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Eine Nichtveräußerungsgarantie (oder auch Darlehensgebergarantie oder Vertrauensgarantie) ist eine vom darlehensgebenden Kreditinstitut abgegebene, verpflichtende Erklärung, zu keinem Zeitpunkt jedwede Ansprüche aus dem Darlehensvertrag an Dritte zu veräußern oder in anderer Form zu übertragen. Seit einigen Jahren ist dies ein Baustein mit zunehmender Bedeutung zur Beurteilung einer Darlehensqualität geworden und dient somit zur besseren Kundenakquise. Die Bedeutungssteigerung ist insbesondere auf die vergangene Entwicklung der sog. Hypothekenblase in den USA zurückzuführen, wofür auch der Verkauf von Forderungsansprüchen aus Hypothekendarlehen über derivativ strukturierte Refinanzierungsprodukte an entsprechende Anbieter mitverantwortlich gemacht wird.

Die negativen Auswirkungen waren weltweit an den Finanzmärkten zu spüren und viele Immobilienbesitzer in den USA mussten Ihre ehemals teuren Häuser weit unter Erwerbspreis verkaufen und sitzen nun trotzdem auf einem Berg Schulden. Die vertraglich fixierte Nichtveräußerungsgarantie ist in der Regel kostenfrei und beinhaltet detaillierte Regelungen zur Anspruchsveräußerung an Dritte. Kommt der Darlehensnehmer allerdings mit den festgelegten Ratenzahlungen in Verzug, so erlischt die vereinbarte Nichtveräußerungsgarantie – dann ist das Kreditinstitut beispielsweise berechtigt, die offenen Forderungen an Inkassounternehmen weiter zu veräußern. Bei Bausparkassen ist die vertragliche Vereinbarung einer Nichtveräußerungsgarantie weniger häufig und auch nicht von adäquater Bedeutung, da Forderungen aus Bausparkrediten grundsätzlich aufgrund gesetzlicher Regelungen einer sehr stark begrenzten Veräußerungsmöglichkeit unterliegen.

Im Hinblick auf die Refinanzierung über wertpapierbasierte Quellen existieren zudem entsprechende Regulierungen durch verbandsinterne Bestimmungen der Bausparkassen.
Im Falle der Verletzung einer vereinbarten Nichtveräußerungsgarantie durch das Kreditinstitut ist bisher allerdings kein Strafmaß festgelegt – existiert im Vertrag keine besonders fixierte Strafregelung (z.B. Konventionalstrafe), kann auf keine Präzedenz zurückgegriffen werden. Die Vertragsverletzung an sich jedoch berechtigt den Darlehensnehmer zur Kündigung des Vertrages. Die Herleitung genauer Rechtsfolgen bleibt jedoch schwierig und kann zurzeit kaum bewertet bzw. beurteilt werden.