Einkaufsfinanzierung – der attraktive Wareneinkauf ohne Engpass

Unternehmer spüren Zeitdruck intensiver: Zum optimalen Kundenservice gehört heute eine prompte Lieferung. Was bleibt also anderes übrig, als ein großes Warenlager anzulegen, damit Produktion und Versand umgehend für zufriedene Kunden sorgen können? Dabei gehen Händler und produzierende Unternehmen mit teils enormen Summen in Vorleistung. Diese hohen Ausgaben binden Kapital, das der Unternehmer besser verwenden könnte. Gerade in Zeiten saisonaler Schwankungen entstehen häufig belastende Liquiditätsengpässe. Wie kann die Lösung aussehen?

Was versteht der Fachmann unter Einkaufsfinanzierung?

Ursprünglich bezeichnete der Begriff einen Kredit, bei dem ein Unternehmen mithilfe seiner Bank Material und Waren vorfinanzieren konnte. Die Finanzierung erfolgte ähnlich wie ein Betriebsmittelkredit. Durch die Veränderungen bei den Voraussetzungen für eine Kreditvergabe nach Basel II und III wurden die Vergaberichtlinien immer strenger. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen hatten zunehmend Schwierigkeiten, kurzfristige Engpässe finanziert zu bekommen. Eine neue Finanzierungsmöglichkeit kam auf den Markt: das Finetrading. In der Zwischenzeit verwenden viele Nutzer die Begriffe synonym.

Wie funktioniert Finetrading für den Unternehmer?

Die Vorfinanzierung des Wareneinkaufs übernimmt ein Zwischenhändler, der völlig unabhängig von Banken agiert. Er stellt das Kapital zur Verfügung, mit dem Waren, Rohstoffe oder andere Materialien bezahlt werden können. Dabei wickelt er jedoch nicht den gesamten Bestellvorgang ab.

Das Unternehmen übernimmt folgende Aufgaben:

  • Verhandlungen über Kaufpreis, Lieferbedingungen und Skonto mit dem Lieferanten
  • Abschluss eines Vertrags mit dem Finetrader
  • Übermittlung der vereinbarten Einkaufsbedingungen an den Zwischenhändler

Der Zwischenhändler bestellt die verhandelten Güter danach direkt beim Lieferanten und lässt sie an die Adresse des Unternehmers liefern. Nach Überprüfung der Waren gibt die Firma dem Finetrader das Okay und dieser begleicht die Rechnung nach Abzug von Skonto. Nun reicht er sie an den Unternehmer weiter, räumt ihm aber wie vereinbart bis zu vier Monate Zahlungsziel ein. Dabei verlangt der Einkaufsfinanzierer meist den Rechnungsbetrag inklusive Abzug von Skonto, berechnet aber im Gegenzug Gebühren für die Bereitstellung der Finanzierungssumme.

Die Vereinbarung über eine Vorfinanzierung des Einkaufs kann entweder in Form einer wiederkehrenden Kreditlinie oder einer einmaligen Finanzierung getroffen werden, die Absicherung erfolgt in der Regel durch eine Warenkreditversicherung.

Welche Vorteile hat diese Finanzierungsform für Unternehmer?

Liquidität gibt einer Firma die Fähigkeit, schnell auf Veränderungen zu reagieren, ein starkes Umsatzwachstum voranzutreiben und Kundenwünsche flexibel zu erfüllen. Für die Finanzierung über einen Zwischenhändler spricht besonders, dass

  • der Kontokorrentkredit bei der Bank entspannt wird.
  • Skonti jederzeit ausgenutzt werden können.
  • ohne zusätzliche Sicherheiten finanziert werden kann.
  • starke Beziehungen zu Lieferanten entstehen.
  • sich Cash-Flow und Rating erfreulich verbessern.
  • liquide Mittel für Investitionen vorhanden sind.

In vielen Fällen deckt oder übersteigt das gewährte Skonto sogar die Gebühren für die Vorfinanzierung. Das ist ein zusätzliches Bonbon für den Unternehmer!

Finetrading

Ist die Wareneinkaufsfinanzierung eine Hilfe in der Coronakrise?

Die Einschränkungen erschweren es vielen Firmen, liquide zu bleiben. Der Gesetzgeber hat für Überbrückungskredite gesorgt, die belasteten Unternehmen den Weg durch die Engpässe bahnen sollen. Doch die Beantragung und Auszahlung der Finanzmittel brauchen ihre Zeit, Zeit die Firmen oft nicht haben. Dabei kann das Unternehmen mit der flexiblen Einkaufsfinanzierung für mehr verfügbare Liquidität sorgen.

Wesentlich schneller und vor allem unkomplizierter geht es mit einer Finanzierung durch den Zwischenhändler. Da dieser Finanzierer weder auf zusätzlichen Sicherheiten noch auf übertriebener Prüfung der Bonität besteht, bietet er flüssige Mittel zu besonders günstigen Konditionen an. Außerdem ist die Wareneinkaufsfinanzierung auch vorteilhaft für die Bilanz, denn sie gehört nicht zu den Bankverbindlichkeiten. Das Unternehmen profitiert also von einem besseren Cash Flow und einem höheren Ratingergebnis.

Fazit

Finanzieren Firmen ihren Einkauf über einen Zwischenhändler, profitieren sie von niedrigen Kosten, verbesserten Unternehmenszahlen und einer beständigen Liquidität. Die Vereinbarungen mit einem Finetrader sind unkompliziert und mit wenig Aufwand verbunden. Durch die zügige Bezahlung von Rechnungen verbessert sich die Verhandlungsposition bei Lieferanten und die Kundenbindung lebt aktiv von einer umgehenden Lieferung der Produkte. Ausreichende Liquidität ist der Nährboden für Wachstum und Innovation.