Bei der Festgeldanlage wird für einen bestimmten Zeitraum (z. B. 12 Monate oder 5 Jahre usw.) einer fester Zinssatz zwischen Anbieter (Bank oder Sparkasse) und Anleger vereinbart. Der dabei vereinbarte Festzins ist abhängig von der Anlagedauer, dem Anlagebetrag und dem Zinsniveau am Markt. Je länger die Anlagedauer und je höher der Anlagebetrag sind, umso höher wird der Festzins sein. Der Anleger kann so mit einer sicheren Zinseinnahme kalkulieren, gelangt jedoch im Gegenzug nicht vorzeitig an die Anlagesumme. Möchte der Anleger vor dem Ablauf der vereinbarten Anlagedauer an sein Geld, ist dies in der Regel mit einem erheblichen Zinsverlust verbunden.

Anlagebetrag
Euro
Anlagedauer
Einlagensicherung
 
Einlagen-
sicherung
Ertrag
Rendite
* Werte für gewählten Zeitraum, die Berechnung erfolgt auf Basis der aktuellen Zinssätze vom 20.11.2018. Alle Angaben ohne Gewähr, © 2017 financeAds.net
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Festgeld-Sparergebnis

Bei der Festgeldanlage werden zwischen Anleger und Anbieter ein Festzins und eine Anlagedauer vereinbart. Aus diesen Komponenten errechnet sich das Sparergebnis, also der finale Erfolg der vereinbarten Kapitalanlage. Insbesondere bei Anlagedauern über 1 Jahr wirken sich die gutgeschriebenen Zinsen in Form eines Zinseszinseffektes auf das Sparergebnis aus, da die üblicherweise nach 1 Jahr gutgeschriebenen Zinsen im nächsten Jahr mitverzinst werden. Beispiel: Werden 5.000 Euro über 3 Jahre zu 4 % angelegt, beträgt das Sparergebnis nach 3 Jahren 12,49 % – dies gilt allerdings nur für Festgeldanlagen, in denen der jeweilige Zinsertrag jährlich dem Anlagekonto gutgeschrieben und mitverzinst wird. Bei Anlagen, wo der Zins beispielsweise auf ein separates Konto des Anlegers ausgezahlt (und daher nicht mitverzinst) wird, beträgt das Sparergebnis genau 12 %.

Festgeld-Laufzeit

Bei Vereinbarung einer Festgeldanlage wird eine bestimmte Laufzeit festgelegt, die Grundlage des gewährten Guthabenzinses ist. Die offerierten Laufzeiten können je nach Anbieter differieren, üblich sind Laufzeiten zwischen 3 Monaten und mehreren Jahren. Der Anleger erhält für längere Laufzeiten in der Regel höhere Zinsen, jedoch partizipiert er dann nicht an ggf. stattfindenden Marktzinsaufschlägen. Der Interessent sollte sich also gut überlegen, für welchen Zeitraum er sich für eine Festgeldanlage entscheidet. Während der Laufzeit kommt der Anleger nicht an sein Kapital – muss der Vertrag trotzdem gekündigt werden, bedeutet dies normalerweise hohe Zinsverluste und ggf. die Zahlung weiterer Gebühren.

Festgeld-Mindestanlage

Eine Festgeldanlage ist grundsätzlich als Einmalanlage zu verstehen – aus diesem Grund verlangen Banken bzw. Sparkassen meist eine Mindestsumme als Anlagesumme. Zum einen kommt nur so ein nennenswertes Sparergebnis dabei heraus und zum anderen muss ein gewisses Kosten-Nutzen-Verhältnis auf Seiten des Geldinstituts beachtet werden. Mindestanlagen können von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich sein, einige Anbieter bieten bereits Festgeldanlagen ab 500 Euro an, andere hingegen verlangen 2.000 oder 5.000 Euro. Manche Anbieter deckeln die mögliche Summe auch (ein sog. maximaler Anlagebetrag), um so attraktivere Konditionen anbieten zu können.

Festgeld-Konto

Für die Einrichtung einer Festgeldanlage wird ein Festgeld-Konto bei dem entsprechenden Geldinstitut benötigt. Dies wird in aller Regel kostenlos und ohne weitere Bedingungen für den Kunden angelegt. Lediglich die Einzahlung bzw. Überweisung des vereinbarten Anlagebetrages ist notwendig. Je nach Anbieter werden auch die Zinsen auf diesem Festgeld-Konto verbucht oder aber auf ein separat zu benennendes Konto überwiesen. Am Ende der Laufzeit kann der Anleger entscheiden, ob eine erneute Festgeldanlage (Prolongation) oder die Auszahlung des Betrages stattfinden soll. Erfolgt keine Antwort auf das Anschreiben des Geldinstitutes, wird meist eine automatische Prolongation zu den aktuellen Marktkonditionen erfolgen.

Festgeld-Kündigung

Die Vereinbarung einer Festgeldanlage beinhaltet die Kapitalbindung über den festgeschriebenen Zeitraum (Laufzeit). Möchte der Anleger während dieser Laufzeit an sein Kapital gelangen, so ist dies je nach Anbieter entweder gar nicht möglich oder nur mit hohen Zinsverlusten und / oder der Zahlung von weiteren Gebühren. Festgeld sollte deshalb nur als Anlagealternative in Betracht gezogen werden, wenn der Anleger sich völlig sicher ist, den Anlagebetrag während der vereinbarten Laufzeit wirklich nicht zu benötigen. Die Alternative zu einer Festgeldanlage wäre dann z. B. eine Tagesgeldanlage mit täglicher Kündigungsmöglichkeit.

Festgeld-Einlagensicherung

In Deutschland gibt es zwei unterschiedliche Arten der Einlagensicherung für angelegte Festgelder von Kunden: Erstens existiert eine europäische Regelung, mit der seit 2011 insgesamt 100.000 Euro staatlich garantiert werden müssen. Neben dieser gesetzlich festgeschriebenen Sicherung haben sich die Geldinstitute in Deutschland in der großen Mehrzahl entsprechenden Einlagensicherungsfonds angeschlossen, die für ihre Kunden teils sehr viel höhere Einlagensicherungen garantieren – bis zu Größenordnungen von mehreren Millionen Euro je Anleger. Damit ist selbst bei einer Zahlungsunfähigkeit des Geldinstituts sichergestellt, dass der Anleger sein investiertes Kapital garantiert zurück erhält. Festgeldanlagen gehören somit zu den sichersten Geldanlagen überhaupt.

Festgeld und Abgeltungssteuer

Zinseinnahmen durch Festgeldanlagen unterliegen in Deutschland der Abgeltungssteuer. Diese beträgt 25 % der erzielten Zinseinkünfte plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Es existiert allerdings ein Sparer-Freibetrag für Alleinstehende von 801 Euro und für Paare von 1.602 Euro je Kalenderjahr. Sind die gesamten, angefallenen Zinserträge unter diesen Grenzen, so sind diese steuerfrei. Zur Vermeidung der automatischen Steuerabführung durch das Geldinstitut an das Finanzamt bei einer Zinsgutschrift kann der Anleger einen sog. Freistellungsauftrag an das Geldinstitut erteilen. Der mögliche Freibetrag kann auch durch Ausstellung mehrerer Freistellungsaufträge auf mehrere Geldinstitute aufgeteilt werden. Der maximale Freibetrag darf dabei jedoch nicht überschritten werden. Werden im Jahr höhere Zinseinnahmen als die angegebenen Summen vereinnahmt, muss der Anleger alle angefallenen Zinserträge in der Steuererklärung angeben.