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Eine Hausversteigerung bezeichnet die Veräußerung eines Gebäudes bei einer Auktion an den Höchstbietenden. Sehr oft finden Hausversteigerungen im Rahmen von Zwangsvollstreckungen statt, wenn der Darlehensgeber von seinem Grundpfandrecht Gebrauch macht. Hier wird dann über den bei der Auktion erzielten Erlös die vollständige oder teilweise Befriedigung der Gläubigeransprüche erzielt. Für den Ablauf einer solchen Auktion bedarf es bestimmter Voraussetzungen und eines klar geregelten Ablaufschemas. Zahlt der Schuldner seine Raten nicht ordnungsgemäß und wird auch im Mahnverfahren keine Einigung erzielt, steht dem Gläubiger im Rahmen des amtlichen Zwangsvollstreckungsverfahrens die Möglichkeit der Hausversteigerung offen. Beim ersten Versteigerungstermin wird dabei ein Mindestgebot in Höhe von 70 % des Verkehrswertes (welcher vorher durch einen Gutachter ermittelt wird) angesetzt.

Gelingt die Versteigerung nicht, werden in Folgeterminen auch niedrigere Mindestgebote angesetzt. Für den Schuldner bedeutet eine solche Zwangsversteigerung meist ein weitreichendes, finanzielles Desaster. Der Gläubiger kann keineswegs sofort (z.B. nach Ausbleiben einer Ratenzahlung) eine Hausversteigerung im Rahmen einer Zwangsvollstreckung einleiten – dies ist eher die Folge einer völlig verfehlten Finanzplanung, die zu einer fortgesetzten Zahlungsunfähigkeit geführt hat. Häufige Gründe für solcherlei Problematiken sind unvorhergesehene Belastungen, die nicht durch „eiserne Reserven“ oder einem ausreichenden Einkommen aufgefangen werden können.

Wichtig ist in jedem Falle, schon bei ersten Anzeichen von Zahlungsschwierigkeiten das Gespräch mit dem Darlehensgeber zu suchen. Oftmals finden sich Möglichkeiten, den Darlehensnehmer zu entlasten und eine Rückzahlung doch noch zu ermöglichen – schließlich ist auch der Gläubiger daran interessiert, sein Kapital vollumfänglich zu erhalten, was bei Hausversteigerungen im Rahmen von Zwangsvollstreckungen durchaus nicht unbedingt sicher ist.