Bauzinsen und ihre Einflussfaktoren sind wichtig für eine Immobilienfinanzierung

Marktzinsniveau als wichtiger Indikator für die Höhe der Bauzinsen: Wichtig im Zusammenhang mit einer Immobilienfinanzierung (z.B. bei einer geplanten Neufinanzierung oder bei der Suche nach einer Anschlussfinanzierung) ist das vorherrschende Marktzinsniveau. Darunter wird die allgemeine Zinssituation am Kapitalmarkt verstanden, welches einen großen Einfluss auf die Konditionenstellung (Bauzinsen etc.) der Kreditinstitute an die Darlehensnehmer hat. So spielen insbesondere konjunkturelle Entwicklungen, makroökonomische Faktoren und die Stabilitätspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) in das Marktzinsniveau ein. Der wichtigste Referenzzinssatz ist der Leitzinssatz, welchen das EZB-Gremium in ihren Sitzungen regelmäßig beschließt. Dieser Zinssatz gibt die Konditionen für Refinanzierungskredite der Banken durch die EZB an und bestimmt somit auch maßgeblich deren Angebotszinssätze. Der ideale Einstiegszeitpunkt ist somit während einer Niedrigzinsphase, weil dann auch die Bauzinsen für Immobilienfinanzierungen auf niedrigem Niveau angesiedelt sind.

Die Bauzinsen sind weiteren Einflussfaktoren unterworfen

Neben dem Marktzinsniveau sind die Bauzinsen zahlreichen weiteren Einflussfaktoren unterworfen. Wichtig sind neben der Bonität auch die Vermögens- und Einkommensverhältnisse des Darlehensnehmers, die Finanzierungsform, persönliche Merkmale, sowie die Umgebungsbedingungen der Immobilie selbst. Je nach Immobilienwert und Lage ergibt sich eine Bewertung einer ggf. notwendigen Wiederverkaufschance, was sich in den Darlehenskonditionen niederschlagen wird. Benötigt der Darlehensnehmer Fremdkapital, welches über einen Beleihungsauslauf von 60% hinausgeht, erhöht sich das Risiko, dass der Kreditgeber bei Zahlungleitzinsentwicklungsproblemen des Finanzierungsnehmers sein Kapital nebst Zinsen nicht vollständig zurückerhält. Dieses Risiko wird in der Regel durch einen Zinsaufschlag eingepreist. Auch die Laufzeit, Zinsfestschreibungsperioden und mögliche Sondertilgungsvereinbarungen haben prägnanten Einfluss auf die Bauzinsen, da die Bank den zugestandenen Kredit refinanzieren muss. Je länger beispielsweise die Laufzeit eines Darlehens ist, umso unsicherer werden die Kosten der Refinanzierung für das Kreditinstitut, weil niemand eine zukünftige Zinsentwicklung vorhersehen kann. Befindet sich der Darlehensnehmer jedoch aufgrund vertraglicher Vereinbarungen für viele Jahre in einer Periode mit festgeschriebenen Sollzinsen, müssen ggf. Zinsrisiken eingepreist werden.

Das Gelingen einer Finanzierung hängt zum großen Teil von den Bauzinsen ab

Die Bauzinsen sind ein sehr wichtiger Faktor bei der Entscheidung für eine Finanzierung, egal ob es sich um eine Neufinanzierung oder z.B. eine Anschlussfinanzierung handelt. Je nach Höhe bestimmen sie letztendlich die finanzielle Gesamtbelastung für den Darlehensnehmer. Aufgrund der zahlreichen Einflussfaktoren muss der Darlehensinteressent anhand seiner persönlichen Situation, den umgebenden Bedingungen der Immobilie und dem Marktzinsniveau entscheiden, ob die geplante Finanzierung erfolgreich verlaufen kann oder ob ein zu hohes Risiko vorliegt.

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