« zurück

Das Wort Zinsabschlag kann grundsätzlich unterschiedliche Bedeutungen haben. So kein ein Zinsabschlag beispielsweise eine Reduktion eines bestimmten Zinssatzes, z. B. als Bonus im Finanzierungsgeschäft, als zeitlich befristete Neukundenaktion oder als Anreiz für bestimmte Finanzierungsprodukte bedeuten. Bis zum Januar 2009 wurde das Wort Zinsabschlag im Zusammenhang mit der Abführung einer 30 % – igen Abgabe auf erhaltene Guthabenzinsen außerhalb des Freibetrages (801 Euro je Person bzw. 1.602 Euro für Verheiratete) gebraucht. Ab dem 1.1.2009 wurde der Zinsabschlag durch die sog. Abgeltungssteuer ersetzt, welche erzielte Erträge pauschalisiert mit 25 % Steuern außerhalb des Freibetrages belegt.

Im Zusammenhang mit Immobilienfinanzierungen sind Zinsabschläge für verschiedene Szenarien denkbar. So wird der Begriff häufig in Verbindung mit den Förderdarlehen der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) gebracht, da die entsprechenden Förderdarlehen im Vergleich zu herkömmlichen Immobiliendarlehen einer Geschäftsbank günstiger (also mit einem merklichen Zinsabschlag) zu haben sind. Voraussetzung ist allerdings, dass die Fördervoraussetzungen entsprechend erfüllt und nachgewiesen werden. Viele Kreditinstitute bieten auch spezielle (verbilligte) Darlehensformen an – z. B. sog. Familienhypotheken, welche Darlehensnehmern mit Kindern einen bestimmten Zinsabschlag für jedes Kind auf die regulären Sollzinsen gewährt. Auch beim Vergleich unterschiedlicher Sollzinsbindungszeiträume für eine Immobilienfinanzierung eines bestimmten Anbieters wird ersichtlich, dass je kürzer der Zeitraum ist, ein umso höherer Zinsabschlag zur Anwendung kommt.

Dies liegt darin begründet, dass der Darlehensgeber bei kürzerer Sollzinsbindung auch nur ein weniger lang in die Zukunft gerichtetes Refinanzierungskonzept benötigt. Werden die Zinsbindungszeiträume länger, wird auch immer unsicherer, wie sich die Zinsen am Kapitalmarkt verändern werden und ein langfristiges (und teureres) Refinanzierungskonzept muss gefunden werden.