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Nicht alle finanziellen Engpässe sind gleich eine Überschuldung, sie müssen über längere Zeit bestehen. Eine exakt definierte Höhe des Kreditumfanges oder der monatlichen Belastung, bei der eine Überschuldung vorliegt, gibt es jedoch nicht. Die Grenzen zwischen Verschuldung und Überschuldung können fließend sein. Wenn die monatlichen Einnahmen nicht ausreichen, allen Ratenzahlungsverpflichtungen nachzukommen oder es zu überteuerten Umschuldungen kommt, weil nur noch ein Darlehen durch das nächste abgelöst wird, dann liegt eine Überschuldung vor. Ebenso, wenn das Vermögen nicht ausreicht, alle eingegangenen Verbindlichkeiten abzudecken.

Es gibt vielfältige Ursachen, die in eine solche Situation führen: eine plötzliche Änderung der Lebensumstände durch Krankheit, Tod, Trennung oder Entlassung, ein leichtfertiger oder nicht gelernter Umgang mit Geld sowie eine gescheiterte Existenzgründung. Ursächlich kann auch ein Vermögensverfall aufgrund von Kursverlusten sein. Selbst Streitigkeiten in der Familie können zur Überschuldung führen. Misslungene Baufinanzierungen zählen ebenfalls zu den häufigsten Gründen einer Überschuldung. Diese können durch fehlendes Eigenkapital, den Kauf einer überteuerten Immobilie, steigende Zinsen bei variablen Zinskonditionen oder Einkommenseinbußen begünstigt sein. Ebenso trägt eine unsichere oder zu knappe Kalkulation der Gesamtfinanzierung wesentlich zu einer Überschuldung bei.

Bei einer Baufinanzierung ist es deshalb besonders wichtig, seine finanziellen Mittel langfristig exakt zu planen, weil diese Darlehen grundpfandrechtlich gesichert sind. Das heißt, die Banken lassen sich durch die Eintragung einer Grundschuld im Grundbuch das Recht einräumen, im Falle einer Nichtbedienung der Darlehensraten, sofort in das Immobilieneigentum zu vollstrecken. Ohne eine gerichtliche Prüfung können Banken die Zwangsversteigerung einleiten. Außerdem lassen sich damit auch Ansprüche aus anderen Schulden des Kreditnehmers, beispielsweise einem Ratenkredit, eintreiben.