Bauzinsen-Entwicklung 2015 – EZB plant keine kurzfristige Zinsanhebung

Auch im Januar / Februar 2015 befinden sich die aktuellen Bauzinsen weiter auf sehr niedrigem Niveau. Etwas überraschend war die leichte Abwärtsbewegung im Januar, weil die Prognosen zum Ende des Jahres 2014 eigentlich von einer eher steigenden Tendenz ausgegangen waren. Mittel- und langfristig sollte dies jedoch trotzdem an dem angenommenen Basisszenario (also dem wahrscheinlichsten Szenario, dass von einem Zinsanstieg bauzinsen-prognose-01022015ausgeht) nichts ändern. Die meisten Fachleute rechnen bereits im Verlauf des Jahres 2015 mit einem Zinsanstieg. Trotz aller Prognosen sind die Bauzinsen derzeit auch unter historischer Betrachtung extrem günstig, weshalb Finanzierungsinteressenten sich jetzt bald entscheiden sollten. Ein weiteres Absinken erscheint unwahrscheinlich – ein Anstieg hingegen sehr bald möglich.

EZB plant keine kurzfristige Zinsanhebung

Der Leitzins, welcher von der Europäischen Zentralbank (EZB) regelmäßig überprüft und ggf. neu festgesetzt wird, ist ein sehr wichtiger Indikator für die Kreditpolitik der Banken. Steigt der Leitzins, ist ebenso mit steigenden Bauzinsen zu rechnen. Auf ihrer Sitzung am 22. Januar 2015 beschloss die EZB ein neues Anleihen-Kaufprogramm mit einem Volumen von 1140 Milliarden Euro und somit eine weitere Lockerung der Geldpolitik. Der Fokus wird dabei auf Staatsanleihen sowie auf Anleihen staatlicher Agenturen liegen. Reicht dies nicht aus, um die Inflationsrate in den künftigen Quartalen deutlich über die 2 %-Marke zu hieven, könnten weitere Maßnahmen folgen. Mit Zinsanhebungen ist aufgrund der noch immer quälend langsamen Wirtschaftserholung und der deflationären Tendenzen derzeit und vor allem kurzfristig eher nicht zu rechnen. Trotzdem könnte sich bei ersten Anzeichen einer Besserung mittelfristig durchaus eine Trendwende abzeichnen.

Immobilieninteressenten müssen auch andere Parameter beachten

Trotz gebotener Entschlussfreudigkeit aufgrund der beschriebenen Zinssituation sollten Immobilieninteressenten nichts überstürzen. So gibt es einige weitere Parameter, die beachtet werden müssen. So hat der anhaltende Niedrigzinstrend bereits zu einer vermehrten Aufnahme von Immobilienfinanzierungen und damit zu einer entsprechenden Kauftätigkeit geführt. Die Preise für Immobilien sind vielerorts entsprechend gestiegen, was eine entsprechend ausgiebige Prüfung auf die Werthaftigkeit der Immobilie vor einer Kaufentscheidung notwendig macht. Auch die Preise für Baumaterialien und immobilienverwandte Dienstleistungen sowie die Grunderwerbsteuern in manchen Bundesländern sind teils merklich angestiegen. Trotz einer zinsgünstigen Finanzierung kann somit durch erhöhte Nebenkosten noch immer eine vergleichsweise hohe Gesamtkostenbelastung entstehen. Auch wenn die Zinskonditionen natürlich sehr wichtig sind, um sich für oder gegen eine Immobilienfinanzierung entscheiden zu können, sollte das Vorhaben in Gänze und in planerischer Detailtreue eingehend geprüft werden.

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