Beamtendarlehen als alternative Kapitalbeschaffung

Beamtendarlehen werden mittlerweile von vielen Kreditinstituten (wie Banken, Versicherungsgesellschaften etc.) angeboten und richten sich an Beamte, öffentlich Angestellte, Richter, Soldaten usw. Hierbei werden die Einkünfte als ausreichende Sicherheit anerkannt und ermöglichen ein günstiges und langfristiges Darlehensangebot. Bei einem Beamtendarlehen gibt es keine Zweckbindung, d. h. das Kapital kann frei verwendet werden. Die Laufzeiten variieren beamtendarlehenzwischen 12 und Jahren und die maximale Darlehenssumme ist begrenzt (je nach Anbieter, beispielsweise 50.000 Euro oder 60.000 Euro). Typisch für ein Beamtendarlehen ist die Verflechtung mit einem Tilgungsträger, nämlich einer Kapitallebensversicherung. Für die Rückzahlung bedeutet dies, dass der Darlehensnehmer lediglich die anfallenden Zinsen für das Darlehen zahlt und keine Tilgung. Dafür zahlt er in den zusätzlich abgeschlossenen Lebensversicherungsvertrag ein, dessen Laufzeit genauso lang ist wie die Laufzeit des Darlehens. Am Ende dient dann die Ablaufleistung aus der Kapitallebensversicherung als Tilgung für die Darlehensschuld. Trotzdem sind während der Laufzeit auch kostenfreie Sondertilgungen möglich.

Für wen sind Beamtendarlehen geeignet?

Grundsätzlich sind Beamtendarlehen meist nicht für Immobilienfinanzierungen geeignet, da ihre Maximalsummen begrenzt sind. In Frage kommen da eher Ablösungen für andere (ggf. teurere) Kredite oder als Liquidität für bestimmte Anschaffungen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass andere (auch möglicherweise zweckgebundene) Kreditformen eventuell günstiger oder für die individuelle Finanzsituation passender sein können. Die Vergabe nur an Beamte ist nicht überall strikt reglementiert, denn der Begriff des Beamtendarlehens an sich ist nicht geschützt. Es liegt also an den Anbietern, wer ein solches Darlehen bekommt und wer nicht.

Vorteile und Risiken

Beamtendarlehen haben besonders den Vorteil, dass sie keiner aufwändige Sicherheitenstellung bedürfen – das regelmäßige Einkommen des Darlehensnehmers ist als Sicherheit ausreichend. Die verbundene Lebensversicherung schützt auch die Angehörigen und eine eventuelle Dienstuntauglichkeit kann ebenfalls abgesichert werden. Darüber hinaus ist ein Beamtendarlehen sehr gut kalkulierbar und ermöglicht auch kostenfreie Sondertilgungen.
Allerdings ergeben sich insbesondere aus der Verbindung mit einer Kapitallebensversicherung auch Risiken: Entwickelt sich das Kapital nicht wie erwünscht (z. B. durch sinkende Überschussbeteiligungen bei schlecht laufendem Kapitalmarkt), reicht die Ablaufleistung ggf. nicht für die Tilgung aus. Es kann unter Umständen günstiger sein, eine andere Darlehensform zu wählen und Kapital anderweitig anzulegen. Zudem sind die Konditionen des Darlehens selbst nicht unbedingt die günstigste Möglichkeit der Kapitalbeschaffung am Finanzmarkt. Ein ausgiebiger Vergleich aller Möglichkeiten sollte daher am Anfang stehen.

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