Der ERP-Gründerkredit der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau)

Männchen Start-upDer staatlich über die KfW geförderte ERP-Gründerkredit kann für Investitionen wie die Anschaffung von Produktionsanlagen, Maschinen, Computertechnik oder auch für Immobilien, Firmenfahrzeuge und weitere Kosten wie Baukosten oder Kosten für Einrichtungsmaterialien verwendet werden. Eine Finanzierung von Betriebsmitteln wie z. B. Personalkosten, Mieten oder Material- und Warenlager und der Kauf von Unternehmen bzw. Unternehmensanteilen bei Übernahme einer Geschäftsleitungsfunktion ist ebenfalls möglich.

Der ERP-Gründerkredit ist dabei für die Unterstützung von Existenzgründern, Nachfolger in einem Unternehmen oder generell von jungen Unternehmen (bis 3 Jahre am Markt) gedacht. Für ältere Unternehmen, Firmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten oder große Unternehmen kommt ein ERP-Gründerkredit nicht in Frage.

Wie sind die Konditionen des ERP-Gründerkredits?

Die Finanzierung der Vorhaben mit bis zu 10 Millionen Euro ist bei einem Gründerkredit möglich – bei bis zu 20 Jahren Laufzeit und flexibler Kombinationsmöglichkeit mit anderen Förderungen. Eigenkapital ist dabei zwar nicht vorgeschrieben (das Vorhaben ist also auch zu 100 % finanzierbar), allerdings ist durch die Einbringung eines Eigenkapitalanteils eine bessere Verhandlungsposition mit der Partnerbank gegeben. Die Zinskonditionen sind äußerst günstig (da staatlich gefördert) ab 1 % effektivem Jahreszins vereinbar bei bis zu drei tilgungsfreien Startjahren. Die Auszahlung der Kreditsumme erfolgt zu 100 %. Nach der Kreditzusage hat der Antragsteller bis zu 12 Monate Zeit, die Kreditsumme abzurufen, die Rückzahlung erfolgt über die involvierte Geschäftsbank. Auch außerplanmäßige Tilgungen sind möglich, allerdings sind diese nicht kostenfrei. Zu beachten ist, dass die Förderkredite als „Beihilfen“ um Sinne von Subventionen gelten.

Wie funktioniert die Beantragung?

Der ERP-Gründerkredit (Kennnummer: 068) wird über die Hausbank des Unternehmens bzw. des Freiberuflers beantragt. Die Art und die Höhe der Sicherheiten sowie der Zinssatz werden dabei mit der Bank fixiert, die Antragsformulare für die Förderung werden von dieser an die KfW durchgeleitet. Die genaue Höhe des Zinssatzes hängt von mehreren Faktoren ab, da u.a. die gestellten Sicherheiten, die Laufzeit und die Risikoeinschätzung des Kreditinstituts eine Rolle spielen. Wird beispielsweise eine sehr kurze Laufzeit vereinbart, wird der Zinssatz tendenziell günstiger. Es ist durchaus denkbar, dass ein Kreditinstitut beim Kreditangebot aufgrund der Risikoeinstufung einen schlechteren Zinssatz offeriert als eine andere. Basiert der Antrag auf der Absicht, aus einem bisherigen Nebenerwerb Squareeinen Haupterwerb zu schaffen, muss diese Absicht glaubhaft dargelegt werden. Als Nebenerwerb wird dabei definiert, wenn die Einkünfte aus der Beschäftigung im Vergleich zum Erhalt von Sozialleistungen oder zu vergleichbaren Einkünften aus einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis niedriger ausfallen.

Weitere, wichtige Tipps

Der ERP-Gründerkredit muss VOR Beginn des Vorhabens bei der Hausbank beantragt werden. Die Bank berät den Interessenten bei den ersten Gesprächen hinsichtlich der zu erfüllenden Voraussetzungen und der weiteren Vorgehensweise. Der Interessent sollte sich bereits im Vorfeld darüber Gedanken machen, wieviel Kapital er benötigt, welche Sicherheiten eingebracht werden können und wieviel Eigenkapital zur Verfügung steht. Auch die resultierende Abzahlungslast sollte finanziell geschultert werden können. Da das finanzierende Kreditinstitut entscheidet, ob sie das Vorhaben begleiten möchte oder nicht, sollten auch eine detaillierte und realistische Geschäfts- bzw. Ertragsplanung sowie ein möglichst genaue Vorstellung der nötigen Investitionen vorliegen.

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