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Bei der Immobilienverrentung (oft auch Umkehrhypothek genannt) dient die eigene Immobilie der Erzielung einer Leibrente. Hierbei wird durch den Verkauf der Immobilie eine Rente als Kaufpreisersatz generiert, das Wohnrecht bleibt jedoch bestehen. Die Grundidee stammt aus den USA, wo dies sogar staatlich unterstützt wird. Hierzulande tun sich die Banken allerdings schwer, derlei Angebote zu offerieren, da eine staatliche Risikoübernahme fehlt. Die wenigen möglichen Angebote unterscheiden sich in der Art der Auszahlung (Rente, einmaliger Betrag oder indirekte Verrentung mittels Rentenversicherung) sowie in den Konditionen recht deutlich.

Die Probleme liegen insbesondere in den unkalkulierbaren Risiken der Lebenserwartung der Darlehensnehmers (Laufzeit ist nicht bestimmbar), der Wertentwicklung der Immobilie im Laufe der Jahre (Verwertungspreis nach dem Ableben oder dem Auszug nicht bestimmbar) sowie in der Zinsentwicklung über die unbestimmte Laufzeit (Refinanzierung nur schwer möglich). Daher dienen bei den meisten Angeboten nur bis zu max. 35% des Immobilienwertes als Basis für die Rentenauszahlung. Für Verträge, die eine lebenslange Rente beinhalten, bedeutet eine statistische Lebenszeit über dem Durschnitt ein Risiko für die Bank. Daher werden solche Verträge nur mit Rentenhöhen angeboten, die dann für den Darlehensnehmer von großem Nachteil sind, wenn die statistische Lebenserwartung nicht oder annähernd erfüllt wird.

Es gibt daher auch Varianten, die eine Rentenzahlung nur über eine bestimmte Laufzeit vorsehen. In den USA werden bei Verträgen mit lebenslanger Rentenzahlung Bankbürgschaften durch den Staat ausgestellt, wenn die Rentenzahlungen den Immobilienwert überschreiten. In Deutschland sind Umkehrhypotheken ein Nischenprodukt. Hier wird eher zur Rentenhypothek gegriffen, welche von den Banken auch grundsätzlich lieber verkauft wird als eine Immobilienverrentung mit lebenslanger Rentenzahlung.