« zurück

Wer ein Bauvorhaben (Neubau oder genehmigungspflichtige An- oder Umbauten) plant, benötigt eine Erlaubnis der zuständigen Bauaufsichtsbehörde, die sog. Baugenehmigung. Um diese zu erhalten, muss ein Bauantrag gestellt werden. Hierzu müssen die entsprechenden Dokumente (notwendig sind u. a. Bauzeichnungen, Baubeschreibung, statische Berechnungen etc.) bei der unteren Bauaufsichtsbehörde zusammen mit dem Antrag eingereicht werden. Hierzu muss ein verantwortlicher, vorlageberechtigter Entwurfsverfasser (z. B. ein Architekt oder Bauingenieur) zusammen mit der Bauherrschaft unterschreiben und möglichst alle vollständigen Unterlagen beifügen.

Bei Fragen oder Unsicherheiten kann zunächst auch eine Bauvoranfrage gestellt werden, damit später keine Unklarheiten bestehen. Der Beginn eines Bauvorhabens ohne die baurechtliche Genehmigung ist ein Straftatbestand und wird mit teils empfindlichen Strafen geahndet, genauso wie Abweichungen von den eingereichten Plänen. Dementsprechend müssen Änderungen zunächst von der Behörde ebenfalls genehmigt werden. Eine einmal erteilte Baugenehmigung ist drei Jahre lang gültig – wird mit der Maßnahme später begonnen, muss ein erneuter Antrag gestellt werden. Die Baugenehmigung ist kostenpflichtig – die Faktoren für die Berechnung der Gebühren sind vielfältig und differieren von Gemeinde zu Gemeinde und sind auch unterschiedlich je nach Bauvorhaben, Rohbaukosten und weiteren Faktoren.

Ob für ein geplantes Vorhaben eine Genehmigungspflicht besteht, sollte am besten bei der zuständigen Behörde erfragt werden, um mögliche Strafen zu vermeiden. Die jeweilige Landesbauordnung regelt die genauen Sachverhalte – so sind z. B. Gartenhütten, Carports, Toilettenhäuschen etc. unter bestimmten Voraussetzungen genehmigungsfrei. Neben dem Bauantrag sind weitere Anträge bei anderen Institutionen einzureichen, um entsprechende Genehmigungen zu erhalten – beispielsweise können wasserrechtliche oder emissionsschutzrechtliche Genehmigungen notwendig sein. Die Bauherrschaft muss jederzeit mit Kontrollen der Behörden rechnen, die bei Feststellung von Abweichungen einen kostenpflichtigen Baustopp verhängen oder sogar den Abriss der bisher erbauten Gewerke anordnen kann.