Vergleich: private oder gesetztliche Krankenversicherung

Internationale Vergleiche zeigen, dass Deutschland über ein leistungsstarkes Gesundheitssystem mit hohen medizinischen Standards verfügt. Dieses gute Ergebnis verdanken wir u.a. auch der Zusammenarbeit von gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Obwohl viele Deutsche über das Gesundheitssystem schimpfen, krankenversicherungist Fakt, dass jeder Versicherte, egal ob gesetzliche oder private Krankenversicherung, auf ein flächendeckendes Netz von Krankenhäusern, Fach-, Zahn- und Hausärzten zurückgreifen kann. Bezüglich anderer europäischer Länder hat Deutschland sowohl vergleichsweise kurze Wartezeiten für die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen als auch niedrige Zuzahlungen bei den gesetzlichen Krankenversicherungen.

90% der Menschen in Deutschland sind gesetzlich versichert, nur etwa knapp 9 Millionen Menschen besitzen eine private Krankenversicherung. Doch die Finanzierung unseres Gesundheitssystems ist wesentlich von diesen 9 Millionen Menschen abhängig, da sie einerseits für die meisten medizinischen Behandlungen höhere Honorare zahlen und sich durch ihre Beiträge selbst gegen die ansteigenden altersbedingten Gesundheitskosten absichern. Doch nicht nur wegen der Generationengerechtigkeit braucht Deutschland eine starke private Krankenversicherung, sondern auch um zusammen mit der gesetzlichen Krankenversicherung weiterhin eine qualitativ hochwertige und für jedermann zugängliche medizinische Versorgung zu garantieren.

Die Unterschiede im Preis medizinischer Behandlungen von Privat- und Kassenpatienten liegen darin begründet, dass die Preise für die Behandlung gesetzlich versicherter Patienten von den Krankenkassen festgelegt werden und der Arzt keinen Einfluss auf das Budget hat, sowie an das Praxisbudget gebunden ist, welches ebenfalls von Krankenkassen vorgegeben wird. Die Behandlung von Patienten, die eine private Krankenversicherung besitzen, wird hingegen nach einer Gebührenordnung abgerechnet, die die Höhe des Honorars vorgibt und auch Faktoren wie Zeitaufwand oder Schwierigkeit der Behandlung in die Berechnung einbezieht.