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Ist ein Schuldner nicht in der Lage, seine Verbindlichkeiten zu begleichen, kann sein Einkommen vom Gläubiger gepfändet werden. Bei Krediten wirkt eine Vereinbarung zur Abtretung der Lohn- und Gehaltsansprüche vorrangig wie eine Pfändung. Ein Darlehen erhalten Antragsteller nur, wenn sie ein ausreichendes pfändbares Einkommen nachweisen. Nur Arbeitseinkommen – Löhne, Gehälter, Beamtenbezüge, Ruhegelder, Hinterbliebenenbezüge und Dienstleistungsvergütungen – kann gepfändet werden. Pfändungen von Lohn und Gehalt können auch im Zusammenhang mit Zwangsversteigerungen durchgeführt werden. Grundvoraussetzung ist, dass der Schuldner mit mindestens 2,5 Prozent der Darlehenssumme und mit zwei aufeinanderfolgenden Raten in Zahlungsrückstand geraten ist und die Bank den Immobilienkreditvertrag gekündigt hat.

Erfolglose Mahnungen und Gespräche zu Ratenänderungen oder Rückzahlungsplänen gehen dem voraus. Ist keine Lösung der Zahlungskrise möglich, wird das Einkommen des Baukreditschuldners beim Arbeitgeber gepfändet. Dies kommt jedoch nur als Ergänzung zur Zwangsversteigerung und Pfändung von anderen Vermögenswerten infrage, da die Pfändung von Lohn- oder Gehaltsbestandteilen allein eine zu geringe Entschuldung bringt.  Einen Teil seines Nettoeinkommens darf der in Verzug geratene Schuldner behalten. Er soll nach wie vor seinen Lebensunterhalt selbst bestreiten können. Die Höhe des pfändbaren Einkommens ist abhängig von der Art des Einkommens und von der Zahl der Personen, für die der Schuldner unterhaltspflichtig ist. Es gibt Pfändungsfreigrenzen, unterhalb derer kein Lohn und Gehalt gepfändet werden darf. Liegt das Einkommen über dem gesetzlich festgelegten Höchstbetrag, darf voll gepfändet werden. Bei einem Einkommen, das zwischen Pfändungsfreigrenze und Höchstbetrag liegt, müssen dem Schuldner bestimmte Prozentsätze seines Einkommens verbleiben, die unpfändbar sind. Die Pfändbarkeit von Einkommen ist in der Zivilprozessordnung (ZPO) geregelt.