Kredite für Privatpersonen und Gewerbetreibende – Auf was ist zu achten?

Größere Anschaffungen für einen Geschäftsbetrieb, Existenzgründung, Finanzierung des Traumautos, Modernisierungsmaßnahmen, Umschuldung bestehender Darlehen oder finanzielle Engpässe etc. machen in der Regel die Aufnahme eines Darlehens erforderlich.  

Die Aufnahme eines Kredites wird dann notwendig, wenn nicht genügend finanzielle Mittel vorhanden sind. – Bildquelle: nattanan23 / pixabay.com

Wichtig ist für jeden Kreditnehmer einen möglichst günstigen Kredit zu bekommen, der auf die eigenen Bedürfnisse und Möglichkeiten abgestimmt ist. Grundsätzlich ist es ratsam auf einen geeigneten Finanzberater zurückzugreifen, der neben dem optimalen Finanzierungskonzept auch den geeigneten Finanzpartner im Vorfeld mittels Kreditvergleich auswählen kann.

Auf was ist bei einer Kreditaufnahme zu achten?

Kredite lassen sich nach unterschiedlichen Kriterien unterscheiden. Man kann diese beispielsweise nach der Laufzeit (lang-, mittel- oder kurzfristig), nach der Bereitstellungsform (Barkredit, Warenkredit, Akzeptkredit usw.) oder auch nach bestimmten Voraussetzungen und Abwicklungsarten unterscheiden. Hier gibt es die weit verbreiteten und meist bekannten Kreditarten der üblichen Bankangebote – wie Ratenkredite, Immobilienfinanzierungen, Rahmen- bzw. Dispositionskredite und Beamtendarlehen. Jede Form ist durch bestimmte Merkmale gekennzeichnet, z.B. beim Ratenkredit die konstante Ratenhöhe oder beim Beamtendarlehen die Vergabeeinschränkung auf die Berufsgruppe der Beamten. Welche Kreditart und welche Kreditgeber in Frage kommen, hängt von dem jeweiligen individuellen Fall ab und sollte im Vorfeld genauestens geklärt werden.

Der Kreditvergleich: Wie kann das günstigste Angebot gefunden werden?

Voraussetzung für einen effektiven und aussagekräftigen Vergleich ist die Festlegung der wichtigsten Eckdaten (wie z.B. Kreditbetrag, Kreditform, Laufzeit, Tilgungssatz etc.) VOR der Anfrage bei möglichst vielen Kreditgebern. Sind diese wichtigen Eckdaten vorgegeben, wird sich das individuelle Angebot daran orientieren und ist so später mit den konkurrierenden Angeboten besser und schneller vergleichbar. Weiterhin sollte – ebenfalls VOR Anfragestellung – eine Optimierung hinsichtlich der erreichbaren Konditionen erfolgen. Hierzu sind eine gewisse Marktkenntnis sowie das Wissen um die Konditionenpolitik der möglichen Kreditgeber erforderlich. Es ist deshalb ratsam, sich mit einem Kreditwunsch an einen unabhängigen Berater zu wenden.

Makler oder Bank oder Internet: Wo bekommt der Kreditinteressent den besten Überblick?

Wer einen Kredit benötigt, kann natürlich zur Bank „um die Ecke“ zu seinem Bankberater gehen. Doch ist dieser weder unabhängig noch in der Lage, andere Konditionen anzubieten, als die, die ihm von seinem Arbeitgeber vorgegeben sind. Je höher die Kreditsumme wird, umso entscheidender sind der Zinssatz und die Flexibilisierungsmöglichkeiten eines Kredites. Schon die zwei Stellen nach dem Komma sind bei hohen Summen und langen Laufzeiten entscheidend und können mehrere tausend Euro Unterschied ausmachen. Grundsätzlich sollte also die Beratung von einem unabhängigen Berater mit Zugang zu möglichst vielen Anbietern bevorzugt werden. Es ist auch online möglich, einen passenden Kreditgeber für sein Vorhaben zu finden. Doch auch hier gibt es Fallstricke: So bieten einige Kreditgeber bessere Vermittlungsprovisionen als andere – diese wird der Berater aus eigenem Interesse bevorzugt empfehlen. Wie sollte der Kreditinteressent also vorgehen? Ratsam ist es zunächst, sich selbst über grundlegende Begriffe, Möglichkeiten und Voraussetzungen zu informieren. Dabei helfen z.B. auch diverse kostenlose Internet-Finanzportale sowie unabhängige Finanzmakler. Diese können den Interessenten ebenfalls bis zum Erhalt eines günstigen Kreditangebotes begleiten. Wer darüber hinaus noch einen Berater benötigt, kann mit einem entsprechenden Vorwissen punkten und den Berater auf aus seiner Sicht verbesserungswürdige Punkte hinweisen.

Kredite für Beamte und Rentner / die Rentenhypothek

Sonderformen von Krediten sind z.B. Kredite für Beamte und Rentner. Angehörige dieser Einkommensgruppen können durch speziell zugeschnittene Kreditangebote der Banken von besonders günstigen bzw. speziell zugeschnittenen Angeboten profitieren. Beamtendarlehen beispielsweise werden zu sehr günstigen Konditionen ohne weitere Sicherheitsleistungen (das Einkommen des Beamten reicht der Bank als Sicherheit) an entsprechende Leistungsbezieher vergeben. Rentner können durch die sich zunehmend verbreitende Rentenhypothek ein zinsgünstiges und mit konstanten Raten ausgestattetes Darlehen für bis zu 60% des Beleihungswertes der eigenen Immobilie erhalten. So steht eine größere Summe für den Erhalt des Lebensstandards im Alter zur Verfügung, ohne dass der Eigentümer aus der Immobilie ausziehen muss.

Umschuldung von Krediten: Warum und worauf achten?

Für bestehende bzw. laufende Kredite kann sich unter bestimmten Umständen eine Umschuldung lohnen, z.B. wenn das Zinsniveau am Markt erheblich gesunken ist. Da sich die Angebote der Kreditinstitute auch an den von der EZB vorgegebenen Leitzinssätzen orientieren, sollte der Markt immer beobachtet und von Zeit zu Zeit Konditionen verglichen werden. Je nach Kreditbedingungen des existierenden Kredites muss beachtet werden, dass im ungünstigsten Falle erhebliche Zusatzkosten bei einer Umschuldung (was je nach Vertrag de facto eine vertragswidrige einseitige Kündigung darstellen kann) auf den Kreditnehmer zukommen können. Insbesondere bei etwaigen Vorfälligkeitsentschädigungen und notwendigen Umschreibungen der Sicherheiten bei einer grundpfandrechtlichen Absicherung. Es sollte also im Vorfeld genauestens berechnet werden, wie hoch eine Ersparnis wirklich ist, bevor das augenscheinlich günstigere Angebot eines anderen Anbieters angenommen wird. Trotzdem kann sich die Umschuldung lohnen – insbesondere dann, wenn das Ende der Zinsbindungsfrist naht oder flexible Tilgungsleistungen vereinbart wurden. Eine Ersparnis kann schnell viele tausend Euro betragen!