Was ist ein Cap-Darlehen – wie funktioniert’s, Vorteile und Nachteile?

Ein Cap-Darlehen ist ein Darlehen mit variablem Zinssatz, welcher allerdings durch das sogenannte Cap gedeckelt ist. Das bedeutet, dass sich der Sollzinssatz an den aktuellen Marktkonditionen orientiert, aber eine vereinbarte Maximalgrenze nicht überschreitet. Diese Vereinbarung begrenzt das Risiko für den Darlehensnehmer, ermöglicht ihm aber trotzdem die Vorteile eines variablen Darlehens zu nutzen. Hierzu gehört beispielsweise der generell günstige cap-darlehenSollzinssatz (da kein Aufschlag wegen einer vereinbarten Zinsbindung entsteht) oder die Möglichkeit an Zinssenkungen im Markt zu partizipieren. Der Abschluss eines Cap-Darlehens ist daher besonders in Marktsituationen interessant, wenn von künftig eher fallenden Zinssätzen ausgegangen wird.

Wie erfolgen die Zinsanpassungen?

Bein einem Cap-Darlehen handelt es sich um ein variables Darlehen – das bedeutet, dass alle 3 oder 6 Monate der aktuelle Sollzinssatz den sich verändernden Marktverhältnissen angepasst wird. Hierbei spielt in der Regel der EURIBOR (Euro Interbank Offered Rate) eine entscheidende Rolle. Da diese Regelung generell bereits ein gewisses Risiko beinhaltet (z. B. unerwartete Mehrbelastungen durch eine ungünstige Zinsentwicklung am Finanzmarkt), kann ein Cap mit dem Darlehensgeber vereinbart werden. Der Begriff entstammt dem Englischen und bedeutet übersetzt ungefähr „Deckel“ oder „Obergrenze“. Für diese Absicherung wird ein Aufschlag fällig – die sogenannte Cap-Prämie. Diese wiederum fungiert als Absicherung des Darlehensgebers gegen hohe Zinssteigerungen, die ja dann nicht an den Kunden weitergegeben werden können. Zusätzlich kann – um die Cap-Prämie nicht zu hoch werden zu lassen – eine Zinsuntergrenze vereinbart werden, der „Floor“. Hierbei beträgt der Sollzins für das Darlehen immer mindestens den als Floor gekennzeichneten Mindestzinssatz, auch wenn die Entwicklung am Finanzmarkt noch weitere Zinssenkungen hervorbringt. Die Kombination eines Cap und eines Floor bei einem Darlehen wird fachsprachlich auch als „Collar“ bezeichnet.

Vor- und Nachteile von Cap-Darlehen

Die Vorteile eines Cap-Darlehens liegen in der Partizipation von Zinssenkungen im Markt und der klar kalkulierten Maximalfinanzierungsbelastung, die nicht überschritten werden kann. Das Risiko einer ungünstigen Zinsentwicklung im Markt (Zinssteigerungen) bleibt also überschaubar, trotzdem kann durch die Zinsvariabilität in vollem Maße an Zinssenkungen partizipiert werden. Cap-Darlehen sind daher günstig für Interessenten, die das Darlehen kurz- oder mittelfristig zurückführen möchten und eine gute oder sehr gute Bonität aufweisen. Nachteile sind die vom Darlehensgeber erhobenen Cap-Prämien und die nach Abhängigkeit vom Finanzmarkt ggf. bis zur vereinbarten Maximalgrenze steigende Finanzierungsbelastung. Ferner sind Cap-Darlehen nur für Darlehensinteressenten mit überdurchschnittlicher Bonität vereinbar, da der Darlehensgeber hierdurch das Rückzahlungsausfallrisiko reduzieren kann.