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Der Tilgungszeitraum ist derjenige Zeitraum, welcher benötigt wird, um eine Darlehensschuld vollständig zurückzuführen (zu „tilgen“). Da zu den Tilgungsbeträgen auch Zinszahlungen kommen, zahlt der Darlehensnehmer insgesamt sehr viel mehr Kapital zurück als die nominale Darlehensschuld. Erst wenn der nominale Darlehensbetrag vollständig getilgt wurde, fallen auch keine weiteren Zinsen mehr an. Bei den meisten privaten Immobilienfinanzierungen ist der Tilgungszeitraum oft viele Jahrzehnte lang, da die für einen Privathaushalt relativ hohen Beträge nur in kleinen Schritten (Raten) zurückgezahlt werden können.

Die Tilgungsrate ist dabei abhängig von den mit dem Kreditinstitut vereinbarten Konditionen, die sich an der Kapitaldienstfähigkeit des Darlehensnehmers orientieren. Das bedeutet, dass niedrige Einkommensgruppen weniger hohe, regelmäßige Tilgungsleistungsraten erbringen und Darlehensnehmer mit einem hohen regelmäßigen Einkommen auch höhere Tilgungsleistungen leisten können. Durch einen höheren Tilgungssatz verkürzt sich so der Tilgungszeitraum – umgekehrt bedeutet ein niedriger Tilgungssatz erhöhte Gesamtkosten, da die Zinsen auf einen sehr langen Zeitraum berechnet werden. Bei vielen Darlehensverträgen können jedoch auch sog. Sondertilgungen vorgenommen werden – d.h. Tilgungsleistungen, die außerhalb eines vereinbarten Zahlungsplanes freiwillig (je nach Einkommens- und Vermögenssituation) erfolgen.

Eine vorgenommene Sondertilgung bedingt die Erstellung eines veränderten Zahlungsplanes, da sich Zinsberechnung und Restschuld verändert haben. Ein realistisches Finanzierungskonzept berücksichtigt immer die individuellen Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Darlehensnehmers und resultiert in einem tragbaren und dem Einkommen angepassten Tilgungsplan. Wichtig für private Darlehensnehmer ist dabei auch das Alter: Ist der Tilgungszeitraum beispielsweise mit Eintritt des Rentenalters nicht beendet, droht eine Einbuße der Lebensqualität, da die Renteneinkünfte in den meisten Fällen niedriger sind als die Einkünfte während des Erwerbslebens.