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Der Begriff Leerstand bezeichnet nicht vermietete Wohneinheiten, die eigentlich jedoch sofort bezugsfertig sind. Ob es sich dabei um ein länger bestehendes oder neu erbautes Objekt handelt, ist in diesem Zusammenhang nicht von Bedeutung. Ein Leerstand gilt als Forderungsausfall des Vermieters (da für die leerstehende Wohneinheit keine Miete eingenommen wird) und kann so unter bestimmten Voraussetzungen auch steuerliche Berücksichtigung (da trotzdem Kosten anfallen) finden. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass beispielsweise die Nebenkosten in einem Gebäude mit mehreren Mietparteien und einem Leerstand nicht durch einen anderen Verteilungsschlüssel auf die verbliebenen Mieter aufgeteilt werden dürfen. Vielmehr müssen die anfallenden Nebenkosten für den Leerstand vom Vermieter getragen werden.

Hierzu gibt es einschlägige Urteile durch den BGH. Vorsicht ist auch geboten, wenn die Absicht zur Weitervermietung nicht klar erkennbar ist oder ein bereits sehr lange andauernder Leerstand besteht, da dann unter Umständen eine Zweckentfremdung vermutet wird, die zu Bußgeldern führen kann. Es ist daher für jeden Vermieter ratsam, möglichst umgehend einen neuen Mieter für die leerstehende Wohneinheit zu finden. Der Begriff Leerstand wird oft fälschlicherweise auch für Wohneinheiten verwendet, die zwar vermietet, aber nicht dauernd bewohnt sind, weil sich z.B. der Mieter auf einem längeren Auslandsaufenthalt befindet oder aber die Wohneinheit nur als Zweit- oder Winterresidenz genutzt wird etc.

Hierbei handelt es sich jedoch nicht um einen Leerstand, sondern nur um eine vorübergehende Nichtnutzung – hinzu kommt, dass der Mieter eine Obhutspflicht für die von ihm angemieteten Objekte trägt, die er allerdings auch auf andere Personen übertragen kann.