Wie kann eine Auslandsfinanzierung realisiert werden?

Viele Menschen hegen den Wunsch, eine Immobilie im Ausland zu erwerben – sei es, um dort ein Ferienhaus für die gelegentliche Nutzung zu kaufen oder um sich dauerhaft im gewünschten Zielland aufzuhalten. Bei der Realisierung stellt sich dabei oft die Frage, wie die Finanzierung gehandhabt werden soll. Der Weg zu einer inländischen Bank ist dabei oft genauso möglich wie die Aufnahme eines Darlehens bei einer ausländischen Bank. Allerdings gibt es einige Punkte zu beachten.

Wie vorgehen?

Für unerfahrene Interessenten empfiehlt sich als Erstes der Gang zu einem Finanzierungsvermittler, der auch Auslandsfinanzierungen vermittelt. Hierbei kann eine Vielzahl möglicher Risiken bereits im Vorfeld ausgeschlossen werden, da der professionelle Vermittler über eine entsprechende Marktkenntnis verfügt. Nicht alle inländischen Banken finanzieren Immobilien in jedem Land der Welt, es gibt also auch Ausschlüsse, die dann prinzipiell vor Ort angefragt werden müssen. Länder in Europa auslandsfinanzierungsind dabei in der Regel kein Problem – nur bei exotischen Ländern oder Ländern mit unklaren politischen bzw. finanzmarktrechtlichen Verhältnissen stellen oft unüberwindliche Hürden für den deutschen Interessenten dar. Nebenbei sollte beachtet werden, dass Immobilien in einem EU-Land seit 2009 auch im Rahmen der Wohnriester-Förderung anerkannt werden.

Kreditsicherheiten und Schwierigkeiten

Viele deutsche Banken akzeptieren mittlerweile eine ausländische Immobilie als Sicherheit, jedoch werden entsprechende Sicherheitsabschläge vorgenommen, da die Erlössituation im Falle einer Zwangsversteigerung oft weniger klar ist als bei deutschen Immobilien. Eine gute Eigenkapitaldecke kann hier sehr hilfreich sein. Daneben kann es einige weitere Probleme im Zusammenhang mit dem Erwerb der Auslandsimmobilie geben, so z. B. Verständigungs- und Sprachprobleme mit dem Verkäufer und den Behörden vor Ort. Auch die Rechtssituation im Ausland ist oft völlig anders als in Deutschland – wer hier nicht genau aufpasst, kann schnell vor einem finanziellen Fiasko stehen. Hier sollten bereits im Vorfeld entsprechend spezialisierte Anwälte konsultiert werden. Ebenso müssen Auskünfte vor Ort – am besten mit einem Dolmetscher – eingeholt werden. Auch sollten Vertragsklauseln wie Lastenfreiheit, Rücktrittsrecht und die Zahlungsbedingungen eingehend geprüft und ggf. ergänzt bzw. verändert werden.

Was kostet eine Auslandsfinanzierung?

Bei einer Auslandsfinanzierung können vielerlei Kostenaspekte einfließen. Neben den reinen Kreditkosten (Zinsen, Bearbeitungsgebühren, Abschläge etc.) können dabei insbesondere die Erwerbsnebenkosten und weitere landesübliche Aufwendungen ins Gewicht fallen. Bei den Erwerbsnebenkosten gelten im Ausland oft ganz andere Maßstäbe als bei deutschen Immobilien. Hierzulande wird im Schnitt mit etwa 10 % der Kaufsumme als Nebenkosten kalkuliert, im Ausland können dies – je nach Land – schnell auch bis zu 30 % werden. Dabei sollte auch beachtet werden, dass einige Kosten nicht nur einmalig, sondern auch wiederkehrend auftreten (z. B. Grundsteuer, Vermögenssteuer, Einkommensteuer etc.).

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