Standardrate für Baudarlehen auf Jahrestief

Grafik: DTB Juli 2018

Datenanalyse – Dr. Klein Trendindikator Baufinanzierung (DTB) Juli 2018

Lübeck, 12. Juli 2018. Anhand des Dr. Klein Trendindikators Baufinanzierung (DTB) berichtet Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG, über aktuelle Entwicklungen bei Baufinanzierungen in Deutschland.

Grafik: DTB Juli 2018

+++ Tiefstwert für Standardrate +++ Darlehen immer höher +++ Tilgung sinkt leicht, Beleihungsauslauf nimmt zu +++ Forward-Finanzierungen fallen +++
Standardrate auf Jahrestief

Die Zinsen für Immobilienkredite sind volatil, das heißt: Sie schwanken. Im Juli tun sie das zum Vorteil der Kreditnehmer: Nachdem die Bauzinsen im Juni Jahreshöchststände erreicht haben, sanken sie zuletzt deutlich. Die Standardrate, die für einen Immobilienkredit in Höhe von 150.000 Euro mit zwei Prozent Tilgung und 80 Prozent Beleihungsauslauf errechnet wird, beträgt nur noch 460 Euro – gegenüber 480 im Vormonat. Als Trend ist diese Entwicklung nicht zu bezeichnen, mittelfristig werden die Zinsen vermutlich nach oben gehen. Allerdings ist das Aufwärtspotenzial zumindest für die nächsten sechs Monate begrenzt, da die EZB bemüht ist, die Zinsen niedrig zu halten.

Immer höhere Kredite

Die durchschnittliche Darlehenshöhe steigt von Monat zu Monat und im Juli macht der Betrag noch einmal einen deutlichen Sprung nach oben: Um ihre Wohnung oder ihr Haus zu finanzieren, leihen sich Darlehensnehmer mittlerweile rund 225.000 Euro. Zum Vergleich: Jeweils im Juli der letzten beiden Jahre waren es 201.000 Euro, im Juli 2015 betrug die Kreditsumme im Schnitt noch 172.000 Euro.

Lange Zinsbindung

Seit Februar dieses Jahres wählen Immobilienkäufer eine Zinsbindung von ± 14 Jahren, im Juli sind es durchschnittlich 13 Jahre und 10 Monate. Der Blick zurück zeigt, dass dies vergleichsweise lang ist: Vor fünf Jahren waren es durchschnittlich 11 Jahre und 8 Monate. Damit fällt die Restschuld niedriger aus als nach einer kurzen Finanzierungsrunde und das Zinsänderungsrisiko reduziert sich.

Geringere Tilgung, höherer Beleihungsauslauf

Der anfängliche Tilgungssatz sinkt verhältnismäßig stark – gegenüber dem Vormonat um 0,08 Prozentpunkte auf 2,77 Prozent. Damit befindet sich der Wert auf dem geringsten Niveau seit 2015, er liegt aber noch deutlich über den empfohlenen zwei Prozent.

Der Beleihungsauslauf, also der Anteil des Immobilienwertes, der durch das Bankdarlehen finanziert ist, beträgt im dritten Monat in Folge über 81 Prozent. Im Juli steigt er erneut, auf 81,82 Prozent. Galt früher die Maxime, dass mindestens 20 Prozent des Kaufpreises plus der Kaufnebenkosten aus eigenen Mitteln bestritten werden sollten, ist das wegen der hohen Immobilienpreise und der parallel steigenden Erwerbsnebenkosten mittlerweile nicht mehr realistisch – und für eine solide Finanzierung auch nicht unbedingt notwendig.

Annuitätendarlehen top, Forwards flop

Noch nie waren Annuitätendarlehen so beliebt und Forward-Darlehen so wenig nachgefragt wie im Juli: Auf den Klassiker der Baufinanzierung entfallen 82,86 Prozent. Zukünftige Darlehen mit den heutigen Zinsen und einem Forward-Aufschlag machen nur noch 8,97 Prozent aus. Vor knapp eineinhalb Jahren war das Volumen noch mehr als doppelt so hoch.

Über den Dr. Klein-Trendindikator für Baufinanzierung (DTB)

Der DTB zeigt die monatliche Entwicklung der wichtigsten Baufinanzierungs-Parameter. Dazu zählt neben der Darlehenshöhe, dem Tilgungssatz und dem Beleihungsauslauf auch die Verteilung der Darlehensarten. Die Standardrate zeigt zudem an, wie viel ein durchschnittliches Darlehen von 150 Tsd. Euro an monatlicher Rate kostet. Anders als oft schwer vergleichbare Durchschnitts-Zinssätze, ermöglicht die Standardrate dem Privatkunden, die tatsächlichen Kosten für die Finanzierung einer Immobilie zu vergleichen. Die Ergebnisse des DTB werden monatlich aus Daten der EUROPACE-Plattform errechnet. EUROPACE ist der einzige unabhängige Marktplatz für Immobilienfinanzierungen in Deutschland. Der DTB basiert auf bis zu 35.000 Finanzierungen mit einem monatlichen Finanzierungsvolumen von über 4 Mrd. Euro.

Über die Dr. Klein Privatkunden AG

Die Dr. Klein Privatkunden AG ist einer der größten Finanzdienstleister Deutschlands und seit über 60 Jahren erfolgreich am Markt etabliert. Angefangen in der Vermittlung von Finanzierungen in der kommunalen Wohnungswirtschaft in Lübeck baut Dr. Klein seine Expertise kontinuierlich aus und ist mittlerweile deutschlandweit mit rund 550 Beratern vor Ort an über 200 Standorten bundesweit vertreten. Die Spezialisten von Dr. Klein beraten nachhaltig, allumfassend und verständlich in den Bereichen Baufinanzierung, Versicherung, Ratenkredit und Geldanlage.

Dank kundenorientierter Beratungskompetenz und vertrauensvollen Beziehungen zu rund 400 Kredit- und Versicherungsinstituten sichert Dr. Klein seinen Kunden stets den einfachsten Zugang zu individuellen Finanzlösungen. Dafür wird das Unternehmen immer wieder ausgezeichnet. Zuletzt als „vorbildlicher Finanzvertrieb“ und zum vierten Mal in Folge mit dem „Deutschen Fairness-Preis“. Dr. Klein ist eine 100%-ige Tochter des an der Frankfurter Börse im SDAX gelisteten technologiebasierten Finanzdienstleisters Hypoport AG.

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