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Der Darlehensverkauf war vor der Finanzkrise ein einträgliches Geschäft für Banken und Sparkassen. Es erfolgten nicht nur Darlehensverkäufe, wenn der Kunde massive Zahlungsschwierigkeiten hatte, sondern auch, wenn das Kreditinstitut seine Bilanz bereinigen wollte. Prekär war zudem, dass in vielen Fällen die Kunden nicht über einen Verkauf ihres Darlehens an einen meist ausländischen Finanzinvestor informiert wurden. Nach Berichten über unberechtigt eingeleitete Zwangsvollstreckungsmaßnahmen durch den Darlehenserwerber beschloss der Gesetzgeber, solche ausufernden Praktiken einzuschränken. Das Problem bestand darin, dass die zugrundliegende Grundschuld ohne Sicherungsabrede abgetreten wurde, so dass der Darlehenserwerber die gesamte Grundschuld in voller Höhe ohne den bereits geleisteten Tilgungsanteil vollstrecken konnte. Darüber hinaus wurden Verträge nach Auslaufen der Zinsbindungsfrist einfach gekündigt, ohne dass ein neues Angebot zur Anschlussfinanzierung vorgelegt werden musste.

Durch das Risikobegrenzungsgesetz sind die Darlehenskunden seit 2008 besser, aber nicht vollständig gegen einen Darlehensverkauf geschützt. Es wurde geregelt, unter welchen Voraussetzungen ein Darlehen verkauft werden darf und wie der Kreditnehmer darüber zu benachrichtigen ist. Demnach muss der Kunde informiert werden, dass sein Darlehen verkauft werden darf und nachdem dieses tatsächlich erfolgt ist. Der Kreditnehmer kann Einreden gegen eine Zwangsvollstreckungsmaßnahme ebenso gegen den Kreditkäufer geltend machen. Außerdem darf ein Kredit nur gekündigt werden, wenn der Darlehensnehmer mit mindestens 2,5 Prozent der Kreditsumme und zwei Raten im Zahlungsrückstand ist. Der Kunde kann in seinen Darlehensvertrag aufnehmen lassen, dass sein Kredit nicht verkauft werden darf. Es ist darauf zu achten, dass es sich um ein generelles Verbot handelt und nicht nur eines im Falle von Zahlungsrückständen. Dieses lassen sich die Banken jedoch gut bezahlen.