Hannover, Hamburg, Dresden, Berlin: Entwicklung der Immobilienpreise und Prognosen

Grafik: DTI Nord+Ost Q1 / 2020

Datenanalyse – Dr. Klein Trendindikator Immobilienpreise (DTI): Region Nord/Ost 1. Quartal 2020

Lübeck, 21. April 2020.  Das erste Quartal zeigt stabile Immobilienmärkte in den nördlichen und östlichen Metropolregionen, überall steigen die Preise für Wohneigentum sukzessive weiter an. Die Experten vor Ort erwarten keine dramatischen Preisrückgänge in den nächsten Monaten, sehen zum Teil aber erste Auswirkungen der Corona-Krise.

Grafik: DTI Nord+Ost Q1 / 2020

Hannover: Preiseinbruch nicht wahrscheinlich

Noch zeigen sich in der niedersächsischen Metropolregion keine nennenswerten Auswirkungen der Corona-Krise. Laut Andreas Brendel, Spezialist für Baufinanzierung von Dr. Klein in Hannover, ist die Nachfrage weiterhin hoch. „Zumindest in Ballungszentren rechne ich nicht mit sinkenden Preisen. Denn dafür müsste das Angebot die Nachfrage übersteigen – und dafür fehlt mir die Fantasie.“ Selbst wenn einige Interessenten erst einmal eine Pause einlegen und den Immobilienwunsch erst später wieder verfolgen, gebe es laut Brendel immer noch ein Zigfaches an potenziellen Käufern. „Bis wir zu einem Verkäufermarkt zurückkommen, wie wir ihn in den 1990er Jahren gesehen haben, ist es ein weiter Weg. Und dafür ist das Zinsniveau auch schlicht zu niedrig“, ergänzt Brendel. Ihm zufolge sind in der Region auch weiterhin Partnerbanken zuverlässig aktiv, die die Finanzierungen begleiten.

Hannoveraner Häuser verteuern sich Anfang des Jahres um 2,51 Prozent, Wohnungen kosten 3,17 Prozent mehr als im Vorquartal – die deutlichste Preissteigerung der untersuchten nördlichen Metropolregionen. Die gemittelten gezahlten Preise bewegen sich leicht nach oben: plus rund 60 Euro bei Häusern auf 2.294 €/qm und bei Wohnungen plus 15 Euro auf einen Quadratmeterpreis von 2.750 Euro.

Hamburg: Immobilienmarkt wird sich lediglich verlangsamen

Die Hannoveraner Situation schätzt Frank Lösche von Dr. Klein für Hamburg ähnlich ein: Auch hier erwartet er keinen Preisrutsch auf dem Wohnimmobilienmarkt. „Das Geschäft wird sich verlangsamen, weil sowohl Nachfrage als auch Angebot zurückgehen“, so der Spezialist für Baufinanzierung. „Aber das Verhältnis von angebotenen zu gesuchten Immobilien dreht sich nicht um.“

Die Preise an der Elbe steigen kontinuierlich. Im Vergleich zum letzten Quartal 2019 um 2,68 Prozent (Wohnungen) bzw. um 2,77 Prozent (Häuser). Verglichen mit Anfang 2019 liegt die Teuerungsrate bei Häusern knapp über 10 Prozent, bei Wohnungen leicht darunter. Während der Haus-Medianpreis um rund 100 Euro auf 3.072 €/qm steigt, zahlen Hamburger für ihre Eigentumswohnung im Schnitt 4.329 €/qm und damit zirka 180 Euro mehr als Ende letzten Jahres.

Berlin: nur geringe Auswirkungen zu spüren

In der Hauptstadt lässt sich das Gros der Interessenten nicht von ihrem Vorhaben abbringen, die geplante Investition zu tätigen. „Vereinzelt gibt es Rückzieher wegen der aktuell unsicheren Situation und einzelne Banken erhöhen die Eigenkapitalerwartungen“, so Ekkehard Enkelmann von Dr. Klein in Berlin. „Ich erkenne darin aber keinen Trend. Unterm Strich sind die Berliner Immobilienkäufer optimistisch und die Finanzierungen so gestaltet, dass auch die momentanen Zinsschwankungen getragen werden können.“

Die Preise steigen in der Hauptstadt weiterhin. Wohnungen verzeichnen im ersten Quartal eine Zunahme von knapp drei Prozent und Häuser sind gut zwei Prozent teurer als im Vorquartal. Für die teuerste Eigentumswohnung wird ein Quadratmeterpreis von knapp 11.000 Euro bezahlt, der Spitzenpreis für ein Ein- oder Zweifamilienhaus beträgt 12.833 €/qm.

Dresden: leichte Preisnachlässe bei neuen Objekten

Auch in der Dresdner Region zeichnet sich im ersten Quartal kein Einbruch ab: Wohnungen kosten 1,22 Prozent mehr als im Vorquartal – damit verlangsamt sich der Preisanstieg etwas gegenüber Ende letzten Jahres. Die Hauspreise steigen hier um 2,26 Prozent. Der Index, der die Teuerung seit dem Basiswert null im Jahr 2007 bezeichnet, liegt somit weiterhin über dem Hauspreisindex von Hannover.

Sebastian Mosch, Spezialist für Baufinanzierung in Dresden, geht von weiterhin stabilen Preisen aus, sieht allerdings schon erste Zugeständnisse von Verkäufern: Besonders beim Erstverkauf von neuen Wohnungen gehen Anbieter vom ursprünglichen Preis etwas runter. Einige Marktteilnehmer wollen ihre Objekte jetzt schnell verkaufen und sie treffen auf zögernde Kunden. Das führt dazu, dass sie sie wieder aktiv vermarkten müssen, anstatt sie wie zuletzt zum unverhandelbaren Preis zu verteilen. Mittelfristig glaube ich, dass die Immobilienpreise leicht nachgeben werden – im Erstmarkt etwas stärker als beim Bestand – und dass sich der Markt von dem niedrigeren Niveau nach der Corona-Krise wieder nach oben entwickeln wird.“

Regionalanalyse Metropolregion Hannover

Quartal Medianpreis (Alt-, Neubau) Preisspanne Indexwert Vergleich zum Vorquartal Vergleich zum Vorjahresquartal
Q1/2020 2.750 €/qm 1.141 – 6.477 €/qm 224,37 +3,17% +11,88%

Eigentumswohnungen

Quartal Medianpreis (Alt-, Neubau) Preisspanne Indexwert Vergleich zum Vorquartal Vergleich zum Vorjahresquartal
Q1/2020 2.294 €/qm 515 – 7.455 €/qm 166,9 2,51% 8,93%

Ein- und Zweifamilienhäuser

Regionalanalyse Metropolregion Hamburg

Quartal Medianpreis (Alt-, Neubau) Preisspanne Indexwert Vergleich zum Vorquartal Vergleich zum Vorjahresquartal
Q1/2020 4.329 €/qm 1.280 – 11.532 €/qm 212,5 +2,68% +9,68%

Eigentumswohnungen

Quartal Medianpreis (Alt-, Neubau) Preisspanne Indexwert Vergleich zum Vorquartal Vergleich zum Vorjahresquartal
Q1/2020 3.072 €/qm 884 – 13.406 €/qm 179,38 +2,77% +10,39%

Ein- und Zweifamilienhäuser

Regionalanalyse Metropolregion Berlin

Quartal Medianpreis (Alt-, Neubau) Preisspanne Indexwert Vergleich zum Vorquartal Vergleich zum Vorjahresquartal
Q1/2020 4.578 €/qm 1.299 – 10.983 €/qm 254,98 +2,91% +13,07%

Eigentumswohnungen

Quartal Medianpreis (Alt-, Neubau) Preisspanne Indexwert Vergleich zum Vorquartal Vergleich zum Vorjahresquartal
Q1/2020 3.066 €/qm 589 – 12.833 €/qm 209,61 +2,12% +14,35%

Ein- und Zweifamilienhäuser

Regionalanalyse Metropolregion Dresden

Quartal Medianpreis (Alt-, Neubau) Preisspanne Indexwert Vergleich zum Vorquartal Vergleich zum Vorjahresquartal
Q1/2020 2.680 €/qm 925 – 7.316 €/qm 181,33 +1,22% +9,70%

Eigentumswohnungen

Quartal Medianpreis (Alt-, Neubau) Preisspanne Indexwert Vergleich zum Vorquartal Vergleich zum Vorjahresquartal
Q1/2020 2.576 €/qm 592 – 6.047 €/qm 177,51 +2,26% +8,12%

Ein- und Zweifamilienhäuser

Über den Dr. Klein-Trendindikator für Immobilienpreise (DTI)

Dr. Klein hat mit dem DTI erstmals einen quartalsweisen, regionalen Immobilienpreisindex auf der Grundlage tatsächlich gezahlter Kaufpreise entwickelt. Monatlich analysiert der Trendindikator die aktuelle Entwicklung der jeweils im Fokus stehenden Region. Der DTI wird auf Basis einer hedonischen Regressionsanalyse erstellt. Ziel dieser Methode ist es, den reinen Preiseffekt pro betrachtete Periode herauszustellen. Zur Ermittlung des Dr. Klein Trendindikator Immobilienpreise werden monatliche Transaktionsdaten der EUROPACE-Plattform errechnet. EUROPACE ist der unabhängige Marktplatz für Immobilienfinanzierungen in Deutschland. Rund fünfzehn Prozent aller Immobilienfinanzierungen in Deutschland werden über diesen Marktplatz finanziert. Der DTI basiert auf etwa 35.000 Transaktionen mit einem Volumen von rund 4 Mrd. Euro pro Monat.

Über die Dr. Klein Privatkunden AG

Die Dr. Klein Privatkunden AG ist einer der größten Finanzdienstleister Deutschlands und seit über 65 Jahren erfolgreich am Markt etabliert. Angefangen in der Vermittlung von Finanzierungen in der kommunalen Wohnungswirtschaft in Lübeck baut Dr. Klein seine Expertise kontinuierlich aus und ist mittlerweile deutschlandweit mit rund 600 Beratern vor Ort an über 200 Standorten bundesweit vertreten. Die Spezialisten von Dr. Klein beraten nachhaltig, allumfassend und verständlich in den Bereichen Baufinanzierung, Versicherung, Ratenkredit und Geldanlage.

Dank kundenorientierter Beratungskompetenz und vertrauensvollen Beziehungen zu rund 400 Kredit- und Versicherungsinstituten sichert Dr. Klein seinen Kunden stets den einfachsten Zugang zu individuellen Finanzlösungen. Dafür wird das Unternehmen immer wieder ausgezeichnet. Zuletzt als „vorbildlicher Finanzvertrieb“ und zum sechsten Mal in Folge mit dem „Deutschen Fairness-Preis“. Dr. Klein ist eine 100%ige Tochter des an der Frankfurter Börse im SDAX gelisteten technologiebasierten Finanzdienstleisters Hypoport AG.