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In Darlehensverträgen ohne Zinsbindung regelt die Zinsänderungsvereinbarung die Änderungsbedingungen des zugrunde liegenden Zinssatzes. Der variable Zinssatz orientiert sich dabei an einem Marktzinssatz (in der Regel dem EURIBOR = Euro Interbank Offered Rate oder dem EONIA = Euro OverNight Index Average) und wird zu festgelegten Terminen und mit einem bestimmten Aufschlag angepasst. Aus dem jeweils gültigen Zinssatz ergibt sich die Zinslast des Darlehensnehmers, die somit zu jedem Zinsänderungstermin variieren kann.

Ein Beispiel:

In einem Darlehensvertrag ist eine Zinsänderungsvereinbarung definiert, welche eine Anpassung des Darlehenszinssatzes alle 3 Monate (zum letzten Bankarbeitstag eines Quartals) gemäß dem aktuellen EURIBOR plus 200 Basispunkte festlegt. Damit wird der Zins am jeweiligen Tag betrachtet und (soweit sich eine Änderung des EURIBOR ergeben hat) entsprechend angepasst. Das bedeutet für den Darlehensnehmer, dass von diesem Tag der neue Zinssatz für das verbleibende Restkapital aus dem Darlehen als Berechnungsgrundlage dient. Ist der neue Zinssatz niedriger als der bisherige, bedeutet dies eine Minderung der Zinsbelastung – ist der Zins höher, zahlt der Darlehensnehmer mehr Zinsen im Vergleich zu einer Belastung mit gleichbleibendem Zinssatz.

Eine Zinsänderungsvereinbarung kann noch weitere Vereinbarungen im Zusammenhang mit der Zinssatzbestimmung enthalten, z. B. eine beschränkte Weitergabe von Zinserhöhungen am Markt, Begrenzungen hinsichtlich eines maximalen Zinssatzes (sog. „Zins-Caps“) oder auch Vereinbarungen über „Ruhephasen“ (z. B. 6 Monate keine Erhöhung nach einer Zinsanhebung). Der Darlehensnehmer sollte in jedem Fall darauf achten, dass möglichst umfassende und eindeutige Zinsänderungsvereinbarungen im Vertrag fixiert sind, da es sonst (bei einer Auslegung durch den Darlehensgeber) zu nachteiligen Zinsanpassungsmodalitäten – insbesondere zum Nachteil des Darlehensnehmers – kommen kann.