Tagesgeld ist eine verzinsliche Geldanlageform, welche täglich kündbar ist – d. h. der Anleger kann die volle Anlagesumme jederzeit abrufen. Rein theoretisch kann das Geldinstitut, bei dem das Tagesgeldkonto geführt wird, jeden Tag einen anderen Zinssatz bekanntgeben – in der Realität sind die Zinsen jedoch meist viele Monate konstant. Ein für diese Anlage notwendiges Tagesgeldkonto (ein reines Guthabenkonto) kann in der Regel sehr einfach und kostenlos bei vielen Geldinstituten eröffnet werden. Der Anbieter benötigt dazu ein Referenzkonto, auf welches die Auszahlungen überwiesen werden – dieses Referenzkonto muss dabei nicht zwingend beim Anbieter des Tagesgeldkontos bestehen. Alle Tagesgeldeinlagen unterliegen der Einlagensicherung.

Anlagebetrag
Euro
Anlagedauer
Einlagensicherung
 
Einlagen-
sicherung
Ertrag
Rendite
* Werte für gewählten Zeitraum, die Berechnung erfolgt auf Basis der aktuellen Zinssätze vom 19.09.2018. Alle Angaben ohne Gewähr, © 2017 financeAds.net
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Tagesgeld-Zinsen

Bei der Anlage von Tagesgeld erhält der Anleger einen variablen Zins. Dieser Zins orientiert sich am Marktzinsniveau und kann auch von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich sein. Oft werden Werbeaktionen zur Neukundengewinnung ins Leben gerufen, die einen besonders attraktiven Zins offerieren – meist ist dieser zeitlich begrenzt oder an bestimmte Voraussetzungen gebunden. Unterschiede gibt es auch beim Zeitpunkt der Zinsgutschrift: So erfolgt bei einigen Anbietern z. B. eine quartalsweise Zinsgutschrift (Vorteil: Diese Zinsen werden nach erfolgter Gutschrift mit dem aktuellen Zins weiter mitverzinst), bei anderen erfolgt die Zinsgutschrift nur einmal jährlich am Jahresende. Der Interessent ist also gut beraten, hier einen ausgiebigen Vergleich zu starten, bevor er sich für einen Anbieter entscheidet.

Tagesgeld-Zinsstaffel

Bei den unterschiedlichen Angebotskonditionen der verschiedenen Geldinstitute gibt es oft sog. Zinsstaffeln für Tagesgeldanlagen. Hierbei verändert sich der Guthabenzinssatz mit der Höhe des Anlagebetrages. So ist z. B. denkbar, dass ein Anbieter einen höheren Zinssatz für höhere Anlagebeträge gewährt. Bei vielen Neukundenangeboten ist es dagegen oft umgekehrt: Ein Werbezinssatz für Neukunden wird meist nur bis zu bestimmten Einlagehöhen (beispielsweise 10.000 Euro) gewährt, für höhere Beträge hingegen werden nur die marktüblichen Zinsen gutgeschrieben.

Tagesgeld-Laufzeit

Da Tagesgeldguthaben täglich verfügbar sind, gibt es bei Tagesgeldanlagen keine Laufzeiten. Damit eignet sich diese Anlageform insbesondere zum kurzfristigen „Parken“ von Geldern. Benötigt ein Anleger einen bestimmten Betrag garantiert für längere Zeit nicht, sollte er sich nach Anlagemöglichkeiten mit festgelegten Laufzeiten umschauen, da diese in der Regel höherverzinst sind – z. B. Festgeld oder Anleihen.

Tagesgeld-Mindestanlage

Die Kapitalanlage auf einem Tagesgeldkonto ist normalerweise nicht an einen Mindestanlagebetrag gebunden. So können auch kleine Beträge und Sparpläne in beliebiger Höhe und mit beliebigen Einzahlungsterminen angelegt werden. Grundsätzlich ist die Tagesgeldanlage eine sehr unkomplizierte Geldanlagemöglichkeit und an so gut wie keine Vorgaben gebunden. Einige Anbieter limitieren allerdings den Höchstanlagebetrag (z. B. max. 50.000 Euro). Dies hat den Grund, dass ein guter Zinssatz für Tagesgeldeinlagen nur bis zu einem gewissen Maß für den Anbieter kalkulierbar ist – über diesen Summen würden die Zinszahlungen an die Anleger die Kostenseite des Geldinstitutes zu sehr belasten.

Tagesgeld-Konto

Die Anlage von Tagesgeld erfolgt auf einem eigens für diesen Zweck einzurichtenden Konto. Dieses Konto ist ein reines Guthabenkonto (kann also nicht „überzogen“ werden) und in der Regel kostenfrei. Ein Tagesgeld-Konto ist kein vollwertiges Geschäftskonto, d. h. es können keine Überweisungen an beliebige Empfänger in Auftrag gegeben werden. Vielmehr ist ein Referenzkonto (z. B. ein Girokonto, welches auch bei einer anderen Bank oder Sparkasse sein kann) anzugeben, auf das alle Auszahlungen des Tagesgeld-Kontos überwiesen werden. Bei manchen Anbietern können Einzahlungen auf das Tagesgeld-Konto ebenfalls nur vom hinterlegten Referenzkonto erfolgen, bei der großen Mehrzahl allerdings sind Einzahlungen auch von anderen Konten möglich.

Tagesgeld-Kündigung

Die Einlagen auf einem Tagesgeld-Konto sind täglich kündbar – das bedeutet, dass vorhandenes Guthaben jeden Tag abgerufen werden kann. Damit kann der Anleger zu jedem Zeitpunkt über sein Geld verfügen, wenn dieses benötigt wird. Es wird keine Kündigung benötigt und es werden auch keine Vorfälligkeitsabschläge oder „Strafzinsen“ berechnet. Dies ist besonders dann vorteilhaft, wenn der Anleger nicht sicher ist, wann er das Anlagekapital zurückbenötigt.

Tagesgeld-Einlagensicherung

Bei deutschen Geldinstituten sind Tagesgeldeinlagen auch bei einer Insolvenz des Anbieters als sehr sicher zu bezeichnen. Die Einlagen sind seit 2011 einerseits durch eine EU-weite Regelung bis zu 100.000 Euro zu 100 % staatlich abgesichert und andererseits durch ein erweitertes, bankenabhängiges Sicherungssystem bis zu sehr viel höheren Anlagesummen – im BdB (Bundesverband deutscher Banken) beispielsweise existiert ein Einlagensicherungsfonds für die angeschlossenen Banken, der Beträge auch in mehrfacher Millionenhöhe absichert. Auch für Sparkassen oder Volks- und Raiffeisenbanken existieren vergleichbare Sicherungen.

Tagesgeld und Abgeltungssteuer

Auf Zinserträge aus Tagesgeldanlagen sind grundsätzlich Abgeltungssteuer (derzeit 25 % der Zinseinnahmen) plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer zu zahlen. Allerdings existiert ein Freibetrag (derzeit 801 Euro für Singles und 1.602 Euro für Ehepaare) für Zinserträge innerhalb eines Jahres. Unterhält der Anleger mehrere Anlageformen (wie z. B. weitere Tagesgeldanlagen, Sparbücher oder Sparpläne) aus denen Zinserträge kommen, gilt dieser Freibetrag für alle Erträge zusammen. Der Anleger kann durch einen sog. Freistellungsauftrag das jeweilige Geldinstitut anweisen, keine Steuern auf erhaltene Zinserträge abzuführen. Ohne diese Freistellung werden die fälligen Steuern automatisch an das Finanzamt abgeführt, worüber ein entsprechender Nachweis erstellt wird.