« zurück

Unter dem Begriff „Verrentungsmodelle“ sind Vereinbarungen über den Verkauf einer Immobilie gegen Zahlung einer Rente – in der Regel in Kombination mit lebenslangem Wohnrecht des Verkäufers – zu verstehen. Somit kann der Verkäufer sein Einkommen aufbessern, ohne das Wohnrecht in den gewohnten 4 Wänden aufzugeben. Erst nach dem Tod des Verkäufers (bzw. bei besonderen Modellen nach Eintritt eines bestimmten Zeitpunkts) fällt die Immobilie an den Erwerber. Unterschieden werden muss dabei zwischen Verträgen rein privater Natur (zwischen Privatleuten) und Verträgen mit Kreditinstituten (z.B. sog. Umkehr-Hypotheken).

Selbst bei Vereinbarungen mit Kreditinstituten gibt es keine generellen inhaltlichen Modalitäten über bestimmte Zahlungs- oder Nutzungsbedingungen – den Vertragsparteien stehen also vielfältige Vertragsgestaltungsmöglichkeiten offen. So gibt es Vereinbarungen, die einen bestimmten Zeitraum für die Rentenzahlungen definieren (z.B. einen Rentengarantiezeitraum) oder einschlägige Regelungen für den Fall des Ablebens des Verkäufers. Alle Verrentungsmodelle richten sich jedoch nach bestimmten Einflussfaktoren, die letztendlich für die Höhe der Rentenzahlungen entscheidend sind. Der Immobilienwert ist dabei natürlich einer der wichtigsten Werte, aber es spielen auch Daten wie die durchschnittliche Lebenserwartung (bei mehreren Wohnrechten gilt hier immer die höchste Zahl) oder die Lage und die Wiederverkaufsmöglichkeit der Immobilie eine Rolle.

Prinzipiell wird eine Immobilie nicht zu 100% des aktuellen Verkehrswertes verrentet werden können, da einige Risikofaktoren und natürlich auch kalkulatorische Zinsen berücksichtigt werden müssen – dies spielt eine umso größere Rolle, je länger die zu erwartende Rentenzahlungsperiode ausfällt. Der Markt für Verrentungsmodelle ist seitens der Kreditinstitute noch immer recht beschränkt, doch die Zahl der Anbieter mit verschiedenen Optionen für die Möglichkeit einer Immobilienverrentung wächst.