Zinskommentar: Von Herdentrieb und Psychologie – was die Baufinanzierungszinsen im August beeinflusst

+++ Draghis Worte lassen die Zinsen nach oben klettern – der Grund: viel Psychologie +++ Nordkorea-Konflikt sorgt für Nachfragehoch bei Staatsanleihen +++ Bestzins für zehnjährige Hypothekendarlehen (Stand 16. August 2017): 1,10 Prozent +++



Wie Worte auf Zahlen wirken

Wer in den letzten Wochen die Zinsentwicklung verfolgt hat, dem wurde nicht langweilig. Kurz nach der Rede Mario Draghis, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), in Portugal gewann der Euro an Wert. Rückblickend betrachtet führten seine Aussagen auch zu einer Steigerung der Baufinanzierungszinsen – und zwar um beachtliche 35 Basispunkte. Draghi hatte angedeutet, dass sich die Eurozone in einer Phase wirtschaftlicher Konsolidierung befände. Er wies auf eine recht stabile Inflation hin und schürte damit Gerüchte um einen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik der EZB.

Keine Neuheiten in der Eurozone, viel Interpretation

Im Prinzip sagte Draghi nichts Neues, doch stießen seine Worte auf äußerst wachsame Zuhörer. Gerade in jüngster Zeit, in der die Rufe nach Zinserhöhung und dem Stopp des Anleihekaufprogramms lauter werden, reagiert der Markt sehr sensibel auf noch so leichte Nuancierungen im Protokoll des Notenbankchefs. „Aus der heutigen Perspektive betrachtet kann man sagen, dass der Zinsanstieg vor allem auf psychologischen Aspekten und Herdentrieb beruhte“, sagt Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG. „Fundamentale, wirtschaftliche Veränderungen gab es bis heute nicht. Die EZB sorgte umgehend für die Klarstellung von Draghis Worten. Trotzdem haben viele Marktteilnehmer eine zeitnahe Zinswende prophezeit. Diese Erwartungshaltung führte in Konsequenz zu einem Zinsanstieg“, erläutert Neumann die Zusammenhänge weiter. Inzwischen habe sich der Markt beruhigt und die Zinsen seien wieder um 20 Basispunkte gefallen.

Nordkorea, Trump und die Baufinanzierungzinsen

Eine andere psychologische Motivation – nämlich die Angst vor politischen Unruhen und ihren Folgen – treibt Investoren derzeit in sichere Anlagen. Als Bollwerk in diesem Zusammenhang gelten die zehnjährigen deutschen Staatsanleihen. Der Hintergrund: Die Gefahr eines nordkoreanischen Angriffs auf einen US-Militärstützpunkt auf der Insel Guam nimmt zu. Der Präsident der USA, Donald Trump, und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un liefern sich einen verbalen Schlagabtausch nach dem nächsten. Zudem gelten beide als impulsiv, ihre Reaktionen als schwierig vorherzusagen. Infolgedessen nahm in der vergangenen Woche die Nachfrage nach deutschen Bonds zu, ihre Rendite sank. Als sich die Krise am Montag zu beruhigen schien, waren die Staatsanleihen wieder weniger nachgefragt. Viele Banken refinanzieren Immobiliendarlehen mit langfristigen Anlagen wie Staatsanleihen oder Pfandbriefen. Deshalb beeinflusst deren Entwicklung auch die Baufinanzierungszinsen. „Gerade in politisch oder wirtschaftlich schwierigen Situationen nimmt die Nachfrage nach als sicher geltenden Staatsanleihen zu. In Folge steigen ihre Kurse, die Renditen sinken – und damit im Endeffekt auch die Baufinanzierungszinsen“, erklärt Neumann. Derzeit zeigt sich kein Trend nach unten, allerdings eine erhöhte Volatilität. Der Bestzins von Immobiliendarlehen mit zehnjähriger Zinsbindung beträgt 1,10 Prozent.

Tendenz

Kurzfristig: schwankend seitwärts
Langfristig: steigend

Über die Dr. Klein Privatkunden AG

Die Dr. Klein Privatkunden AG ist einer der größten Finanzdienstleister Deutschlands und seit über 60 Jahren erfolgreich am Markt etabliert. Angefangen in der Vermittlung von Finanzierungen in der kommunalen Wohnungswirtschaft in Lübeck baut Dr. Klein seine Expertise kontinuierlich aus und ist mittlerweile deutschlandweit mit rund 550 Beratern vor Ort an über 200 Standorten bundesweit vertreten. Die Spezialisten von Dr. Klein beraten nachhaltig, allumfassend und verständlich in den Bereichen Baufinanzierung, Versicherung, Ratenkredit oder Geldanlage. Dank kundenorientierter Beratungskompetenz und vertrauensvollen Beziehungen zu rund 300 Kredit- und Versicherungsinstituten sichert Dr. Klein seinen Kunden stets den einfachsten Zugang zu individuellen Finanzlösungen. Dafür wird das Unternehmen immer wieder ausgezeichnet. Zuletzt zum dritten Mal in Folge als „vorbildlicher Finanzvertrieb“ und mit dem „Deutschen Fairnesspreis“. Dr. Klein ist eine 100%-ige Tochter des an der Frankfurter Börse im SDAX gelisteten technologiebasierten Finanzdienstleisters Hypoport AG.

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