Hamburger zahlen am meisten: Immobilienpreise im Bundesländer-Vergleich

Lübeck, 19. März 2019. Wie viel geben Käufer für die eigenen vier Wände aus? In welchem Bundesland zahlen Interessenten am wenigsten für Immobilien? Wo sind die Preise am stärksten gestiegen? Der Finanzdienstleister Dr. Klein hat die im Jahr 2018 tatsächlich bezahlten Preise für Wohnungen und Häuser deutschlandweit ausgewertet und mit denen des Vorjahres und vor fünf Jahren verglichen.

Bei dem Blick auf die Medianpreise vom Jahr 2013 möchte so manch ein Häuslebauer und Wohnungskäufer wohl gerne eine Reise in die Vergangenheit unternehmen. Das gilt nicht nur für die großen Städte wie Berlin, wo Käufer im Vergleich zum Jahr 2018 im Schnitt fast 50 Prozent weniger für ihr Eigenheim gezahlt haben, sondern auch für das Umland: Brandenburger gaben fünf Jahre zuvor sogar rund 70 Prozent weniger für Wohnungen aus. Dies sei laut André Greschkowiak, Spezialist für Baufinanzierung bei Dr. Klein in Potsdam, eine Kettenreaktion: „Berlin wurde lange unterschätzt und Immobilien waren günstig. Nun boomt die Hauptstadt und zieht andere mit: zuerst Potsdam und mittlerweile viele weitere Gebiete in Brandenburg“, konstatiert er und erklärt weiter: „Viele Berliner wollen sich den Wunsch nach den eigenen vier Wänden erfüllen und weichen dafür nach Brandenburg aus. Damit beleben sie sowohl die vom Aussterben bedrohten Orte auf dem Land als auch die Brandenburger Immobilienpreise.“

Wohnungen versus Häuser: Das sind die Unterschiede

In den meisten Bundesländern lassen sich Immobilienkäufer Wohnungen mehr kosten als Häuser. Nur in Nordrhein-Westfalen, Bremen und im Saarland liegen die durchschnittlich gezahlten Wohnungspreise unter denen von Häusern. Egal ob Häuser oder Wohnungen: Die Hamburger geben mit gemittelten Preisen von 4.370 €/qm bzw. 3.690 €/qm im Jahr 2018 im bundesweiten Vergleich am meisten aus. Die Saarländer hingegen durchschnittlich fast 3.000 €/qm weniger für Wohnungen und rund 2.300 €/qm weniger für Häuser. Damit investieren sie die geringsten Beträge in die eigenen vier Wände.

Tabelle: Preise für Wohnungen (Bestand, Neubau) 2018

Medianpreis €/qm 2018 Medianpreis €/qm 2017 Medianpreis €/qm 2013 Vergleich Vorjahr Vergleich fünf Jahre
Hamburg 4.370 4.123 3.389 5,99% 28,95%
Bayern 4.031 3.982 2.565 1,24% 57,19%
Berlin 3.750 3.355 2.564 11,78% 46,27%
Baden-Württemberg 2.968 2.709 1.841 9,57% 61,24%
Hessen 2.929 2.728 2.000 7,37% 46,43%
Brandenburg 2.675 2.527 1.575 5,82% 69,81%
Schleswig-Holstein 2.571 2.293 1.832 12,15% 40,34%
Mecklenburg-Vorpommern 2.500 2.429 1.857 2,91% 34,62%
Rheinland-Pfalz 2.204 2.063 1.583 6,86% 39,25%
Sachsen 2.120 1.990 1.681 6,52% 26,14%
Niedersachsen 2.062 1.968 1.420 4,76% 45,23%
Nordrhein-Westfalen 1.966 1.912 1.616 2,78% 21,64%
Thüringen 1.880 1.799 1.924 4,53% -2,29%
Bremen 1.851 1.772 1.261 4,46% 46,76%
Sachsen-Anhalt 1.606 1.304 1.244 23,17% 29,10%
Saarland 1.389 1.694 1.128 -18,01% 23,16%
Tabelle: Preise für Wohnungen (Bestand, Neubau) 2018

Tabelle: Preise für Häuser (Bestand, Neubau) 2018

Medianpreis €/qm 2018 Medianpreis €/qm 2017 Medianpreis €/qm 2013 Vergleich Vorjahr Vergleich fünf Jahre
Hamburg 3.690 3.313 2.738 11,41% 34,81%
Berlin 3.111 2.837 2.125 9,68% 46,41%
Baden-Württemberg 2.678 2.554 1.969 4,83% 35,98%
Bayern 2.677 2.516 2.003 6,40% 33,63%
Hessen 2.308 2.250 1.824 2,57% 26,51%
Brandenburg 2.214 2.066 1.601 7,17% 38,28%
Nordrhein-Westfalen 2.192 2.120 1.780 3,37% 23,15%
Schleswig-Holstein 2.189 2.072 1.720 5,68% 27,28%
Sachsen 2.013 1.901 1.576 5,93% 27,78%
Bremen 1.947 1.950 1.488 -0,13% 30,88%
Niedersachsen 1.923 1.857 1.478 3,55% 30,15%
Rheinland-Pfalz 1.878 1.878 1.565 0,00% 20,01%
Mecklenburg-Vorpommern 1.816 1.739 1.392 4,41% 30,40%
Thüringen 1.706 1.521 1.333 12,18% 27,98%
Sachsen-Anhalt 1.557 1.504 1.222 3,51% 27,36%
Saarland 1.400 1.356 1.166 3,24% 20,14%
Tabelle: Preise für Häuser (Bestand, Neubau) 2018

Wohnungsmarkt: starker Preisanstieg seit 2013 – besonders in Bayern

Der Fünfjahresvergleich bei Wohnungen zeigt: In allen Bundesländern sind die durchschnittlich gezahlten Preise nach oben geklettert. Besonders deutlich macht sich diese Entwicklung bei Neubauten in Berlin (plus 60,81 Prozent) und bei Altbauten in Bayern (plus 68,97 Prozent) bemerkbar. Aber auch bei neugebauten Appartements belegt Bayern einen Spitzenplatz: Im Jahr 2018 legten bayerische Käufer im Mittel 519.600 Euro für eine 100-Quadratmeter-Wohnung auf den Tisch – so viel wie in keinem anderen Bundesland. „Bayern ist eine wirtschaftsstarke Region, sodass die Immobilienpreise im gesamten Land hoch sind. Wohnungen sind nicht nur für Selbstnutzer, sondern auch für Kapitalanleger interessant. Das treibt die Preise zusätzlich in die Höhe“, stellt Karin Fuhrmann, Spezialistin für Baufinanzierung von Dr. Klein in Augsburg, fest. Die derzeit niedrigen Zinsen bieten für viele dennoch einen Kaufanreiz. Um sich bei der Finanzierung auch für Zeiten steigender Zinsen zu rüsten, empfiehlt Karin Fuhrmann, eine langfristige Zinsbindung zu vereinbaren und die Möglichkeiten der Sondertilgung zu nutzen.

Bei den Bestandswohnungen wird Bayern nur von Hamburg überholt: Mit 3.851 €/qm griffen die neuen Besitzer in der Hansestadt am tiefsten in die Tasche. Wer nach günstigem Wohnraum sucht, hat im Saarland die besten Chancen: Hier zahlen Wohnungskäufer durchschnittlich rund 2.500 Euro weniger pro Quadratmeter als in den Rekordhalter-Bundesländern.

Tabelle: Preise für Wohnungen Bestand 2018

Medianpreis €/qm 2018 Medianpreis €/qm 2017 Medianpreis €/qm 2013 Vergleich Vorjahr Vergleich fünf Jahre
Hamburg 3.851 3.899 3.027 -1,21% 27,24%
Bayern 3.689 3.391 2.183 8,78% 68,97%
Berlin 3.393 2.935 2.216 15,59% 53,11%
Baden-Württemberg 2.784 2.549 1.750 9,24% 59,09%
Hessen 2.620 2.331 1.801 12,41% 45,46%
Brandenburg 2.120 1.984 1.404 6,83% 50,97%
Schleswig-Holstein 2.119 1.953 1.700 8,50% 24,63%
Rheinland-Pfalz 2.018 1.856 1.463 8,75% 37,93%
Sachsen 1.948 1.843 1.450 5,71% 34,32%
Niedersachsen 1.939 1.837 1.342 5,57% 44,52%
Thüringen 1.852 1.614 1.422 14,74% 30,28%
Mecklenburg-Vorpommern 1.812 1.730 1.490 4,71% 21,60%
Nordrhein-Westfalen 1.800 1.750 1.473 2,86% 22,20%
Bremen 1.796 1.719 1.176 4,49% 52,81%
Sachsen-Anhalt 1.478 1.269 1.155 16,45% 28,04%
Saarland 1.345 1.400 1.085 -3,96% 23,93%
Tabelle: Kaufpreise für Wohnungen Bestand 2018

Tabelle: Preise für Wohnungen Neubau 2018

Medianpreis €/qm 2018 Medianpreis €/qm 2017 Medianpreis €/qm 2013 Vergleich Vorjahr Vergleich fünf Jahre
Bayern 5.196 5.168 4.028 0,53% 28,99%
Berlin 5.031 4.589 3.128 9,63% 60,81%
Hamburg 4.910 4.766 4.302 3,02% 14,13%
Hessen 4.230 4.118 3.219 2,72% 31,39%
Baden-Württemberg 3.999 3.697 2.779 8,17% 43,91%
Bremen 3.841 3.221 3.832 19,26% 0,24%
Schleswig-Holstein 3.644 3.577 2.863 1,88% 27,26%
Rheinland-Pfalz 3.590 3.068 2.494 17,04% 43,92%
Sachsen 3.582 3.155 2.721 13,54% 31,65%
Nordrhein-Westfalen 3.433 3.336 2.814 2,89% 21,99%
Mecklenburg-Vorpommern 3.275 3.276 2.384 -0,02% 37,35%
Thüringen 3.164 3.187 2.300 -0,74% 37,55%
Brandenburg 3.087 3.063 2.398 0,81% 28,75%
Niedersachsen 2.997 2.807 2.360 6,76% 27,01%
Sachsen-Anhalt 2.985 2.604 1.874 14,61% 59,26%
Saarland 2.768 2.554 2.010 8,40% 37,73%
Tabelle: Preise für Wohnungen Neubau 2018

Eigenheime: Käufer in Sachsen-Anhalt zahlen am wenigsten, Hamburger am meisten

Alle, die auf Schnäppchenjagd beim Hauskauf sind, sollten um Hamburg lieber einen großen Bogen machen: Der durchschnittlich gezahlte Quadratmeterpreis beträgt dort im Jahr 2018 für Bestandshäuser 3.688 Euro und für Neubauten 3.796 Euro – damit sichert sich die Hansestadt im Ländervergleich den ersten Platz.

Für kostengünstigere Eigenheime bietet Sachsen-Anhalt die vielversprechendsten Möglichkeiten mit den bundesweit niedrigsten gemittelten Quadratmeterpreisen. Zumindest abseits der Landeshauptstadt: „Der Preisunterschied zwischen Städten wie Magdeburg und dem Umland ist enorm. Das sind gänzlich andere Immobilienmärkte. In Sachsen-Anhalt gibt es allerdings wenig Ballungszentren. Das hält die Preise vergleichsweise niedrig“, erläutert Christian Köpper, Spezialist für Baufinanzierung von Dr. Klein in Magdeburg, die Hintergründe. Allen, die sich für ein Eigenheim auf dem Land interessieren, rät er zu einer gebrauchten Immobilie: „Hier droht nicht so ein starker Preisverfall wie bei Neubauten.“ Die preisliche Differenz zwischen Altbauten mit 1.220 €/qm und neugebauten Häusern mit 2.107€/qm ist in Sachsen-Anhalt größer als in den meisten anderen Bundesländern. Für alle Länder gilt: Käufer lassen sich neugebaute Eigenheime mehr kosten als bestehende.

Die Podestplätze beim Vorjahres- und Fünfjahresvergleich machen die Stadtstaaten unter sich aus: 2018 zahlen die Bremer für ein neugebautes Eigenheim 15,40 Prozent mehr als im Vorjahr und sogar 57,78 Prozent mehr als noch fünf Jahre zuvor – ein Rekord. Bei den Bestandshäusern geben Berliner fast die Hälfte mehr aus als im Jahr 2013. Beim Vorjahresvergleich werden sie von den Hamburgern überholt: Diese legen 2018 fast 400 Euro pro Quadratmeter oben drauf – ein Plus von rund 12 Prozent zum Jahr 2017.

Tabelle: Preise für Häuser Bestand 2018

Medianpreis €/qm 2018 Medianpreis €/qm 2017 Medianpreis €/qm 2013 Vergleich Vorjahr Vergleich fünf Jahre
Hamburg 3.688 3.292 2.722 12,03% 35,46%
Berlin 3.039 2.732 2.028 11,23% 49,83%
Baden-Württemberg 2.447 2.273 1.667 7,65% 46,80%
Bayern 2.416 2.273 1.637 6,27% 47,57%
Hessen 2.059 1.977 1.553 4,13% 32,57%
Schleswig-Holstein 2.054 1.923 1.582 6,81% 29,82%
Nordrhein-Westfalen 2.032 1.938 1.619 4,86% 25,51%
Brandenburg 1.889 1.693 1.329 11,58% 42,12%
Bremen 1.860 1.846 1.381 0,71% 34,62%
Rheinland-Pfalz 1.650 1.576 1.333 4,72% 23,75%
Niedersachsen 1.613 1.613 1.275 0,00% 26,57%
Sachsen 1.583 1.545 1.200 2,45% 31,94%
Mecklenburg-Vorpommern 1.493 1.364 1.111 9,48% 34,36%
Saarland 1.263 1.277 1.046 -1,08% 20,72%
Thüringen 1.233 1.204 1.000 2,47% 23,33%
Sachsen-Anhalt 1.220 1.148 980 6,29% 24,49%
Tabelle: Preise für Häuser Bestand 2018

Tabelle: Preise für Häuser Neubau 2018

Medianpreis €/qm 2018 Medianpreis €/qm 2017 Medianpreis €/qm 2013 Vergleich Vorjahr Vergleich fünf Jahre
Hamburg 3.796 3.348 2.742 13,38% 38,46%
Berlin 3.261 2.973 2.212 9,71% 47,41%
Baden-Württemberg 2.956 2.851 2.335 3,67% 26,56%
Bayern 2.903 2.714 2.312 6,97% 25,56%
Bremen 2.722 2.359 1.725 15,40% 57,78%
Hessen 2.680 2.565 2.190 4,48% 22,36%
Nordrhein-Westfalen 2.585 2.519 2.108 2,60% 22,62%
Rheinland-Pfalz 2.477 2.109 2.109 17,46% 17,46%
Schleswig-Holstein 2.477 2.414 1.952 2,62% 26,87%
Saarland 2.425 2.327 1.907 4,22% 27,14%
Brandenburg 2.417 2.277 1.782 6,14% 35,62%
Sachsen 2.300 2.183 1.814 5,36% 26,82%
Niedersachsen 2.297 1.816 1.816 26,50% 26,50%
Thüringen 2.180 2.057 1.757 5,99% 24,10%
Mecklenburg-Vorpommern 2.129 2.017 1.657 5,54% 28,49%
Sachsen-Anhalt 2.107 1.957 1.589 7,67% 32,57%
Tabelle: Preise für Häuser Neubau 2018

Über die Auswertung

Grundlage der Auswertungen sind die tatsächlich gezahlten Immobilienkaufpreise in den Bundesländern auf Basis der Transaktionsdaten der EUROPACE-Plattform. EUROPACE ist der unabhängige Marktplatz für Immobilienfinanzierungen in Deutschland. Rund fünfzehn Prozent aller Immobilienfinanzierungen in Deutschland werden über diesen Marktplatz finanziert. Das sind ca. 35.000 Transaktionen mit einem Volumen von rund 4 Mrd. Euro pro Monat.

Der Dr. Klein Trendindikator Baufinanzierung (DTI) basiert auf denselben Daten und analysiert die jeweils im Fokus stehende Metropolregion. Der Immobilienpreisindex gibt zusätzlich Auskunft über die Preisentwicklung in den Regionen.

Über die Dr. Klein Privatkunden AG

Die Dr. Klein Privatkunden AG ist einer der größten Finanzdienstleister Deutschlands und seit über 65 Jahren erfolgreich am Markt etabliert. Angefangen in der Vermittlung von Finanzierungen in der kommunalen Wohnungswirtschaft in Lübeck baut Dr. Klein seine Expertise kontinuierlich aus und ist mittlerweile deutschlandweit mit rund 550 Beratern vor Ort an über 200 Standorten bundesweit vertreten. Die Spezialisten von Dr. Klein beraten nachhaltig, allumfassend und verständlich in den Bereichen Baufinanzierung, Versicherung, Ratenkredit und Geldanlage.

Dank kundenorientierter Beratungskompetenz und vertrauensvollen Beziehungen zu rund 400 Kredit- und Versicherungsinstituten sichert Dr. Klein seinen Kunden stets den einfachsten Zugang zu individuellen Finanzlösungen. Dafür wird das Unternehmen immer wieder ausgezeichnet. Zuletzt als „vorbildlicher Finanzvertrieb“ und zum fünften Mal in Folge mit dem „Deutschen Fairness-Preis“. Dr. Klein ist eine 100%ige Tochter des an der Frankfurter Börse im SDAX gelisteten technologiebasierten Finanzdienstleisters Hypoport AG.

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