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Der Mietkauf ist eine Finanzierungsform zum Erwerb eines Objekts (z.B. einer Immobilie), wobei die Mietsache noch vor dem endgültigen Erwerb benutzt (gemietet) wird. Bei einer Wohnimmobilie bedeutet dies, dass der Mieter das Objekt bereits nutzt und die regelmäßigen Mietzahlungen einen Teil der Kaufsumme abtragen sowie die Zinsen für das vom Vermieter quasi gestundete Geld beinhalten. Der Mietkäufer verpflichtet sich dazu, den Restkaufpreis nach der vertraglich vereinbarten Laufzeit zu zahlen und die Immobilie geht dann auf den Mietkäufer über. Der für dieses Verhältnis notwendige Vertrag enthält alle Details darüber, welcher Teil der Mietzahlungen wirklich auf den vereinbarten Kaufpreis angerechnet wird. Meist beträgt dieser Teil etwa 50% der gesamten Mietzahlung.

Dies erklärt, warum die Miete für ein solches Objekt meist merklich über der Durchschnittsmiete eines vergleichbaren Objekts der gleichen Region liegt. Hierin liegt nach Ansicht der Experten auch der Nachteil für den Mieter: Trotz eines relativ hohen Betrages für die regelmäßigen Mietzahlungen dauert es sehr lange, bis der gesamte Kaufbetrag für das Objekt zusammenkommt. Dabei muss individuell vereinbart werden, wann genau das Objekt vom Mieter erworben werden darf, meist muss dann der ausstehende (noch nicht abgezahlte) Restbetrag des Kaufpreises in einer Summe aufgebracht werden. Viele Interessenten entscheiden sich für einen Mietkauf, wenn es unmöglich oder nur unter Zahlung unangemessen hoher Zinsen (z.B. wegen ungenügender Bonität) möglich ist, ein Bankdarlehen zur Finanzierung des gewünschten Erwerbs zu erlangen. Geachtet werden sollte auf die Eintragung von Sicherheiten im Grundbuch, damit sichergestellt ist, dass der Mietkäufer nach Zahlung des Restkaufpreises auch wirklich das Eigentum am Objekt erlangt.