Sind gewerbliche Immobilienfinanzierungen zu risikoreich?

gewerbe-immoViele Unternehmer schrecken vor einer gewerblichen Immobilienfinanzierung zurück, weil das Risiko und die mögliche finanzielle Belastung aus den Rückzahlungsverpflichtungen zu hoch sind. Von einer gewerblichen Immobilienfinanzierung spricht man, wenn ein Grundstück oder ein Gebäude erworben werden soll, was einer nicht rein privaten Nutzung dienen soll. Gerade bei jungen Unternehmen kann eine solche Gewerbefinanzierung ein großer Stolperstein werden, wenn nicht einige wichtige Voraussetzungen geprüft und erfüllt werden.

Die Risiken sind dabei sehr vielschichtig und je nach individueller Ausgangssituation unterschiedlich. So ist schon die geplante Nutzungsform der Immobilie Ausgangspunkt für verschieden gelagerte Risiken – handelt es sich beispielsweise um Wohnimmobilien ist die Vermietungsauslastung von entscheidender Bedeutung, handelt es sich hingegen um Gebäude für Produktionsanlagen, muss ein entsprechendes Auftragsvolumen folgen, um die Ausgaben irgendwann amortisieren zu können. Sehr häufig kommen in der Praxis Mischformen zum Tragen, also z. B. eine Kombination einer Lager- und Ladengeschäftsimmobilie etc.

Form der Finanzierung hängt von Nutzungsart ab

Die jeweilige Gewichtung der geplanten Nutzungsart bestimmt auch die Finanzierungsform. So existieren mittlerweile verschiedene Anbieter, die ihren jeweiligen Schwerpunkt am Markt mit besonderer Flexibilität und zu teils stark unterschiedlichen Konditionen anbieten. So gibt es an den Finanzplätzen mittlerweile recht stark ausgeprägte Zweige zu gewerblichen Wohnimmobilienfinanzierungen, zu Büro- und Einzelhandelsimmobilien oder auch zu öffentlichen Immobilien. Bei der Zusammenstellung der Finanzierungsform sollte der Interessent darauf achten, den richtigen Mix zwischen kurz- und langfristigem Fremdkapitalbedarf zu ermitteln. Die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens hängt letztlich davon ab, ob die kurz- und langfristigen Zahlungsverpflichtungen bedient werden können und ob die Investition sich nach der geplanten Laufzeit wirklich amortisiert.

Junge Unternehmen haben es oft besonders schwer

Bei erst frisch gegründeten Unternehmen liegen keine langjährigen Erfahrungen und Zahlen aus der Geschäftstätigkeit vor. Je nach Branche kann man zwar auf den Branchendurchschnitt zurückgreifen, doch sind für die Erzielung von Erträgen und damit für die Bestimmung von tragbaren Finanzlasten auch viele andere Dinge entscheidend, so z. B. der Standort, die Infrastruktur, die Personen im Unternehmen etc. Sind die passenden Immobilien gefunden, sollte deshalb auch eine gesunde und realistische Finanzierungsplanung erfolgen, die von wirklich erzielbaren Umsätzen ausgeht. Entscheidend ist hierbei auch der Eigenkapitalanteil – wird ein Start-up Unternehmen zu 100 % fremdfinanziert, ist das Risiko fast unüberschaubar. Nur wenige Kreditinstitute sind überhaupt bereit, junge Unternehmen zu unterstützen. Hier spielen neben der Branche auch das Umfeld, der Eigenkapitalanteil und die oft subjektive Einschätzung der künftigen Geschäftsentwicklung eine zentrale Rolle. Bevor hier die verschiedenen Anbieter wie Geschäftsbanken, Landes- und Hypothekenbanken oder Versicherungsgesellschaften kontaktiert werden, sollte ein möglichst neutraler Berater zusammen mit dem Unternehmer ein passendes und optimiertes Konzept erarbeiten.

Foto © fotomek – Fotolia.com

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*