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Die Zinsanpassungsklausel legt die Details für Zinsanpassungen (Zinssenkungen oder Zinsanhebungen) einer Finanzierung ohne Zinsbindung fest. Darunter fallen die Festlegung des Turnus (zu welchen Terminen wird der Zinssatz angepasst?), der Referenzzinssatz (an welchem Marktzinssatz orientiert sich der Darlehenszins?) und die Aufschläge bzw. Begrenzungen (z. B. EURIBOR plus 200 Basispunkte). Für den Finanzierungsnehmer ist es von großer Wichtigkeit, die in der Zinsanpassungsklausel festgelegten Kriterien auf Vollständigkeit und Interpretationsfreiheit zu überprüfen, um ungünstige Auswirkungen von zukünftigen Zinsanpassungen zu begrenzen.

Da variabel verzinsliche Darlehen generell ein höheres Zinsanpassungsrisiko tragen als z. B. Darlehen mit Zinsbindung, sollte der Darlehensnehmer die genauen Bedingungen eingehend prüfen. Ein Abgleich mit der persönlichen Situation und der Gesamtfinanzierungsplanung sind unabdinglich, um finanzielle Nachteile (im schlimmsten Fall eine Kapitaldienstunfähigkeit) zu vermeiden. So sollte in der Zinsanpassungsklausel unbedingt erwähnt werden, auf welchen Marktzinssatz (z. B. EURIBOR = Euro Interbank Offered Rate oder EONIA = Euro OverNight Index Average) sich eine Änderung des Darlehenszinssatzes bezieht, zu welchem Termin genau eine Anpassung erfolgt und mit welchen Aufschlägen die Änderung berechnet wird.

Je nach Situation bieten sich auch die Festlegung von Zinsobergrenzen (sog. „Zins-Caps“) oder die Möglichkeit zur Tilgungssatzanpassung nach einer Zinsänderung an. Letztendlich kommt es darauf an, dass der Darlehensnehmer die evtl. Mehrkosten einer ungünstigen Zinsentwicklung (Sollzinserhöhung) auch tragen kann und dadurch nicht in Tilgungs- bzw. Zinszahlungsschwierigkeiten gerät. Immer wieder traten in der Vergangenheit Unklarheiten bei der Zinsanpassungsklausel auf, die zu gerichtlichen Verfahren geführt haben. Im Zweifelsfall sollte der Finanzierungsinteressent vor Abschluss einer Finanzierung einen unabhängigen Fachberater konsultieren, um Nachteile durch zu viel Interpretationsspielraum oder durch die Wahl einer falschen Finanzierungsform zu vermeiden.