Bausparen – Wer hat’s erfunden?

Die chinesische Kultur hat der westlichen Welt nicht nur Papier, Seide, Schießpulver oder Porzellan gebracht, sondern auch die Urform des Bausparen. Bereits 200 v. Chr. wurde in China der gemeinschaftliche Spargedanke in die Tat umgesetzt, in Form von bausparengemeinnützigen Spargesellschaften während der Han-Dynastie.

Die erste Sparkasse für Bausparen etablierte sich im Jahr 1775 im englischen Birmingham. Darauffolgend zogen die USA, Australien, Neuseeland und Südafrika in den 1830ern Jahren mit eigenen Instituten für einen Bausparvertrag nach. In Deutschland wurde 1885 die „Bausparkasse für Jedermann“ in Bielefeld durch den Pastor von Bodelschwingh gegründet, die damit die erste deutsche Bausparkasse darstellte. Doch erst nach dem Ersten Weltkrieg konnten sich das Bausparen und der Bausparvertrag in Deutschland endgültig durchsetzen, da für den Wiederaufbau ein hoher Finanzmittelbedarf nötig war. Bis dahin hatte es für bauwillige Menschen lediglich eine große Anzahl von kleinen und zum Teil regional begrenzter „Bau- und Sparvereine GmbHs“ gegeben, die meist mit beschränkter Haftung gegründet worden waren. Weiterhin herrschte bis 1930 das sogenannte „Lossystem“ vor, mit dem der Bausparvertrag eher zufällig verteilt wurde. Nun wurde dieses durch ein wesentlich faireres Bewertungsverfahren ersetzt. Der Bewilligung über einen Bausparvertrag war jetzt von der Art und Weise der Sparkapitalbildung des Antragstellers abhängig.

Eine einheitliche und gesetzliche Basis zum Bausparen wurde erst 1973 durch das Bausparkassengesetz und die Bausparkassenverordnung eingeführt. Eine weitere Reformierung des Bausparkassengesetztes im Jahre 1991 ermöglichte den Bausparkassen den Eintritt in den europäischen Binnenmarkt. Ab diesem Zeitpunkt standen auch Blankokredite für Kleinstdarlehen zur Verfügung sowie ein neues umfangreiches Paket für Sicherungsmaßnahmen im Bausparen.

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