Sale and Lease Back – Mögliche Finanzierungsform zur Sicherung der Liquidität im Unternehmen

Viele kleine und mittelständische Unternehmen sowie Großkonzerne stehen mit dem Rücken zur Wand. Die Coronavirus-Pandemie trifft den Mittelstand hart – die Angst bevorstehender Entlassungen und Insolvenzen macht sich bemerkbar. Bund und Länder haben in den vergangenen Tagen diverse Hilfspakete von Kurzarbeit, finanziellen Soforthilfen bis hin zu Förderkrediten geschürt. Und jetzt ist aus der Presse schon vielseitig zu hören, dass die staatlichen Stützprogramme nicht deckend greifen würden.

Die Unternehmen, die in der Vergangenheit solide gewirtschaftet haben, können sicherlich einen gewissen Zeitraum überbrücken, indem Sie laufende Zahlungen aus ihren Rücklagen bedienen. Der eine oder andere Mieter ist sicherlich auch bereit, die gewerbliche Miete oder Pacht um einige Prozente zu reduzieren. Einige Unternehmer können sich auch neu erfinden und sind in der Lage weiterhin kostendeckend zu arbeiten. Doch vielen zieht es regelrecht den Boden unter den Füßen weg! Aktuell ist das Ende der Krise für niemanden absehbar!

Sicherlich denkt der eine oder andere Firmenbesitzer bereits über den Verkauf von Maschinen und weiteren Gütern nach, um zukünftige Ausgaben decken zu können. Das mag auf kurze Sicht hin einen gewissen Kapitalschub bedeuten, aber zuallererst müsse in der aktuellen Situation ein Käufer gefunden werden!? Außerdem könnte sich die Lage kurzfristig ändern – wie könnte dann die Produktion ohne die verkaufte Maschine erfolgen? Es gibt eine Möglichkeit, die beide Probleme auf einmal löst und diese heißt „Sale and Lease Back“, eine spezielle Variante des gewerblichen Leasings.

Auf schnelle Art und Weise zusätzliche Liquidität mit Sale and Lease Back (LSB) verschaffen

Bei dieser Finanzierungsform verkaufen Unternehmen vorhandene Anlagegüter, wie z.B. Maschinen, Fahrzeuge, Immobilien oder Grundstücke an eine spezialisierte Leasinggesellschaft. Das verschafft dem Unternehmen Liquidität und schränkt es nicht im operativen Geschäft ein. Die Güter werden dann von der Firma zu einem bestimmten Zinssatz zwischen 7 bis 14 Prozent p.a. zurückgeleast. Der Leasingvertrag wird i.d.R. über einen Zeitraum von 48 Monate geschlossen. Nach Ablauf des Vertrags werden die Objekte dann wieder erworben. Dieses Geschäft verlangt auch keine zusätzlichen Sicherheiten, da dies die Leasingobjekte selbst gewährleisten. Des Weiteren erscheinen die Objekte nicht mehr im Anlagevermögen der Firma, was das Rating bei Banken sichert und das Eigenkapital schont. Dadurch erringen Unternehmen mehr Unabhängigkeit von ihrer Geschäftsbank.

Trotz des Verkaufs der Güter bleibt das Unternehmen jedoch weiterhin in der Pflicht Instandhaltungs- sowie Reparaturarbeiten zu leisten. Ganz klar im Vorteil sind Firmen, die die Anlagegüter erst in diesem Jahr erworben haben, da dies den Verkauf mit anschließendem Leasing um ein vielfaches vereinfacht.

Die Vorteile von Sale und Lease Back

  1. Kurzfristige Liquiditätserhöhung
  2. Erhöhte Eigenkapitalquote
  3. Keine weiteren Sicherheiten nötig
  4. Steuervorteile Betriebs- und Leasingkosten absetzbar
  5. Weitere Nutzung der Objekte

Die Nachteile von Sale und Lease Back

  1. Nicht alle Objekte sind geeignet
  2. Lange Laufzeitbindung, nicht vorzeitig kündbar
  3. Hohe Gesamtkosten

Ganz klar müssen die Vorteile und Nachteile abgewogen werden, jedoch könnte diese Finanzierungsform für viele Unternehmen eine Möglichkeit sein, die aktuelle Krisensituation zu überbrücken. In jedem Fall ist Sale und Lease Back eine unkomplizierte und schnelle Variante der Finanzierung, die Firmenbesitzer schnell zur Liquidität verhelfen kann.

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