Wo ist der Unterschied zwischen einem echten und einem unechten Forward-Darlehen?

Eigenheim FinanzierungEin Forward-Darlehen wird in den meisten Fällen zum Zweck der Anschlussfinanzierung nach dem Auslauf der Zinsbindungsfrist eines bestehenden Darlehens genutzt. Das Forward-Darlehen birgt dabei den Vorteil, dass die aktuell am Markt herrschenden Zinsen bereits fixiert und somit für eine zukünftige Finanzierung gesichert werden können. Dies ermöglicht auch eine sehr gute Planbarkeit der Finanzierungsprolongation.

Der Fachmann unterscheidet jedoch zwischen echten und unechten Forward-Darlehen. Worin liegt nun der Unterschied? Von einem echten Forward-Darlehen spricht man, wenn die für das Forward-Darlehen geltende Zinsbindungsfrist erst vom Auszahlungsbeginn an gezählt wird. De facto bedeutet dies, dass der vereinbarte Zinssatz für das Forward-Darlehen schon über die Vorlaufzeit (bis zur Darlehensauszahlung) Gültigkeit hat und anschließend (ab Darlehensauszahlung) für die Zinsberechnung für die volle Laufzeit der vereinbarten Zinsbindungsfrist verwendet wird.

Anders verhält sich dies bei einem unechten Forward-Darlehen: Hier zählt bereits die Forward-Periode zur Zinsbindungsfrist. Beispiel: Mit der Bank wird ein unechtes Forward-Darlehen mit einer Vorlaufzeit von 3 Jahren und einer Zinsbindungsfrist von 6 Jahren zu einem festem Zinssatz vereinbart. Nach der Auszahlung des Darlehensbetrages gilt der vereinbarte Festzins dann nur noch für 3 Jahre, da die ersten 3 Jahre der Vorlaufzeit bereits von der Zinsbindungsfrist in Abzug gebracht wurden. Der Darlehensnehmer muss also nach 3 Jahren damit rechnen, dass die Zinsen für sein in Anspruch genommenes Darlehen steigen könnten. Diese unechte Variante hat regelmäßig bessere Konditionen für den Interessenten zur Folge, da der Bindungszeitraum für die Banken geringer ist, die das dadurch abgeminderte Refinanzierungsrisiko über geringere Aufschläge an Kunden weitergeben können. Im Einzelfall muss jeder Darlehensnehmer für sich selbst entscheiden, welche Variante für ihn die bessere ist – wichtig ist lediglich, die Unterschiede und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Planungssicherheit zu kennen.