Immobilienfinanzierung für Selbständige: Einfacher mit ausreichend Eigenkapital

Selbständige und Freiberufler haben es in der Regel sehr viel schwerer als abhängig Beschäftigte, ein adäquates Immobilienfinanzierungsangebot zu erhalten. Nicht alle Kreditinstitute sind bereit, entsprechende Darlehen an diese Kundengruppe einzuräumen oder stellen extrem hohe Anforderungen an Bonität und Sicherheit. Da Gewerbetreibende oft kein sicheres bzw. homogenes Einkommen vorweisen können, prüft der Darlehensgeber das wirtschaftliche Umfeld der Unternehmung bzw. der immobilienfinanzierung-fuerTätigkeit sehr genau. Manche Tätigkeiten werden dabei generell von der Kreditwürdigkeit ausgeschlossen. Doch trotz allem ist es nicht unmöglich, an eine passende Finanzierung zu gelangen, wenn einige Dinge beachtet und wichtige Voraussetzungen erfüllt werden. Dabei spielt neben anderen Dingen auch der Eigenkapitalanteil eine sehr wichtige Rolle.

Hohes Risiko minimieren

Damit der Kreditgeber eine bessere Risikoeinschätzung vornehmen kann, muss das vergleichsweise hohe Rückzahlungsausfallrisiko reduziert werden. Viele Kreditinstitute sind überhaupt erst dann bereit, Selbständigen eine Immobilienfinanzierung zu offerieren. So ist es beispielsweise von Vorteil, wenn die Selbständigkeit schon seit längerer Zeit besteht. Dabei reicht den meisten Kreditgebern eine mindestens 3-jährige, erfolgreiche Geschäftstätigkeit bereits aus. Durch Nachweis der entsprechenden Gewinn- und Verlustrechnungen bzw. der Bilanzen wird dann ein fiktives Einkommen errechnet, welches sich aus dem Gewinn vor Steuern minus eines Sicherheitsabschlages ergibt. Kommt dazu ein hoher Eigenkapitalanteil (z. B. 40 % und mehr) resultiert dies in einer vergleichsweise risikoarmen Beurteilung. Das Eigenkapital muss dabei nicht zwangsläufig Liquidität sein, es können beispielsweise auch bestehende (belastungsfreie) Immobilien oder Kapitallebensversicherungen als Sicherheiten eingebracht werden.

Branche und Geschäftsstatus ebenfalls entscheidend

Für die Kreditinstitute ist ebenfalls entscheidend, zu welcher Branche bzw. zu welcher Gruppe der Selbständigen der Kreditnehmer zuzuordnen ist. So gelten Freiberufler mit festem Kundenstamm und langer Geschäftstätigkeit (wie z. B. Rechtsanwälte, Ärzte etc.) als besonders risikoarm und erhalten daher einfacher als andere Gruppen ein Finanzierungsangebot. Bei als risikoreich geltenden Gruppen wie Handwerkern oder Unternehmern im produzierenden Gewerbe wird dagegen oft ein Risikozuschlag fällig, damit eine Finanzierung überhaupt vom Kreditinstitut vergeben wird. Dies hat eine merkliche Verteuerung der gesamten Finanzierung zur Folge. Umso mehr Eigenkapital sollte deshalb eingebracht werden, denn dies senkt nicht nur die Risikoeinschätzung (und damit die Zinskonditionen) des Kreditgebers, sondern vermindert auch die Darlehenssumme, was wiederum zu schnellerer Schuldenfreiheit führt.

Angebote ausgiebig vergleichen

Der Darlehensnehmer sollte eingehende Angebote ausgiebig vergleichen. Dabei sollten möglichst viele mögliche Darlehensgeber einbezogen werden, um das wirklich günstigste und passendste Angebot zu finden. Hierbei können auch professionelle Immobilienkreditvermittler helfen.

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