Vermögensaufbau mit einem Fondssparplan

Ein Fondssparplan ist – ähnlich einem herkömmlichen Banksparplan – gekennzeichnet durch regelmäßige Einzahlungen, welche auch in kleinen Beträgen (z. B. 50 Euro monatlich oder vierteljährlich) möglich sind. Diese Beträge werden jedoch nicht einfach auf einem Anlagekonto gesammelt und verzinst, sondern fließen in den Erwerb von Fondsanteilen. Diese Fondsanteile wiederum werden dann auf dem Wertpapierdepot gesammelt und bauen sich so nach und nach zu einem beträchtlichen Wertpapiervermögen auf. Der Vermögensaufbau mit einem Fondssparplan bringt in der Regel vor allem über längere Zeiträume viel höhere Renditen als ein einfacher Banksparplan. Dabei sind die investierten Beträge niemals lange gebunden, denn der Anleger kann bei Bedarf bzw. Notwendigkeit jederzeit die angesammelte Fondsanteile veräußern und so an sein Kapital gelangen.

Ein Fondssparplan erfordert nicht unbedingt einen Vertrag

Die Einrichtung eines Fondssparplanes ist sehr einfach und prinzipiell ohne vertragliche Bindung möglich. Lediglich ein Depotkonto und ein Verrechnungskonto sind notwendig, um die Transaktionen zu ermöglichen. Dabei kann der Anleger selbst Einzahlungsintervall und Fonds bestimmen und den Sparplan jederzeit ohne großen Aufwand aussetzen oder ganz beenden. Außer den jeweiligen Transaktionskosten fallen keine weiteren Kosten an, viele Direktbanken bieten sogar besondere Rabatte bei Einrichtung eines Fondssparplanes an. Eine kleine Einschränkung gibt es allerdings bei der Fondsauswahl: Es sind bei weitem nicht alle in Deutschland zugelassenen Fonds sparplanfähig. Welche Fonds hierfür genutzt werden können, erfährt der Anleger bei seiner Depotbank oder Sparkasse. Ein Vergleich bietet sich an, da z. B. unterschiedliche Banken auch unterschiedliche Fonds im Sparplanangebot haben und unterschiedliche Rabatte gewähren. Darüber hinaus gibt es einige Anbieter, die Fondssparpläne mit vertraglicher Grundlage anbieten – dies ist insbesondere dann der Fall, wenn eine zertifiziertes Altersvorsorgeprodukt (z. B. eine „Riester-Rente“) als Anlagemodell gewählt wurde.

Fondsparpläne sind ideal für Einsteiger

Mittels eines Fondssparplanes können auch Einsteiger an den Renditechancen der Finanzmärkte partizipieren. Auch ohne großes Fachwissen können Fondssparpläne eingerichtet werden, ohne dass der einzelne Anleger sich große Gedanken um die einzelnen Wertpapierkandidaten machen muss. Das Fondsmanagement kümmert sich um die Investition in Einzeltitel und schichtet das Portfolio bei Bedarf entsprechend um. Besonders unter langfristiger Betrachtung zählt die Entwicklung von Fonds zu den Renditefavoriten vieler Fachleute – dies ist auch der Grund, warum Fondssparpläne z. B. zur Altersvorsorge sehr zu empfehlen sind. Eines muss der Anleger allerdings am Anfang doch tun: Nämlich den zu besparenden Fonds auswählen. Dies ist nicht immer einfach und jeder Interessent sollte sich mindestens anhand der Fondsprospekte zu den angebotenen, sparplanfähigen Fonds informieren – welche Anlageziele werden verfolgt, wie ist das Risikoprofil etc. Ist die Auswahl jedoch erst einmal getroffen, kann der Anleger sich prinzipiell entspannt zurücklegen. Die meisten Experten empfehlen, sich von Zeit zu Zeit über die Wertentwicklung der Anlage zu informieren und ggf. umzuschichten, wenn sich eine langfristige, negative Entwicklung abzeichnen sollte.

Der „Cost-Average“-Effekt

Bei einem Fondssparplan tritt ein sog. „Cost-Average“-Effekt auf. Dieser ergibt sich aus den regelmäßigen, gleich hohen Anlagebeträgen: Ist der Fondskurs zum Kaufzeitpunkt vergleichsweise hoch, werden relativ wenige Anteile für den Betrag erworben, bei niedrigen Kaufkursen dagegen relativ viele Anteile. Im Laufe der Zeit entsteht so ein „Durchschnittskaufkurs“, welcher der jeweiligen Wertentwicklung des Fonds folgt. Ein ungünstiger Einstiegszeitpunkt – wie das z. B. bei Einmalkäufen von Wertpapieren passieren kann – ist somit nicht möglich. Der Cost Average-Effekt ist somit ein positiver Effekt für den Anleger.

Anlagemöglichkeiten mit einem Fondssparplan

Die Anlagemöglichkeiten erstrecken sich von reinen Aktien- oder Anleihen- auch auf Mischfonds und Fonds mit besonderen Anlageschwerpunkten (wie beispielsweise themen- oder ortsbezogene Anlagefonds). Damit sind verschiedene Risikoklassen verbunden – daher sollte der Anleger sich gut informieren, in welchen Fonds er investieren möchte. Für Einsteiger empfiehlt sich ein besonders breit anlegender Fonds mit kalkuliertem Risiko – hier gibt es auch „Absolute Return“-Fonds, die mindestens den Erhalt des eingesetzten Kapitals über die Laufzeit garantieren. Profis können ebenfalls günstig mit Fondssparplänen ihre speziellen Anlagevorstellungen verfolgen: Sie können einen oder mehrere Spezialfonds als Fondssparplan einrichten, um so ebenfalls vom Cost Average-Effekt profitieren.

Fazit

Fondssparpläne sind vergleichsweise einfach und kostengünstig einzurichten, wobei grundsätzlich keine großen Finanzmarktkenntnisse notwendig sind. So gut wie jede Depotbank und auch einige spezielle Anbieter offerieren entsprechende Möglichkeiten. Fondssparpläne sind dabei ideal für die private Vermögensanlage oder die Altersvorsorge geeignet (ggf. sogar mit staatlichen Zuschüssen wie z. B. bei der Riester-Rente) und sind jederzeit in ihrer Wertentwicklung nachverfolgbar. Der Anleger benötigt lediglich einige Vorabinformationen über die Anlagepolitik und die Risikoklasse der angebotenen, sparplanfähigen Fonds – diese Informationen lassen sich sowohl im verbindlichen Fondsprospekt oder über unabhängige Analysen beziehen. Fondssparpläne bieten dabei viele Vorteile: Vom Cost Average-Effekt über flexible Aussetzung oder Beendigung bis zu möglichen Engagement bereits mit kleinen Anlagesummen. Besonders langfristig lohnt sich die Kapitalanlage mit einem Fondssparplan, denn die Renditen sind hier in der Regel deutlich höher als z. B. mit einem Sparbuch oder einem Festgeldkonto.