Eine Unfallversicherung schützt vor den finanziellen Folgen durch Freizeitunfälle

Schäden durch beruflich bedingte Unfälle sind weitgehend durch die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt – Gedanken machen muss sich daher jeder über eine entsprechende Absicherung in der Freizeit. Die meisten Unfälle passieren leider in der Freizeit, was die Notwendigkeit einer Absicherung erhöht – verunglückt z. B. jemand im Haushalt beim Heimwerkeln oder beim Saubermachen, kann dies weitreichende finanzielle Folgen haben, wenn hierdurch dauerhafte körperliche Schädigungen entstehen. Eine Absicherung sollte dabei nicht nur für die Erwachsenen, sondern auch für Kinder und Jugendliche geschaffen werden. Eine Unfallversicherung deckt übrigens nicht nur die Risiken zu Hause, sondern auch beispielsweise im Ausland ab – hier sind insbesondere die qualifizierte, medizinische Versorgung und ein evtl. Rücktransport nach Hause im besonderen Interesse des Unfallopfers.

Wer sollte sich versichern – und warum?

Arbeitnehmer sind über die gesetzliche Unfallversicherung lediglich auf den Hin- und Rückwegen zur Arbeit, sowie auf der Arbeitsstelle selbst abgesichert. Ähnliches gilt für Kinder und Jugendliche, welche mit Beginn des Kindergartens bzw. der Schule durch die gesetzliche Unfallversicherung einen Basisschutz erfahren. Kinder unter 3 Jahren, sowie alle Zeiten außerhalb beruflicher bzw. schulischer Betätigung gelten für alle Personengruppen als Zeiten, die nicht durch die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt sind. Um hier einen Lückenschluss zu schaffen und ggf. die gesetzliche Absicherung (welche nur bestimmte Basisleistungen und vergleichsweise relativ geringe Rentenzahlungen bietet) aufzuwerten, sollte also jeder eine private Unfallversicherung in Betracht ziehen. Bei jungen Menschen und Senioren besteht sogar ein erhöhter Absicherungsbedarf, da Kinder gerade bei schlimmen Unfällen ggf. ein ganzes Leben lang erwerbsunfähig bleiben können; bei Senioren kommt hinzu, dass unter Umständen fremde Personen eine aufwändige und ganztätige Betreuung übernehmen müssen.

Was leistet eine private Unfallversicherung?

Eine private Unfallversicherung leistet je nach gewähltem Tarif und Anbieter in unterschiedlicher Weise. Wichtig ist dabei vor allem die vereinbarte Deckungssumme. Die Leistung selbst kann aus der Zahlung einer bestimmten Summe bei schweren Verletzungen bestehen oder aus z. B. Krankenhaustagegeldern oder Leistungen an Hinterbliebene im Todesfall. Auch lebenslange Rentenzahlungen sind je nach Art des Unfalles und Intensität der Verletzungen (bzw. der Invalidität) möglich. In jedem Fall sollten die genauen Vertragsbedingungen detailliert studiert werden, damit der Leistungsumfang und der Zahlungszeitpunkt genau verstanden wird. Wichtig sind in der Regel alle Absicherungsleistungen, die insbesondere bei sehr schweren Unfällen mit lebensbedrohlichen oder zumindest stark lebensverändernden Verletzungen einhergehen. Die Deckungssumme sollte dabei so gewählt werden, dass mindestens das 2- oder 3-fache des jeweiligen Bruttoarbeitseinkommens als Grundsumme (was der Leistung bei Vollinvalidität entspricht) vertraglich festgehalten wird. Eine sogenannte Progressionsvereinbarung beinhaltet dabei noch eine mit zunehmender Laufzeit steigende Grundsumme, um mit der Inflation bzw. mit steigenden Kosten für Gesundheitsleistungen Schritt halten zu können.

Was ist die Beitragsrückgewähr?

Wird eine Unfallversicherung inklusive Beitragsrückgewähr abgeschlossen, so ist dies eine Art kapitalbildende Versicherung – nach dem Ende des Vertrages (oder auch bei Eintritt des Todes des Versicherten) leistet die Versicherung dann eine Auszahlung in Höhe der eingezahlten Beiträge plus einer variablen Überschussbeteiligung. Die Beiträge für diese Variante der Unfallversicherung sind allerdings höher als für eine Versicherung ohne Beitragsrückgewähr. Soll jedoch neben der Absicherung des privaten Unfallrisikos gleichzeitig auch eine Art Kapitalbildung stattfinden und ist das zur Verfügung stehende Einkommen ausreichend, um die Beiträge leisten zu können, kann diese Variante je nach individueller Situation (z. B. bei Familien) sinnvoll sein. Letztlich muss dies jeder selbst entscheiden, doch hilft hier nur eine ausreichende Wissensbasis, um eine wirklich sinnvolle Entscheidung treffen zu können.

Wie sollte vorgegangen werden?

Wer selber nicht die Zeit oder Möglichkeit hat, sich die schon erwähnte Wissensbasis zu schaffen, kann auch zu einem neutralen Finanzberater gehen. Die Vermittlung von Unfallversicherungen hat den Vorteil, dass dies in der Regel schnell, unkompliziert und zu günstigen Konditionen erfolgt. Wer lieber selbst den Durchblick haben möchte, muss zunächst einige Zeit investieren, um die Vertragsmodalitäten und die Tarife und Varianten zu verstehen. Anschließend sollte ein Vergleich mit möglichst vielen Anbietern durchgeführt werden, denn die Angebote, Leistungsumfänge und Tarife sind teils sehr unterschiedlich. Soll einmal eine Versicherung gekündigt werden, kann dies immer dann erfolgen, wenn z. B. ein Schadenfall eingetreten ist, eine Erhöhung der Beiträge erfolgt ist oder die reguläre (vertraglich vereinbarte) Kündigungsfrist eingehalten wird. Letztere beträgt normalerweise 3 Monate zum jeweiligen Vertragsende. Die Kündigung hat dabei in schriftlicher Form und mit eigenhändiger Unterschrift des Versicherungsnehmers zu erfolgen.