Das Tilgungsdarlehen – der Gegenspieler zum Annuitätendarlehen

Die klassische Baufinanzierung – das Annuitätendarlehen – ist die Präferenz der meisten Immobilienkäufer oder Bauherren. Doch eine Immobilienfinanzierung kann auch mittels des sog. Ratentilgungsdarlehens erfolgen. Doch wann ist diese Alternative die bessere Wahl und wie genau funktioniert sie?

Die Funktionsweise des Ratentilgungsdarlehens am Beispiel

Der Vertragsschluss erfolgt mit fixen Konditionen, d.h. mit immer gleicher Tilgungsrate und Zinsrate, sagen wir einmal mit einer Tilgungsrate von 5% und einer Zinsrate von 4,5%. Da durch die regelmäßigen Tilgungen die Zinslast aber kontinuierlich sinkt, bedeutet dies, dass die 4,5% nach jeder erfolgten Zahlung eine niedrigere zahlbare Rate bewirken. Es verringert sich also der jeweilige Zahlbetrag nach jeder Zahlung. Die Zahlungen erfolgen in der Regel monatlich, d.h. in diesem Fall hätte der Kreditnehmer jeden Monat eine niedrigere Gesamtzahlung zu leisten. Die Unterschiede zum Annuitätendarlehen liegen somit auf der Hand:

  • Statt gleichbleibende Ratenhöhen sind beim Ratentilgungsdarlehen sinkende Raten zu zahlen
  • Die Tilgungsrate liegt im Vergleich höher beim Ratentilgungsdarlehen
  • Tilgung und Zinsen können unterschiedliche Fälligkeiten aufweisen

Zusätzlich (oder alternativ) besteht die Möglichkeit, statt einer fixen Tilgungsrate einen Betrag mit dem Kreditgeber zu vereinbaren, der regelmäßig zu Tilgungszwecken gezahlt wird.

Für wen ist das Tilgungsdarlehen geeignet – Vor- und Nachteile

Das Ratentilgungsdarlehen ist insbesondere für Darlehensnehmer mit guten bis überdurchschnittlichen Einkommensverhältnissen geeignet. Dieser Kundenkreis hat mit der relativ hohen Tilgungsrate kein Problem, da die hierdurch natürlich eine viel höhere monatliche Zahlungsbelastung entsteht als beim Annuitätendarlehen. Der große Vorteil ist, dass hierdurch eine viel geringere Zinslast für den Darlehensnehmer entsteht. Durch die – gerade am Anfang – doch recht hohen Zahlbeträge ist der Darlehensbetrag limitiert, da ansonsten die Beträge nicht mehr aufgebracht werden können. Das Einkommen des Darlehensnehmers sollte zudem sehr sicher sein, da bei einem evtl. Ausfall oder einer Verschlechterung sofort ein finanzielles Problem auftaucht. Die Laufzeiten von Ratentilgungsdarlehen sind in der Regel kürzer als bei Annuitätendarlehen, was die Finanzierung insgesamt überschaubarer macht für den Darlehensnehmer.

Fazit

Das Tilgungsdarlehen ist eine Alternative zum Annuitätendarlehen, wenn die Darlehenssumme nicht zu hoch und die Einkommensverhältnisse überdurchschnittlich gut und gesichert sind. Der Darlehensnehmer profitiert dann von kürzeren Laufzeiten, schnellerer Tilgung und weniger Zinsbelastung. Vor Abschluss sollten die individuellen Verhältnisse jedoch entsprechend geprüft werden. Ist die Zahlung der relativ hohen Tilgung und der variierenden Zinsbelastung nicht wirklich gesichert, können schnell große finanzielle Engpässe entstehen. Es kann daher nur empfohlen werden, sich an einen entsprechend professionellen und möglichst unabhängigen Berater zu wenden.

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