Wohnungskauf: Eigentumswohnung finanzieren – Was gilt es zu beachten?

Zur Finanzierung der Eigentumswohnung gibt es zahlreiche verschiedene Möglichkeiten. Auf jeden Fall sollten mehrere Angebote eingeholt und verglichen werden, da sich die Konditionen und ggf. Sonderregelungen (z.B. Sondertilgungsmöglichkeiten, Zinsbindungsfristen usw.) erheblich unterscheiden können. Auch sollte generell die Leistung von mehreren Beratern in Anspruch genommen werden, wichtig hierbei ist zumindest eine unabhängige Beratungsleistung, um die wichtigsten Termini kennenzulernen und die Möglichkeiten der Vertragsgestaltung im Zusammenspiel mit der persönlichen Situation bestmöglich abzustimmen. Die häufigsten Finanzierungsarten sind: Bank- bzw. Versicherungsdarlehen, Bausparkredit und Fremdwährungsdarlehen. Um verschiedene Finanzierungsangebote effektiv miteinander vergleichen zu können, sollten die wichtigsten Eckdaten bei der jeweiligen Anfrage möglichst identisch sein.

Zu diesen Eckdaten gehören: Die Höhe des benötigten Darlehens, die Zinsbindungsfrist und die Kreditlaufzeit, Tilgungssatz, vorhandenes Eigenkapital bzw. einsetzbare Sicherheiten und die Vereinbarungen über Sondertilgungsmöglichkeiten bzw. variable Gestaltungen von Zinsbindung oder Tilgungssatzanpassung. Alle diese Daten können natürlich nicht einfach so „aus dem Ärmel geschüttelt werden“, sondern sollten vorher reiflich überlegt worden sein (ggf. zusammen mit dem schon angesprochenen unabhängigen Berater) und dann dem Kreditinstitut entsprechend mit der Anfrage mitgeteilt werden. Für die Finanzierung mittels eines Bausparvertrages gelten ähnliche Ratschläge: Hier müssen die angebotenen Varianten bzgl. der Vorlaufphase (Regellaufzeit 7 Jahre) verglichen werden und bei geplanter Inanspruchnahme des vergünstigten Bauspardarlehens die Eckdaten dieses Darlehens dann zusätzlich. Nur die optimale Kombination aus beidem ergibt das bestmögliche Ergebnis für das Finanzierungsvorhaben. Das Problem ist hierbei generell, dass der Kaufpreis für das Objekt nach Ablauf der Sperrfrist (und damit der Zeitpunkt der Zuteilungsreife) nur grob geschätzt werden kann.

Ein Objekt, was erst in ca. 7 Jahren gekauft bzw. wohnwirtschaftlich verändert wird, ist zum Beginn der Ansparphase eines Bausparvertrages nur schwerlich einschätzbar. Die dritte erwähnte Möglichkeit – der Fremdwährungskredit – ist aufgrund der aktuellen Niedrigzinsphase genauso wie ggf. weitere Formen der Finanzierung eher vernachlässigbar. Es besteht derzeit kein Grund, sich auf derlei spekulativere Finanzierungsvarianten einzulassen, da die zurzeit angebotenen Zinssätze in Deutschland historisch und im Vergleich zu solchen Varianten sehr attraktiv sind. Gut überlegen sollte der Antragsteller auch, evtl. vorhandenes Eigenkapital nicht komplett als Sicherheit einzusetzen, um so etwas Spielraum für die Zukunft zu erhalten. Einige kurze Anmerkungen seien noch zu den Fördermöglichkeiten gestattet: Bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen können staatliche Förderungen in Anspruch genommen werden: z.B. KfW-Darlehen oder Eigenheimzulage bei Eigennutzung oder Förderprogramme für den Einbau von Solaranlagen, für den Kauf / Umbau von Passivhäusern oder für Altbau-Modernisierungen. Der Finanzierungsberater kennt die hierfür notwendigen Voraussetzungen.

siehe auch: Die Eigentumswohnung als Kapitalanlage – Vor- und Nachteile

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