicht so weitreichender Kündigungsschutzbestimmungen wie in Deutschland sind hohe soziale Absicherungen und eine sehr viel aktivere und flexiblere Arbeitsvermittlung Garanten für eine hohe soziale Zufriedenheit in der Bevölkerung – trotz hoher Steuersätze.

Regierungsform und geographische Lage

Dänemark ist eine parlamentarisch-demokratische Monarchie. Damit ist das formelle Staatsoberhaupt der Monarch (oder die Monarchin wie derzeit Margrethe II.). In der politischen Realität übernimmt das Königshaus jedoch lediglich repräsentative Aufgaben, während Gesetzgebung und ausführende Gewalt in den Händen des Parlaments bzw. des Kabinetts liegen. Das dänische Einkammerparlament (Folketing) besteht aus 179 vom Volk gewählten Abgeordneten, welche in Übereinstimmung mit dem Königshaus Gesetze erlassen oder auch Kriegs- und Friedenserklärungen abgeben können. Die Exekutivgewalt wird durch das Kabinett gewährleistet, welchem der Staatsminister vorsteht. Dieser Staatsminister wird wiederum vom König ernannt, wenn das Parlament mehrheitlich dieser Ernennung zustimmt. Dänemark liegt zwischen Nord- und Ostsee, bestehend aus der Halbinsel Jütland, den Inseln Lolland, Bornholm, Falster, Fünen und Seeland sowie weiteren Inseln. Politisch zugehörig, aber mit nationaler Eigenständigkeit müssen ebenfalls Grönland und die Färöer Inseln hinzugezählt werden. In Zentraljütland befindet sich ein eiszeitlicher Höhenzug und an der Ostseeküste die sehr bekannten unzähligen Förden (Meeresbuchten). Jütland und die benachbarten Inseln bilden geografisch den Übergang Mitteleuropas zur skandinavischen Halbinsel mit den Staaten Schweden und Norwegen.

Wirtschaft und Verkehrswege

In Dänemark herrscht intensive und exportorientierte Industrialisierung, hier sind insbesondere Metall- und Maschinenbauindustrie sowie Schiffsbau-, Stahl-, Lebensmittel-, Chemie- und Elektronikindustrie von großer Bedeutung. Durch das fruchtbare Moränenland und fortschreitende Düngung wird eine technisierte Landwirtschaft betrieben, die sich hauptsächlich auf Getreide (z.B. Gerste, Roggen, Hafer) sowie Futterpflanzen spezialisiert ist. In Dänemark bestimmen landwirtschaftliche Genossenschaften über Planung und Absatz insbesondere von tierischen Erzeugnissen (Milch, Schweinefleisch etc.). Der Tourismus nimmt in Dänemark zwar beständig zu, steht im Vergleich zu den Erträgen aus der Industriebranche aber noch hinten an. Die meisten Besucher stammen aus den Nachbarländern Deutschland, Norwegen und Schweden. Straßen- und Schienenverkehr sind modern und gut ausgebaut, durch Teilprivatisierungen in beiden Bereichen werden Zustand und Wartung der entsprechenden Verkehrsnetze finanzierbar und damit sichergestellt. Dänemark besitzt 5 internationale Flughäfen, davon ist sicherlich der Flughafen Kastrup der Hauptstadt Kopenhagen der international bedeutendste. Kopenhagen ist zugleich das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes, sowie Sitz des Parlamentes und des Königshauses.

Besonderheiten

Dänemark hat eine einzigartige und unvergleichliche Landschaft, geboren in der Hauptsache aus eiszeitlichen Vorgängen unserer Erde. Dieses Erbe gilt es zu schützen, wofür es ungewöhnlicher Maßnahmen bedarf: Allein 20% des Ackerlandes befinden sich auf Meeresniveau in ökologisch empfindlichen Feuchtgebieten. Dieses Gleichgewicht aus Bebaubarkeit und niedriger Lage drohte in jüngster Vergangenheit durch Abholzung und Raubbau an den Weideflächen zu kippen. Die dänische Regierung ergriff daraufhin Gegenmaßnahmen, die bis zum heutigen Tage noch nicht vollendet sind. Um die Feuchtgebiete anbaufähig zu halten, müssen regelmäßig große Mengen Wasser abgepumpt werden, andere Gebiete (wie auch beispielsweise Kopenhagen) müssen mit vielen Deichen und weiteren Schutzvorrichtungen vor den Wassermassen der Ostsee geschützt werden.

Immobilienkauf und Finanzierung in Dänemark

Zum Immobilieneigentum in Dänemark gibt es durchaus restriktive Bestimmungen. So ist es grundsätzlich nur Dänen oder EU-Bürgern mit Hauptwohnsitz in Dänemark gestattet, eine Immobilie in Dänemark zu erwerben. Ebenso zwingend ist die Schriftform für Grundstückskauf und Übereignung. Rechtliche Beratung (z.B. durch einen Anwalt bzw. Notar) ist unbedingt empfehlenswert, da es weiterhin eine Reihe von Sonderreglungen gibt, die im Zusammenhang mit einer Genehmigungserteilung stehen. Besondere Bedeutung haben dabei immer die Beziehung des Käufers zu Dänemark, die beabsichtigte Nutzung der Immobilie (Ferienhäuser oder Sommerresidenzen eines Ausländers haben so gut wie keine Chance auf Genehmigung) und die finanziellen Verhältnisse (so ist z.B. Voraussetzung, dass der künftige Besitzer keine Ansprüche an das dänische Sozialsystem stellen wird). Bei Erbschaften oder Schenkungen müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, damit diese nicht der Genehmigungspflicht unterliegen. Die Zinssätze und Vertragsbedingungen für Immobiliendarlehen sind durchaus mit denen in Deutschland vergleichbar, allerdings sollte man sich an einen renommierten und erfahrenen Berater wenden, der die Bedingungen und Vorgehensweisen in Dänemark kennt und eine entsprechende Hilfestellung geben kann.


Auslandsimmobilie finanzieren: Frankreich

Frankreich ist bekannt für seine Lebensart, sowie guten Wein und gutes Essen. Auch als Urlaubsland mit so bekannten Regionen wie der Côte d’Azur, Paris, dem Elsass, der Provence oder Korsika hat es viele ausländische Liebhaber gefunden. Prägend für die Landschaft sind Ebenen und Hügelszenarien mit Ausnahme der Pyrenäen im Grenzgebiet zu Spanien, dem Massif Central in Süd-/Ostfrankreich sowie den Alpen und Vogesen im Osten. Hier liegt auch die höchste Erhebung, der Mont Blanc mit ca. 4800 Meter. Die Hauptstadt Paris zählt mit ihren ca. 12 Millionen Einwohnern zu den wichtigsten europäischen Großstädten, neben Marseille, Lyon und Toulouse.

Regierungsform und geographische Lage

Die vorwiegend katholische Bevölkerung der Französischen Republik wählt alle fünf Jahre einen Präsident als Staatsoberhaupt. Dieser ernennt den Premierminister, welcher die Führung des Regierungskabinetts übernimmt, was in dieser Form zu einer Exekutivbeteiligung von Regierung und Präsident führt. Die Legislative bildet das Parlament, bestehend aus Nationalversammlung und Senat. Die Nationalversammlung wiederum wird durch die Wahlbeteiligung des Volkes und der Senat über Département-Räte sowie verschiedene andere gewählte Ratspersonen ernannt bzw. entsendet. Geographisch hat Frankreich viele Nachbarn: U.a. Belgien, Luxemburg, Deutschland, Italien, Spanien und Andorra. Auch die Nordsee, der Atlantische Ozean und der Ärmelkanal grenzen direkt an Frankreich an. Weiterhin gehören auch Überseeterritorien wie z.B. das karibische Saint-Martin, Französisch-Guayana in Südamerika, sowie weitere Territorien in der Antarktis, im Indischen und Pazifischen Ozean (Ozeanien). Die Amtssprache Französisch wird nicht nur als alleinige Sprache zur Verständigung in Frankreich, sondern auch als Träger der französischen Kultur verstanden und dementsprechend auch per Gesetz gefördert. So müssen beispielsweise Rundfunk- und Fernsehsender einen bestimmten Anteil Ihrer Sendungen mit französischsprachiger Kunst (Musik etc.) ausstrahlen. Es gibt viele Regionalsprachen (sehr bekannt sind davon z.B. Katalanisch, Bretonisch oder Baskisch), die jedoch aufgrund der sogar verfassungsmäßig vorgeschriebenen „Alleinherrschaft“ des Hochfranzösisch unterzugehen drohen.

Wirtschaft und Verkehrswege

Hauptsächliche Wirtschaftsträger sind die hochentwickelten Industriezweige Fahrzeug- und Flugzeugbau, Textil und Maschinenbau, die pharmazeutische Industrie sowie die Kernkraftwerke und die Tourismusbranche. Daneben sind Anbau von Getreide und Wein, Viehzucht sowie der Abbau von Bodenschätzen wie Erdöl, Bauxit, Eisenerz und Erdgas von größerer Bedeutung. Es gibt seit 1970 den SMIC, der (jährlich angepasst) den Angestellten einen Mindestlohn sichert. Straßen- und Luftverkehr sind modern und gut ausgebaut und besitzen eine starke Zentralisierung in Richtung der Hauptstadt Paris. Der Schienenverkehr wurde im Jahre 2003 privatisiert, jedoch bildet die staatliche Linie SNCF noch immer die meisten und schnellsten Verbindungen ab. Insbesondere bekannt sind der Thalys bzw. der TGV als international agierende Hochgeschwindigkeitszüge. Auch der Schiffsverkehr spielt in Frankreich eine große Rolle: Traditionell wurden zu Handels- und Kriegszwecken schon immer Binnenschifffahrt und Wasserstrassen ausgebaut und modernisiert, heute wird diese existierende Infrastruktur hauptsächlich zu Zwecken des Gütertransports und der touristischen Personenschifffahrt genutzt.

Besonderheiten

Die Wirtschaftsentwicklung in Frankreich hat eine lange Tradition und entstammt ursprünglich dem sog. Merkantilismus. Prägend hierfür sind starke staatliche Eingriffe, so dass man in Frankreich von einer gelenkten Volkswirtschaft sprechen kann. Trotz zunehmender Tendenz zur Deregulierung ist Frankreich innerhalb des EU-Staatenverbundes noch immer ein Kandidat mit relativ hoher staatlicher Kontrolle mit dem wichtigsten Handelspartner Deutschland als wirtschaftlich unterstützende Kraft. Auch die Mentalität der Franzosen bedarf einer besonderen Erwähnung: Franzosen werden hierzulande oft als langsam und „Anti-Deutsch“ vorverurteilt. Franzosen lieben die Gemeinsamkeit, sind grundsätzlich von einer offenherzigen Verständlichkeit und zu Recht stolz auf Ihre Kultur. Eigentum an sich hat in Frankreich weniger Stellenwert im Allgemeinverständnis als in Deutschland. In ländlichen Gebieten ist teilweise üblich, sein Auto und sein Haus unverschlossen zu lassen. Das Essen dient nicht nur zur reinen Nahrungsaufnahme sondern vor Allem zur Kommunikation und als gesellschaftlich-sozialer Aspekt. Schon im Schulalter werden die Kinder hierauf eingestellt: In französischen Schulen ist es üblich, das Mittagessen im Gemeinschaftsverbund einzunehmen.

Immobilienkauf und Finanzierung in Frankreich

Besonders beliebt (aber auch besonders teuer) sind verständlicherweise Immobilien in den Küsten- und Ferienregionen, z.B. an der Côte d’Azur oder der Champagne. Immobilienangebote gibt es reichlich, am Einfachsten können diese im Internet oder auch in französischen Zeitungen ersehen werden. Über einen ortsansässigen Makler können auch Begehungen vereinbart werden. Allerdings sind die üblichen Maklerkosten meist höher als in Deutschland, normalerweise liegen diese bei etwa 7 bis 8 %. Vorsicht ist ebenfalls geboten, wenn man selbst kein Fachmann ist: Die oft älteren, majestätischen Bauten mit vergleichsweise günstigen Preisen bedürfen meist umfangreicher Sanierungen, die es natürlich einzukalkulieren gilt. Vorverträge bedürfen üblicherweise einer 10%-igen Anzahlung, der Kauf selbst unterliegt der Erwerbssteuer (ca. 5%) nebst Notarkosten (ca. 3%). Ähnlich wie in Deutschland der Kauf von Gebrauchtfahrzeugen von Privat, unterliegt der Immobilienkauf in Frankreich der Klausel „Gekauft wie gesehen“. Spätere Reklamationen etwaiger übersehener Mängel bedeuten nicht, dass der Käufer vom Vertrag zurücktreten darf. Ein Art Gewinnsteuer („Plus Value“) für Immobilienspekulationen muss beachtet werden, wenn die Immobilie innerhalb von 20 Jahren ge- und wieder verkauft wird. Besondere Bestimmungen gelten in Frankreich bzgl. des Erbrechts, weshalb im Regelfall ein Testament mit entsprechender Verteilung des Immobilienwertes im Todesfall aufgesetzt werden muss. Auskünfte hierüber erteilen die Notare in Frankreich.


Auslandsimmobilie finanzieren: Großbritannien

Großbritannien liegt im nördlichen Teil des Atlantischen Ozeans im Nordwesten Europas und ist die größte Insel in Europa. Gleichzeitig wird „Großbritannien“ auch als Synonym für das „Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland“ gebraucht, welches den größten Inselstaat Europas darstellt. Die Insel an sich unterteilt sich in die drei Nationen Schottland, England und Wales, dem Vereinigten Königreich als souveräner Staat gehört auch Nordirland an. Ferner zählen die Hebriden, sowie die Orkney- und Shetlandinseln dem Vereinigten Königreich an. Für alle diese Regionen haben sich im Laufe der Zeit nicht nur landschaftliche, bevölkerungstypische und rechtliche Unterschiede ergeben, sondern auch ganz unterschiedliche Entwicklungen im wirtschaftlichen und touristischen Bereich. Landschaftlich am reizvollsten ist sicherlich das Leben auf dem bevölkerungsärmeren Land, wobei hier die Infrastruktur mit ihren teilweise schwierigen Anbindungen beachtet werden sollte. Im Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland leben etwa 62 Millionen Einwohner bei einer durchschnittlichen Bevölkerungsdichte von etwa 246 Einwohnern je km². Weltweit hat der Inselstaat großen Einfluss – als eigenständige Atommacht, Mitglied aller wichtigen wirtschaftlichen Vereinigungen und nicht zuletzt wegen der weit verbreiteten englischen Sprache.

Regierungsform und geographische Besonderheiten

Die Staatsgewalt in Großbritannien liegt beim Parlament, welches sich aus drei Kammern rekrutiert: Dem Monarchen sowie dem Unterhaus (House of Commons) und dem Oberhaus (House of Lords). Formal ist der Monarch in der Lage, die Regierung abzuberufen oder andere wichtige Entscheidungen (gemeinsam mit dem Parlament) zu treffen. In der Realität liegt jedoch die Staatsgewalt aktuell beim Unterhaus bzw. dem Premierminister. Dieser wird zwar vom König ernannt, doch traditionell ist dies die Führungsfigur der Mehrheitspartei bzw. der Koalition im Unterhaus. Es gibt in Großbritannien keine Verfassung per se, vielmehr setzen sich verfassungskonforme Rechte aus den Pfeilern Gewohnheitsrecht, geltenden Gesetzen und richtungsweisenden Urteilen (Präzedenzfälle / sog. „Common Law“) aus der Vergangenheit zusammen. Die 650 Abgeordneten des Unterhauses werden durch Wahlen nach dem Mehrheitswahlrecht bestimmt. Grundsätzlich lässt sich das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland einteilen in die Teilstaaten England, Schottland, Wales und Nordirland. Zusätzlich zugehörig sind mehrere Inselgruppen um die Hauptinsel herum mit über 1000 kleineren Eilanden. Die Hauptstadt London ist auch Sitz des Königshauses und gilt auch als wirtschaftliches Zentrum eines global bedeutenden Handelsplatzes. Viele Reize sowohl landschaftlicher als auch kultureller und geschichtlicher Natur wohnen den unterschiedlichen Nationen inne. So wie Schottland einen ganz besonderen Ruf unter Whiskykennern hat, gilt dies für die weiten, grünen Wiesen im klimatisch eher rauen Nordirland. Allein die Anreise kann ein einzigartiges Erlebnis sein: Mittels Eurotunnel unter dem Ärmelkanal hindurch gelangen Reisende aus „Resteuropa“ schnell und sicher nach Großbritannien.

Wirtschaft und Verkehrswege

Die industrielle Revolution hatte ihren Ursprung in Großbritannien, in der heute ein entsprechend stark deregulierter und hoch privatisierter Marktmechanismus vorherrscht. Die heutige Wirtschaftskraft ist enorm hoch und hat prägenden Einfluss auf die Weltwirtschaft. Als drittgrößte Volkswirtschaft in Europa sind Beziehungen insbesondere zu den großen 8 Industrienationen bilateral extensiv ausgebaut und werden entsprechend gepflegt. Die stärksten Einflüsse haben u.a. Dienstleistungen im Finanzsektor (London ist der größte Finanzplatz weltweit), industrielle Fertigung von Fahr- und Flugzeugen, chemischen und pharmazeutischen Erzeugnissen und Rüstungstechnik. Daneben sind von erwähnenswerter Bedeutung der wirtschaftliche Einfluss von Tourismus und Energiegewinnung aus Bodenschätzen wie Kohle, Erdöl und Erdgas.
Alle Verkehrsnetze (Autostraßen, Schienenverkehr, Luftfahrt und Schifffahrt) sind gut ausgebaut und sind in der Regel zentral auf London ausgerichtet. Die Insellage hat einige bestimmte Besonderheiten (z.B. Eurotunnel, Bedeutung der Schifffahrt etc.) hervorgebracht. Das Passagieraufkommen im Luftverkehr (wichtigste Flughäfen sind London Heathrow und Gatwick, sowie Glasgow und Manchester) ist das höchste in Europa.

Besonderheiten

Die britische Kultur und Lebenseinstellung hat einen besonderen Stellenwert in der Welt. „Very british“ ist Synonym für besondere Charaktereigenschaften, z.B. für bestimmte Humorformen oder Essenskultur. Die Verbreitung von britischen Medien (z.B. BBC) ist aufgrund der englischen (Welt-) Sprache, die im Allgemeinen (besonders in England) akzentfrei und damit leichter verständlich für Ausländer ist, sehr hoch. So ist z.B. die BBC mit Radio- und Fernsehprogrammen weltweit zu empfangen. Zeitungen wie der „Daily Telegraph“ oder die „Times“ beinhalten weltweit beachtete Nachrichten- und Finanzrelevanzen. England gilt als Wiege des Soccer (Fußball). Die britische Kultur und Sprache ist international stark beachtet und Bestandteil der jüngeren Erdkultur.

Immobilienkauf und Finanzierung in Großbritannien

Die rechtlichen Regelungen zum Erwerb von Grundstücken und Immobilien sind regional (insbesondere in den unterschiedlichen Nationen) teilweise stark abweichend. Die Hilfe von Maklern bzw. eines Anwalts sind dringend anzuraten und im Allgemeinen auch üblich. Oft werden deutsche Standards in Bezug auf die Bauqualität der Immobilien nicht erreicht, was besondere Nachhaltigkeit (z.B. mittels Beauftragung von Gutachtern) und zusätzliche Investitionen erfordert. Ein dem deutschen Grundbuch ähnliches Register ist das Grundstücksregister „Land Registry“, was vor einem Immobilienkauf immer eingehend zu prüfen ist. Mit Eintragung in dieses Register erfolgt offiziell der Eigentums- und Haftungsübergang. Vor Vertragsunterzeichnung sollten konkrete Regelungen bzgl. auftretender Nebenkosten vereinbart werden bzw. es sollte vorher genau festgelegt werden, was genau für Kosten für den Käufer entstehen. Eine Grundsteuer wie in Deutschland ist in Großbritannien unbekannt, jedoch fallen (je nach Region unterschiedliche) Gemeindeabgaben an, die zumeist vom Objektwert abhängig sind.


Auslandsimmobilie finanzieren: Italien

Italien mit seiner Hauptstadt Rom ist eines der Haupturlaubsziele der Deutschen. Bekannt sowohl für wunderschöne Strände und sonnige Flaniermeilen an der Riviera, aber auch für antike Kultur und reichhaltige Landschaften verzaubert Italien ebenso die Wintersportler: Die Alpenausläufer Italiens beheimaten die höchsten Erhebungen in ganz Europa. Der Mont Blanc beispielsweise mit einer Höhe von 4.810 m über NN oder auch der Gran Paradiso mit 4.061 m gehören dazu. So bekannte und beliebte Wintersportgebiete wie das Trentino oder die Lombardei ziehen jährlich tausende Touristen an. Zu Italien gehören auch die Mittelmeerinseln Sardinien und Sizilien sowie einige weitere kleinere Inseln. Sehr bekannt sind ebenfalls die Vulkane Ätna, Vesuv und Stromboli. In Italien leben etwas mehr als 60 Millionen Menschen, allein in Rom davon ca. 4 Millionen. Neben der offiziellen Amtssprache Italienisch wird (regional unterschiedlich) auch Französisch, Deutsch, Ladinisch sowie Slowenisch gesprochen.

Regierungsform und geographische Lage

Italien ist eine parlamentarische Republik mit dem Präsidenten der Republik als Oberhaupt, dessen eigentliche Aufgaben in Repräsentation, Beteiligung an der Regierungsbildung (und dessen Auflösung) sowie in der Führungsperson als Oberbefehlshaber der Streitkräfte liegen. Das Zwei-Kammer-Parlament (Senat und Abgeordnetenkammer als gleichberechtigte Kammern) wird alle 5 Jahre gewählt und bildet die Legislative. Die Exekutive stellt der Ministerrat dar, mit dessen Vorsitzendem, dem Präsident des Ministerrates. Der Präsident der Republik (Staatspräsident) hat die Befugnis, verdiente Persönlichkeiten als Senatoren auf Lebenszeit in den Senat zu bestellen. Die berühmte „Stiefelform“ der italienischen Halbinsel ist markant auf allen geographischen Darstellungen Europas. Durch die trotz Halbinselstatus sehr zentrale Lage in Südeuropa mit den Nachbarländern Schweiz, Österreich, Frankreich, Slowenien und den Enklaven San Marino und Vatikanstadt (welcher der kleinste anerkannte Staat der Welt ist und innerhalb des Stadtgebietes von Rom situiert ist) ist Italien sowohl Durchgangs- als auch leicht zu erreichendes Urlaub- und Arbeitsland. Die Mittelmeerküsten, der Gardasee sowie die zugehörigen Inseln Sardinien und Sizilien haben mediterranes Klima, in den norditalienischen Berglandschaften hingegen herrscht ein raues eher unwirtliches Klima. In starken Wintern sind diese Gebiete oft unpassierbar. Als geologische Besonderheiten gelten die immer noch vorherrschenden vulkanischen und tektonischen Aktivitäten, die oft zu Erdbeben führen.

Wirtschaft und Verkehrswege

Große Industriebetriebe befinden sich vorwiegend in Nord- und Mittelitalien, hier insbesondere Eisen- und Stahlwerke, chemische Industrie sowie Papier-, Textil- und Automobilindustrie. Bodenschätze finden sich recht vielfältig: Schwefel, Kohle, Eisen, Zink, Blei, Erdgas u.a. Als wichtigste Exportpartner gelten Deutschland und Frankreich vor den USA. Neben diesen bedeutenden Industriezweigen sind der Tourismus und die Landwirtschaft die einflussreichsten Faktoren im Land. Besonders der Anbau von Weizen, Reis, Oliven, Mais und Südfrüchten sind neben Viehzucht und Fischerei die Hauptertragsquellen in der italienischen Wirtschaft. Über 50% der Landfläche Italiens werden für die Agrarwirtschaft genutzt. Viele berühmte Produkte sind auch in Deutschland nahezu jedem bekannt: Gorgonzola-Käse, Parmesan oder italienische Rotweine zum Beispiel. Der Straßenverkehr ist größtenteils privatisiert und daher mautpflichtig aber auch gut ausgebaut. Der Schienenverkehr hingegen befindet sich bis auf wenige Ausnahmen noch in staatlicher Hand und ist im Vergleich zu Rest-Europa sehr preisgünstig. Bedingt durch die Lage am Mittelmeer spielen auch Schifffahrt und Flugverkehr eine große Rolle. Die beiden größten Flughäfen mit internationaler Bedeutung befinden sich in Rom (Fiumicino) und Mailand (Malpensa).

Besonderheiten

Ein großes Problem in Italien ist das sog. „Nord-Süd-Gefälle“. Im Süden gibt es eine fast 3mal so hohe Arbeitslosenquote, was zu einer entsprechenden Ausprägung von Kriminalität (Stichwort: Mafia) führt. Die hohe Staatsverschuldung erstickt immer wieder die Hoffnung auf eine schnelle und nachhaltige wirtschaftliche Belebung. Viele große ehemalige Staats-Unternehmen (beispielsweise aus den Bereichen Telekommunikation oder Elektronik) wurden erst vor relativ kurzer Zeit privatisiert und konnten so noch nicht den erhofften wirtschaftlichen Beitrag leisten. Der starke Einfluss der kriminellen Vereinigungen in Italien rührt von deren geschäftlichen Verbindungen (auch international) her, der den Zugang zu öffentlichen Geldern ermöglicht und so einen Kreislauf von Machtressourcen anstößt.

Immobilienkauf und Finanzierung in Italien

Die Beratung durch einen fach- und ortskundigen Rechtsanwalt kann jedem Interessierten nur dringend angeraten werden. Es gibt in der Gestaltung und in den rechtlichen Voraussetzungen für Immobiliengeschäfte in Italien prägnante regionale Unterschiede. Problematisch (insbesondere für Nicht-Fachkundige) kann auch die Beurteilung des örtlichen Preisniveaus sowie der Qualität der Bausubstanz im Einzelfall sein. Eine Immobilie zu Wohnzecken muss eine dementsprechende Zulassung besitzen und es dürfen keine Formfehler bei der Eigentumsübertragung unterlaufen, da dies zur Annullierung führen kann. Ein verbindlicher Vertrag in Italien ist bereits der „Compromesso“ oder Vorvertrag, weshalb hierin auch alle wichtigen Punkte detailgetreu widergegeben sein sollten. Werden später nicht alle Verpflichtungen eingehalten oder der Kauf doch nicht vollzogen, ist meist die Anzahlung verloren. Die Eigentumsübertragung selbst vollzieht sich durch Eintragung ins italienische Kataster, welche von einem Notar vorgenommen werden muss. Per Gesetz müssen bei Immobilienkäufen von Ausländern zwei Zeugen bei der notariellen Unterzeichnung des Vertrages anwesend sein. Der Kaufpreis muss bereits beim Notar entrichtet werden, eine Auflassung wie in Deutschland ist in Italien unbekannt. Die Grundsteuer (ca. 8 bis 10%) in Italien ist abhängig vom Nutzungszweck und dem notariell ermittelten Steuerwert des Objektes.


Auslandsimmobilie finanzieren: Luxemburg

Das Großherzogtum Luxemburg ist insbesondere bekannt durch die große Bedeutung als europäisches Finanzzentrum und als Sitz wichtiger internationaler Behörden. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Errichtung dieser Institutionen sind hier im europäischen Vergleich extrem günstig, obwohl das Land der zweitkleinste Staat in der EU (nach Malta) ist. Landschaftlich ist das Land gespalten in den bergigen, meist bewaldeten Norden und den eher flachen Süden. Die Verbindungen im Inland sind kurz, was das Land sehr attraktiv für den Tourismus macht. Die gesamte Einwohnerzahl von ca. 500.000 verteilt sich auf einer Gesamtfläche von etwa 2.590 km², wobei sich die große Mehrheit (ca. 67%) dieser Bevölkerung im arbeitstypischen Alter zwischen 16 und 64 Jahre befindet.

Regierungsform und geographische Lage

Luxemburg ist eine konstitutionelle Monarchie, wobei die Krone dem Erbrecht unterliegt. De facto besitzt der Monarch als Staatsoberhaupt jedoch nur formale Rechte, da Luxemburg lt. eigener Verfassung demokratisch regiert werden muss. Die Legislative wird von einer alle 5 Jahre vom Volk zu wählenden Abgeordnetenkammer wahrgenommen, aus der auch die Regierungsbesetzung hervorgeht. Den 14 Ministern der Exekutivgewalt steht der Premierminister vor. Eine gemeinsame Grenze mit Luxemburg haben Belgien, Frankreich und Deutschland. Dies erklärt auch die vorherrschenden Amtssprachen Deutsch und Französisch neben der Nationalsprache Luxemburgisch. Es ist daher insbesondere für Grenzgänger kein Problem, eine Arbeit jenseits des jeweiligen Wohnortes anzunehmen, zumal die Einkommen in Luxemburg in der Regel höher sind als z.B. in Deutschland. Touristisch hat Luxemburg besonders Wanderern, Radfahrern und Naturliebhabern eine reizvolle Vielfalt zu bieten. Kurze Wege und landschaftliche Kontraste im Umland, die Hauptstadt Luxemburg (Stadt) mit Ihrer Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde und eine gastronomische Versuchung aus feiner französischer und deutscher Küche locken jährlich rund 900.000 Besucher in das Großherzogtum, wovon ca. 15% Camper zu verzeichnen sind. Zunehmend ist auch der Tanktourismus, da die Benzinpreise in Luxemburg vergleichsweise niedrig sind.

Wirtschaft und Verkehrswege

Unangefochtener Spitzenreiter in der Volkswirtschaft Luxemburgs ist der Finanz- und Versicherungssektor. Besonders die gesetzesrechtlichen und steuerlich günstigen Rahmenbedingungen machen diesen Standort so attraktiv. Daneben sind Medien, Logistik und IT-Dienstleistungen erwähnenswert sowie zu einem geringen Anteil auch die verarbeitende Industrie, das Baugewerbe und die Landwirtschaft. Wichtigster Handelspartner in Europa für Luxemburg ist Deutschland. Luxemburg verfügt über ein ausreichend dichtes Netz von Autobahnen und Nationalstraßen, das fortlaufend erweitert wird. Die Schifffahrt spielt eine sehr große Rolle, da die Mosel gute Möglichkeiten zur Kanalisierung und Anlage von Häfen bietet. Im Luftverkehr spielt der Flughafen Findel mittlerweile eine tragende Rolle in Europa. Der öffentliche Nahverkehr wie Bus, Bahn und Co. wird aktuell erweitert, z.B. mit einem modernen Straßenbahnsystem in der Hauptstadt. Es bestehen viele internationale Verbindungen in Zusammenarbeit mit den nationalen Bahnunternehmen aus Frankreich und Deutschland.

Besonderheiten

Etwa 40% der Beschäftigten in Luxemburg stammen aus den direkten Nachbarländern und gelten als „Grenzgänger“. Das bedeutet, dass diese nur zum Arbeiten nach Luxemburg pendeln. Aufgrund der höheren Verdienste und den damit verbundenen vergleichsweise hohen Lebenshaltungskosten (so sind auch Mieten oder Immobilien generell teurer als in Deutschland) ist diese Art der Beschäftigung für die meisten Pendler am attraktivsten. Wohnraum aneignen sollte man sich generell nur, wenn eine sehr langfristige Beschäftigung oder sonstiger langfristiger Verbleib in Luxemburg geplant sind. Der hohe Ausländeranteil von weit über 40% macht dabei eine Integration zur Selbstverständlichkeit. Etwas weniger offen gehen die Luxemburger mit Religionszugehörigkeiten oder politischen Überzeugungen um. Das sehr strikte Datenschutzgesetz verbietet gänzlich die öffentliche Erhebung von sensiblen Daten rund um persönliche Einstellungen. Es ist daher gerade für „Neu-Luxemburger“ ein Tabu, über solche Themen in der Öffentlichkeit zu sprechen. Lernt man die Luxemburger näher kennen, wird man deren ansonsten weltoffene und solidarische Einstellung sehr zu schätzen wissen.

Immobilienkauf und Finanzierung in Luxemburg

Zu unterscheiden sind zunächst einmal die Immobilien nach dem Verwendungszweck. So sind Wohnimmobilien deutlich teurer als z.B. Büroimmobilien. Bestehende Immobilien sind in der Regel teuer (je nach Region) als Bauland plus Neubau. Es ist ratsam, vor Ort (z.B. in Zeitungen oder über Maklerbüros) nach Immobilien zu suchen, da im Ausland kaum Informationen über freie Immobilien zu finden sind. Da Luxemburg ein großer Finanzplatz ist, sind natürlich auch die Finanzbetrüger nicht weit, weshalb immer auf Seriosität und Reputation des Maklers und des Finanziers geachtet werden sollte. Zu diesem Zweck gibt es in Luxemburg entsprechende Organisationen, denen seriöse Anbieter angehören. Für den Abschluss eines Kaufvertrages wird zwingend ein Notar benötigt, den man auch zu rechtlichen Beratungen über das jeweilige Objekt nutzen sollte. Viele Dinge sind in Luxemburg bis ins Detail rechtlich geregelt, so beispielsweise die Umsetzung der Hausordnung in Eigentumswohnungen. Finanzierungszinsen und Nebenkosten wie Maklergebühren, Notarkosten, Grundsteuer etc. sind im Allgemeinen etwas höher als in Deutschland. Lediglich die Übereignungsgebühren (vergleichbar mit der Grunderwerbssteuer in Deutschland) sind in etwa identisch. Anzahlungen betragen in der Regel bis zu 25% und sind damit höher als in den Nachbarländern. Unbedingt unternehmen sollte man eine ausgiebige Besichtigung nebst Mängelliste, die von beiden Parteien unterzeichnet werden sollte, damit später nicht der Nachweis über die rechtzeitige Geltendmachung der Mängel fehlt.


Auslandsimmobilie finanzieren: Niederlande

Die Niederlande liegen eingebettet zwischen Belgien, Deutschland und der Nordsee und sind bekannt für die sprichwörtliche Aufgeschlossenheit ihrer Bewohner, landestypische Spezialitäten bzw. Waren (z.B. Gouda-Käse oder die weltbekannten Holzschuhe) und die unterschiedlichen landschaftlichen Reize. Mit ca. 428 Einwohnern pro km² bildet diese parlamentarische Monarchie einen extrem dicht besiedelten Flächenstaat. Ausgedehnte Küstenstreifen, Flachland mit (besonders im Frühjahr) farbenprächtig blühenden Tulpen- und Narzissenfeldern, kulturelle und architektonische Eigenarten wie etwa Windmühlen (die Windmühlen in Kinderdijk beispielsweise zählen zum Weltkulturerbe) sowie unterschiedliche Provinzen mit regionaltypischen Eigenschaften (z.B. Polderlandschaft in Flevoland) ziehen Jahr für Jahr scharenweise Touristen an. Die Niederlande liegen zu ca. 25% unterhalb des Meeresspiegels, was zu einer Vielzahl an Deich- und Sumpfgebieten führt. Viele Teile der Landmasse sind Folge einer Landgewinnung aus dem Meer (sog. Poldergebiete). Der höchste Punkt liegt auf der Insel Saba mit ca. 880 Metern (Mount Scenery). Auch zum Arbeiten lohnt sich für viele Ausländer (insbesondere aus den direkten Nachbarstaaten Belgien und Deutschland) die Reise in die Niederlande. Geprägt durch starke Wirtschaftskraft aber einem nur begrenztem eigenen Kontingent an entsprechend ausgebildeten Mitarbeitern suchen die niederländischen Firmen ständig nach entsprechend qualifizierten Arbeitnehmern.

Regierungsform und Provinzeinteilungen

In den Niederlanden ist laut Verfassung der König bzw. die Königin (z.Zt. Königin Beatrix) das Staatsoberhaupt. Die (erbliche) Krone ernennt Minister und Ministerpräsidenten nach Vereinbarung mit den Parlamentsfraktionen. Das Parlament selbst ist ein nach demokratischem Vorbild gebildetes 2-Kammer-Parlament, wobei die Abgeordneten der 2. Kammer durch die niederländischen Bürger per Wahlentscheid bestimmt werden.
Die Niederlande werden weiterhin in (zurzeit 12) Provinzen unterteilt, die alle eine eigene Regierung sowie ein Parlament besitzen. Darunter befindet sich noch eine weitere Ebene – die Gemeinden – die ebenfalls wiederum einen sog. Gemeindevorstand (bestehend aus Bürgermeister und Vertretern des Gemeinderates) bestehen. Die folgenden Provinzen existieren aktuell und sind nach hauptsächlich geografischen Gesichtspunkten eingeteilt:

NORD: Drenthe, Friesland und Groningen
SÜD: Limburg, Nordbrabant und Zeeland
WEST: Nord- und Südholland sowie Utrecht
OST: Flevoland, Overijssel und Gelderland

Das Königreich der Niederlande besitzt weiterhin auch karibische Überseeterritorien, eingeteilt nach dem Gebiet: Aruba, Curacao und Sint Maarten gelten als Länder die dem Königreich zugehörig sind und die Inseln Saba, Sint Eustatius und Bonaire gelten als externe niederländische Gemeinden mit besonderem Status.

Wirtschaft und Verkehrswege

In den Niederlanden herrscht ein liberales Wirtschaftssystem vor, insbesondere geprägt von Industrie (Betriebe wie Unilever, Shell oder Philips kommen aus den Niederlanden), Viehzucht und Landwirtschaft sowie Maschinen- und Schiffsbau. Es gibt auch nicht ganz unbedeutende Vorkommen an Erdgas und Erdöl. Als Warenumschlagsplatz dienen insbesondere Amsterdam sowie Rotterdam als zweitgrößter Containerhafen der Welt. Die Niederlande gehören zu den wichtigsten Knotenpunkten der weltweiten Containerschifffahrt sowie durch die vielen Flüsschen und Nordseezuflüsse auch zu einem der begehrtesten touristischen Schifffahrtsgebiete. Mit Amsterdam Schiphol befindet sich weiterhin ein internationaler und vielfältig genutzter Flughafen in den Niederlanden welcher den Status eines der wichtigsten Luftdrehkreuze im internationalen Logistikgeschäft wie auch in der Personenbeförderung innehat. Straßen- und Schienennetze sind weitreichend ausgebaut und gehören – insbesondere im Schienenbereich – zu den am stärksten frequentierten Verkehrswegen in Europa.

Besonderheiten

Neben den schon erwähnten landschaftlichen Besonderheiten zeichnen sich die Niederländer durch Ihre offene und zeitweilen völlig andersartige Mentalität im Vergleich zu Deutschland aus. So gilt direktes und autoritäres Verhalten in den Niederlanden als verpönt und unangebracht. Es herrscht eine gewisse feminine unternehmerische Kultur vor, der schon viele zugezogene deutsche Führungskräfte „zum Opfer“ fielen. Kurse in holländischer Mentalitätserlernung haben Hochkonjunktur und sind auch absolut zu empfehlen, wenn eine berufliche Karriere in den Niederlanden geplant wird. Die Offenheit der Niederländer zeigt sich manchmal auch direkt beim Hinschauen: So haben viele Häuser keine Gardinen. Liberal, solidarisch aber wirtschaftlich vernünftig (auch Sparsamkeit ist durchaus ein niederländisches Attribut) gelten als Synonyme für den typischen Niederländer. Diese für Deutsche weitgehend so ungewöhnlichen mentalen Eigenschaften gilt es zu registrieren und im Land durch Anpassung zu beachten.

Immobilienkauf und Finanzierung in den Niederlanden

Die Suche und der Erwerb von Immobilien in den Niederlanden sind in der Regel problemlos z.B. über öffentliche Medien und einen Makler möglich. Wichtig ist dabei die Seriosität, z.B. existieren drei große Maklerverbände in den Niederlanden, deren Mitglieder als seriöse Partner einzustufen sind. Ein Problem besonderer Art ist die in vielen Provinzen übliche „Zuzugsgenehmigung“. Diese sollte vor dem Erwerb einer Immobilie vor Ort beantragt werden, damit überhaupt eine Bewohnbarkeit der neuen Immobilie sichergestellt werden kann (sofern Eigenbedarf vorliegt). Mündliche Abreden haben in den Niederlanden seit 2003 keine rechtliche Gültigkeit mehr, also sollte alles schriftlich und wahrheitsgemäß dokumentiert werden, um die Vertragsgültigkeit herzustellen. Ein Notar für den Kauf und Verkauf von Grundstücken und Immobilien ist zwingende Pflicht in den Niederlanden, da ein Grundbucheintrag vorgenommen werden muss um die endgültige Rechtmäßigkeit der Transaktion sowie der neuen Eigentumsverhältnisse zu sichern. Zinsen, Gebühren und Nebenkosten sind etwa gleich bis leicht höher als in Deutschland und daher recht gut vergleichbar. Die Beleihungsgrenze für Immobiliendarlehen liegt bei 70% bzw. 80% für Beamte. Gegebenenfalls ist auch eine Komplettfinanzierung möglich, hier wird dann die Einbringung zusätzlicher Sicherheiten notwendig.


Auslandsimmobilie finanzieren: Österreich

Österreich mit seinen gut 8,3 Millionen Einwohnern eignet sich gerade für Deutsche schon wegen der Sprache ideal für einen Urlaub oder auch für die alternative Immobilien- und Arbeitssuche. Dabei ist Österreich nicht nur als klassisches Wintersportland interessant. Auch viele landschaftliche Reize für Naturliebhaber, Radfahrer und Wanderer werden geboten – genauso wie eine wunderschöne Gebirgswelt einfach nur für die Entspannung vom Alltag. Österreich besteht aus insgesamt neun Bundesländern und dabei zu über 60% aus Berggebieten, weshalb es oft auch liebevoll die „Alpenrepublik“ genannt wird. Durch die räumliche Nähe zu Deutschland und anderen zentraleuropäischen Staaten nimmt es eine Schlüsselposition für Reisende und Logistikdienstleister ein. Es wird prognostiziert, dass die Bevölkerungszahl insbesondere durch Zuwanderung bis zum Jahr 2050 auf bis zu 9,5 Millionen anwachsen dürfte.

Regierungsform und geographische Lage

Die Republik Österreich ist ein parlamentarisch-demokratischer Bundesstaat mit dem vom Volk gewählten Bundespräsidenten als Staatsoberhaupt. Dieser ernennt den Bundeskanzler, welcher die Regierung vorschlägt. Nach der offiziellen Ernennung dieser Regierung (wiederum durch den Bundespräsidenten) steht der Bundeskanzler der Regierung vor. Die Legislative bildet ein 2-Kammer-Parlament, bestehend aus dem Nationalrat (welcher direkt vom Volk gewählt wird) und Bundesrat (welcher durch die Landtage je nach Zahl der Einwohner besetzt wird). Die Rechtsgrundlage für das gesamte Regierungssystem ist die recht komplexe Bundesverfassung, die nur mit einer Mehrheit von mind. 2 Dritteln der Mitglieder des Nationalrats modifiziert werden kann.
Österreich ist nur etwa 84000 km² groß, dabei etwa doppelt so groß in der Breite (Ost-West-Ausdehnung) wie in der Höhe (Nord-Süd-Ausdehnung). Große Ebenen erstrecken sich rund um die Hauptstadt Wien, in der Steiermark und ganz generell im Osten im Alpenvorland. Durch die erklärte immerwährende Neutralität im Falle von kriegerischen Auseinandersetzungen soll die sehr zentrale Lage in Mitteleuropa vorwiegend touristischen und wirtschaftlichen Erwägungen dienlich sein. Die Attraktivität erhöht sich noch durch die moderne und schnelle Anbindung sämtlicher Verkehrswege an die europäischen Nachbarn Schweiz, Liechtenstein, Italien, Slowakei, Slowenien, Deutschland, Tschechien und Ungarn. Als Amtssprachen sind neben Deutsch generell auch (regional unterschiedlich) Ungarisch, Slowenisch und Kroatisch anerkannt.

Wirtschaft und Verkehrswege

Land- und Forstwirtschaft bilden eine große Säule in der Wirtschaft Österreichs. Ca. 80-90% der Staatsfläche werden entsprechend genutzt, wobei sich der österreichische Wein als der Exportschlager Nummer 1 entpuppt hat. Daneben wird insbesondere Holz für die Papierindustrie hauptsächlich nach Südeuropa exportiert. Auch als Finanzmarkt spielt Österreich in Europa eine tragende Rolle. Insbesondere finanzkräftige Engagements in Osteuropa kommen hier zum Tragen – ein damit einhergehendes erhöhtes Kreditausfallrisiko wird gerade in jüngster Zeit wieder sehr eingehend diskutiert. Neben diesen wirtschaftlichen Pfeilern spielen Industrie (insbesondere Metall- und technische Industrie), Handel (hier insbesondere die Konzerne REWE und SPAR, die allein über 50% Marktanteil besitzen), Tourismus und mit den o.a. Segmenten zusammenhängende Dienstleistungen eine große Rolle. Flug-, Straßen- und Schienenwege sind entsprechend der Alpenrandlage zur Befriedigung der vielen inländischen und ausländischen (im Sinne eines zentraleuropäischen Zubringers) Verkehrsnotwendigkeiten ausgelegt. Geprägt sind daher insbesondere Schienen- und Straßenwege von zahlreichen Brücken und Tunneln. Wien Schwechat ist ein Flughafen mit übergeordneter europäischer Bedeutung. Entlang der Donau besteht ebenfalls reger Schifffahrtsverkehr einerseits zu touristischen Zwecken andererseits aber auch für Schüttgüter.

Besonderheiten

Das Steuersystem in Österreich ist sehr attraktiv und verbilligt insbesondere für Deutsche mit Hauptwohnsitz in Österreich das Leben merklich. Wer dann nur noch für den Job ins benachbarte Deutschland (und dies insbesondere in nahegelegene Gebiete wie beispielsweise Bayern) pendelt, profitiert finanziell. Dies setzt jedoch die intensive und detaillierte Informationseinholung voraus, denn die Bestimmungen in den österreichischen Bundesländern sind alles andere als einheitlich. Grundsätzlich ist der Erwerb von großen Anlagegütern wie z.B. Häuser oder Fahrzeugen in Österreich teils deutlich billiger als in Deutschland – und dies nicht nur durch die niedrigere Steuer. Es lohnt also das nähere Hinschauen. Unter bestimmten Voraussetzungen können so finanzielle Vorteile mit dem angenehmen Leben in einem fantastischen Urlaubsland kombiniert werden.

Immobilienkauf und Finanzierung in Österreich

Ein Immobilienerwerb in Österreich ist grundsätzlich an die entsprechende Erlaubnis durch die Landesregierung des jeweiligen Bundeslandes geknüpft. Dies hat u.a. den Hintergrund, dass ein Ausverkauf für z.B. reine touristische Interessen vermieden werden soll. Wie in Deutschland ist das Eigentum rechtlich bindend übertragen, wenn die Eintragung im Grundbuchamt vorgenommen wurde. Die Grundsteuer für Eigentum an Grund und Boden in Österreich wird vom Einheitswert berechnet, der in Etwa bei 20% des jeweiligen Objekt-Verkehrswertes liegt. Es herrscht keine Maklerpflicht in Österreich – es ist aber zu empfehlen, die Dienste und das Know-How eines seriösen Maklers in Anspruch zu nehmen. Er kennt sich bestens mit den durchaus stark unterschiedlichen Preisgefügen und Vorbedingungen in den jeweiligen Bundesländern aus. Der Courtagesatz liegt bei etwa 7,2 % inkl. Steuer und wird zwischen Erwerber und Verkäufer aufgeteilt. Die Notarkosten liegen bei knapp unter 2% und weitere Nebenkosten sind in der Regel vergleichbar mit Nebenkosten, die auch in Deutschland anfallen würden. In Österreich bedarf es ebenso wie in Deutschland der Schriftform, um einen Immobilienkauf verbindlich abzuwickeln. In diesem Kaufvertrag sind (ebenfalls teilweise unterschiedlich je nach Bundesland) auch verschiedene Angaben (Mindestangaben) vorgeschrieben. Eine notarielle Beglaubigung ist ebenfalls notwendig.


Auslandsimmobilie finanzieren: Spanien

Spanien ist der Inbegriff von Urlaub, Sonne, Strand und Meer. Bedingt durch die Lage in Südeuropa auf der Iberischen Halbinsel mitsamt den zugehörigen Mittelmeerinseln der Balearen, der Kanarischen Inseln im Atlantik sowie einigen weiteren Exklaven (z.B. Llívia in Frankreich) und der Inseln vor der marokkanischen Küste eignet sich dieses Land auch hervorragend für einen sonnig-warmen Erholungsurlaub. Jedoch hat Spanien mehr zu bieten als nur Sonne und Strand. Eine besonders artenreiche Fauna, Kultur mit globaler Bedeutung (z.B. so bedeutende Maler wie Pablo Picasso oder Salvador DalÍ) und eine facettenreiche Landschaft vom bergigen Panorama der Pyrenäen im Grenzgebiet zu Frankreich im Norden über die große Hochebene in Zentralspanien bis zu den Traumstränden in den subtropisch geprägten Kanarischen Inseln vor der Westküste Afrikas machen es unmöglich, alle Sehenswürdigkeiten und Unterschiede in den verschiedene Lebensräumen Spaniens in nur einem Urlaub zu erleben.

Regierungsform und geographische Lage

Spanien ist eine parlamentarische Monarchie mit vererbbarem Königstitel. Der König ist Oberbefehlshaber des Militärs und Staatsoberhaupt mit festem Wohnsitz im Königspalast in der Hauptstadt Madrid. Laut Verfassung sind die realen Funktionen des Königs in der Hauptsache von repräsentativer Natur, er kann jedoch bei Gesetzesvorlagen ein Veto einlegen und den Regierungschef ernennen und entlassen. Die oberste Legislative ist die Cortes Generales, das spanische Parlament. Dieses wird unterteilt in 2 Kammern, nämlich den Senat und das Abgeordnetenhaus. Die Besetzung des Parlamentes ist recht vielschichtig geregelt und wird nur zum Teil durch direkte Wahlen des Volkes bestimmt. Geographisch ist das spanische Staatsgebiet in 17 autonome Regionen unterteilt, die zwar keine Eigenstaatlichkeit besitzen, aber im Grunde einen unseren deutschen Bundesländern ähnlichen Regierungs- und Einflussumfang innehaben. Zu diesem Thema gibt es in Spanien immer wieder politische Spannungen. Das international bekannteste Problem entspringt dem Unabhängigkeitsdrang des Baskenlandes, für das die Separatistenvereinigung ETA seit vielen Jahren z.T. mit Gewalt und Terror kämpft. Die unterschiedlichen Gebiete haben ferner aufgrund der großen Verbreitung unterschiedliche klimatische Bedingungen (das spanische Staatsgebiet verteilt sich auf 6 verschiedene Klimazonen!) und damit sehr verschiedene Pflanzen- und Tierwelten.

Wirtschaft und Verkehrswege

Spanien ist die fünftgrößte Volkswirtschaft in Europa. Die Finanzkrise traf die Spanier nur verzögert, da die Kreditrisiken anders als in den USA oder Deutschland verteilt sind. Doch die Folgen waren und sind noch immer auch hier sehr deutlich zu spüren. Überdurchschnittlich viele Haushalte sind überschuldet und die Arbeitslosenquote ist die zweithöchste in der EU. Seit 2007 sind die bis dahin explodierten Immobilienpreise wieder zurückgekommen, der Verfall scheint jedoch nicht ganz zum Ende gekommen zu sein. Wer sich jedoch entsprechend informiert und ein Objekt real bewerten kann, hat durchaus die Möglichkeit ein „Schnäppchen“ zu machen. Ansonsten sind insbesondere die Fischerei und die Landwirtschaft sowie der Tourismus in Spanien von wirtschaftlicher Bedeutung. In der Landwirtschaft überwiegen Mais-, Weizen- und Zuckerrübenanbau, in Bewässerungsgebieten auch Wein, Südfrüchte und Baumwolle. Bodenschatzvorkommen gibt es von Erdöl, Kupfer, Zinkerz und Steinkohle. Die wichtigsten Industriezweige sind Textil, Nahrung, Metall und Maschinenbau. Das Verkehrsnetz ist allgemein sehr auf die Hauptstadt Madrid hin ausgerichtet. Mautpflichte „autopistas“ sind die am besten ausgebauten Autobahnen, in den Städten herrscht dagegen eher dichtes Gedränge und Parkplatznot. Günstiger und oft schneller ist man meist mit dem gut ausgebauten Bus- und Fernbusnetz oder mit der staatlichen Bahn RENFE unterwegs. Spanien verfügt weiterhin über mehr als 40 nationale Flughäfen, davon einige internationale, die sich teilweise auch auf den Inseln (insbesondere in den Ferienregionen) befinden. Bekannte spanische Verkehrsfluggesellschaften sind z.B. die Spanair oder die Iberia.

Besonderheiten

Im spanischen Hoheitsgebiet leben ca. 47 Millionen Menschen. Aufgrund der historischen Entwicklung gibt es viele regionale Unterschiede in politischer Gesinnung und auch in sprachlicher Hinsicht. Die vorwiegend römisch-katholische Bevölkerung spricht zu etwa 74% kastilische Mundarten, zu etwa 18% Katalanisch, zu ca. 6% Galicisch und zu etwa 2% Baskisch. Daneben existieren noch weitere Sprachregionen. Spaniens Ausländeranteil (ca. 12,3%) ist der höchste in ganz Europa. Immer wieder gibt es Unabhängigkeitsbestrebungen einzelner Bevölkerungsgruppen, z.B. die schon erwähnte ETA, eine Untergrundorganisation die eine Unabhängigkeit des Baskenlandes (welches in der Grenzregion zu Frankreich an der Atlantikküste liegt) anstrebt.

Immobilienkauf und Finanzierung in Spanien

Die rechtlichen Bestimmungen über den Handel mit Immobilien unterscheiden sich deutlich zu denen in Deutschland. Im Einzelfall haben sogar „Handschlag“-Geschäfte Gültigkeit. Empfehlenswerter ist es aber, einen schriftlichen Vertrag inklusive Eintragung im Grundbuch unter notarieller Beteiligung zu machen, da dies sicherer im Hinblick auf die Unanfechtbarkeit sowie auf die Abwehr von Ansprüchen Dritter ist. Eine ganz besondere Problematik sind die immer wieder auftretenden Versuche von Steuerhinterziehern, sog. unterverbriefte (hier wird beim Notar ein besonders günstigen Verkaufspreis angegeben) Objekte an einen Käufer zu veräußern. Hierbei umgeht der Verkäufer in den meisten Fällen eine hohe Steuerzahlung, was aber kriminell ist. Für Grundsteuer-Schulden kann ferner ein Übergang auf den Käufer erfolgen, auch wenn dieser davon keine Kenntnis besitzt. Rechtlich und schriftlich abgesichert sollten ebenfalls die Baugenehmigung, die Bewohnbarkeit (hierfür gibt es eine offizielle Bescheinigung!) und eine etwaige Beteiligung an einer Eigentümergemeinschaft sein, da hier hohe Strafen oder Nachzahlungen die Folge sein können, wenn Versäumnisse aufgedeckt werden.