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Die landläufig unter der Bezeichnung „Wohn-Riester“ bekannte Eigenheimrente stellt eine zusätzliche private Altersvorsorgemöglichkeit unter Einbeziehung selbst genutzter Wohnimmobilien dar. Die nach dem ehemaligen Bundesarbeitsminister Walter Riester benannte Variante der „Riester-Rente“ fördert dabei selbstbewohnte Wohnungen (auch Genossenschaftswohnungen), Häuser und eigentumsähnliche Dauerwohnrechte bzw. die Finanzierung für diese. Nicht begünstigt sind z.B. Wochenendhäuser oder Gartenhäuser. Ein „Wohn-Riester“-Vorsorgevertrag kann dabei ggf. bereits existierende Vorsorgeguthaben berücksichtigen.

Die staatliche Förderung erfolgt durch Zuschüsse bzw. durch steuerliche Vergünstigungen (bis jährlich 2.100 Euro können als Sonderausgaben im Rahmen der Steuererklärung geltend gemacht werden). Als Zuschuss werden jährlich 154 Euro plus ggf. 300 Euro pro kindergeldberechtigtem Kind (185 Euro pro Kind, sofern die Geburt vor 2007 war) gezahlt. Zur Erlangung der Zulagenberechtigung muss der Vertragsnehmer mindestens 4 Prozent seines Bruttoeinkommens (jedoch maximal 2.100 Euro) in einen entsprechend zertifizierten Vertrag (bei einer Bausparkasse) einzahlen. Die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung ist ebenfalls Voraussetzung. Interessenten ohne Einkommen können durch die Einzahlung eines Mindestbetrages von 60 Euro im Jahr einen Förderanspruch erwerben.

Werden die für eine Immobilienfinanzierung entnommenen Beiträge nicht wieder in das Vertragsguthaben eingebracht, besteht mit Beginn der Auszahlungsphase eine Steuerpflicht für die theoretischen Rentenansprüche (ähnlich den herkömmlichen Riester-Verträgen). Der Interessent sollte sich also ausgiebig informieren, bevor ein solcher Vertrag geschlossen wird – zudem gibt es derzeit nur wenige Anbieter (Bausparkassen) auf dem Markt, daher sind die Konditionen und Kostenprofile teils intransparent. Das Produktkonzept ist grundsätzlich für die Altersvorsorge – insbesondere von Familien – geeignet, jedoch sollte anhand der individuellen Situation geprüft werden, ob andere – ggf. verwandte – Produkte nicht geeigneter sind.