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Unter einem Notaranderkonto (oder auch Anderkonto) wird ein von einem Notar (beim Anderkonto z. B. auch von Rechtsanwälten, Steuerberatern oder Pfarrern) treuhänderisch verwaltetes Girokonto verstanden. Im Rahmen eines Treuhandauftrages (z. B. bei einer Darlehensauszahlung oder bei einem Immobilienverkauf) verwaltet der Notar das Konto, um sicherzustellen, dass die beiderseitig vereinbarten Vertragsbestimmungen eingehalten werden. Notaranderkonten können sowohl im Interesse privater Personen, wie auch bei geschäftlichen Verträgen zur Anwendung kommen.

Obwohl der Notar das Konto unter seinem Namen führt, darf er über die dort auftretenden Gelder nicht frei verfügen, sondern muss sicherstellen, dass ein vorher vertraglich vereinbarter Geldtransfer und die damit zusammenhängenden Voraussetzungen und Erfüllungsgeschäfte entsprechend vertragsgerecht vollzogen werden. Bei Immobilienverkäufen beispielsweise überweist der Notar den Kaufpreis in der Regel erst an den Verkäufer, wenn der neue Käufer im Grundbuch als neuer Eigentümer eingetragen ist. Die Führung eines Notaranderkontos ist für beide Seiten von Vorteil, da sowohl Käufer wie auch Verkäufer von einer ordnungs- und fristgemäßen Geschäftsabwicklung ausgehen können. So kann der Verkäufer sicher sein, dass der vereinbarte Kaufpreis auch tatsächlich gezahlt worden ist und der Käufer, dass das Eigentum in korrekter Weise übertragen wird.

Auch bei einer zwischenzeitlichen Insolvenz des Verkäufers können die Vermögenswerte nicht verloren gehen. Die Dienstleistung der Führung eines Notaranderkontos ist allerding nicht kostenlos – es fallen Notarkosten im Rahmen der offiziell festgelegten Gebührenregelung (§149 KostO) an. Diese Kosten richten sich üblicherweise nach dem Kaufpreis bzw. dem Wert der Transaktion. Unterschieden wird zudem zwischen offenen und verdeckten, treuhänderisch geführten Konten. Bei der verdeckten Variante ist nicht ersichtlich, in welchem Verhältnis die Treuhandvereinbarung stattfindet.