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Das Wegerecht bezeichnet das Recht, über ein in Fremdeigentum befindliches Grundstück zu queren (z. B. zu fahren oder zu gehen). Ein Wegerecht kann zeitlich begrenzt sein oder aber grundsätzlich unbefristet sein – empfehlenswert ist es, die genaue Art der Nutzung festzulegen, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden. Ein Nutzungsbeispiel ist das Wegerecht bei Hinterliegergrundstücken – also Grundstücken, welche sich nicht autark zugänglich hinter anderen Grundstücken befinden. In diesem Fall benötigt der Eigentümer bzw. Bewohner ein Wegerecht, um überhaupt auf sein Grundstück zu gelangen.

Ein Wegerecht kann grundsätzlich per Vertrag oder über eine sog. Grunddienstbarkeit (eine festgeschriebene Nutzungsrechteinschränkung zu Gunsten des Wegerechtsinhabers, welche im Grundbuch rechtssicher eingetragen ist) fixiert werden. Besonders bei Hinterliegergrundstücken ist dabei auch eine zeitlich uneingeschränkte Nutzung angezeigt. Weitergehende Vereinbarungen bei bestehenden Wegerechten sollten auch die genaue Aufteilung der Rechte und Verpflichtungen bezüglich des Wegerechts beinhalten, z. B. die Räumpflicht, Parkrechte, Rechte zur Verlegung von Leitungen oder die Übernahme von Instandhaltungs- oder Reparaturkosten. Wegerechte bzw. deren Auswirkungen, sowie die Rechte und Pflichten in deren Zusammenhang sind nicht selten Ausgangspunkt für Streitigkeiten in Nachbarschaftsverhältnissen.

Bestehende Wegerechte bedeuten neben einer möglichen Belastung durch Geräusche oder dem Verlust der Privatsphäre zudem meist auch eine Wertminderung – sei es durch Abnutzung oder durch das Bestehen einer eingetragenen Grunddienstbarkeit. Eine solche geht bei einer eventuellen Veräußerung der Immobilie auf den neuen Eigentümer über, was dieser in der Regel als wertmindernd empfindet. Je nach Ausgestaltung des Wegerechts kann sich der genaue Wert dieser Minderung allerdings unterschiedlich gestalten – auch ist dies mitunter Verhandlungssache zwischen Verkäufer und Erwerber.