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Die Barwertkosten im Zusammenhang mit einer Immobilienfinanzierung geben an, welche Gesamtkosten nach jetzigem Wertmaßstab für das Vorhaben anfallen (also den Kaufpreis bzw. Herstellungspreis) und die abdiskontierten (aufgezinsten) Finanzierungskosten aus dem künftigen Zahlungsstrom für die Finanzierung über das Kreditinstitut. Der Interessent erhält so einen Anhaltspunkt für den Aufschlag auf den für die Immobilie zu zahlenden Preis nach heutiger Bewertung und kann dann entscheiden, ob eine Finanzierung Sinn macht oder nicht. Die Barwertkosten liefern somit eine starke Entscheidungshilfe für oder gegen das Finanzierungsvorhaben. Der Aufschlag zum Herstellungs- bzw. Erwerbspreis für die Finanzierungskosten ist dabei abhängig von verschiedenen Faktoren. Erst wenn alle Faktoren bekannt sind, können die Bartwertkosten ermittelt werden. Im Einzelnen müssen dabei die folgenden Größen bekannt sein:

a. Der anfängliche Tilgungssatz des Darlehens
b. Das zur Verfügung stehende Eigenkapital des Darlehensnehmers
c. Die Bonitätsbewertung des Darlehensnehmers
d. Die Zinskonditionen für das Darlehen

Die Abhängigkeit von diesen Faktoren belegt, dass die Ermittlung der Barwertkosten stets eine individuelle Betrachtung mit entsprechender Aussagekraft ist. Je ungünstiger diese Faktoren sind, umso höher werden die Gesamtfinanzierungskosten und damit die Barwertkosten ausfallen. Die Bewertung kann beispielsweise durch Ansparung weiteren Eigenkapitals, Verbesserung der persönlichen Bonität oder durch Ausnutzung von Zinstiefphasen sehr positiv beeinflusst werden. Die Zusammenhänge können – je nach individueller Situation – sehr komplex sein, weshalb sich insbesondere für Nichtfachleute die Konsultation eines unabhängigen Finanzierungsberaters empfiehlt. Die Barwertkosten werden aktuell kaum noch in Verhandlungen mit Maklern oder Bankberatungen einbezogen, obwohl dies eine bedeutsame Größe für den Finanzierungswilligen ist. Der Interessent sollte daher von seiner Seite aus nach der Bedeutung der Barwertkosten fragen.