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Unter dem Zinseszins wird ein Zins verstanden, der auf bereits (zu einem früheren Zeitpunkt effektuierte) kapitalisierte Zinsen berechnet wird. Die Zinseszinsrechnung als Teil der Finanzmathematik ist vergleichsweise komplex und bedingt einen mitunter exponentiellen Vermögens- oder Verbindlichkeitsanstieg. Eine detaillierte Prüfung des Zinseszinseffektes ist Voraussetzung für die Beurteilung jeglicher Spar- oder Darlehensangebote, bei denen ein solcher Zinseszins auftritt. Leichter verständlich wird das Prinzip anhand eines Beispiels:
Werden 1.000 Euro auf ein mit 2% p.a. verzinsliches Guthabenkonto angelegt, erfolgt am Jahresende (bei jährlicher Zinsgutschrift) eine Zinsgutschrift von 20 Euro.

Ist das gleiche Konto mit halbjährlicher (statt jährlicher) Zinsgutschrift ausgestattet, erfolgt am 30.6. eine Gutschrift von 10 Euro und am 30.12. eine Gutschrift von 10,10 Euro, so dass ein gesamter Zinsertrag von 20,10 Euro für das Bankjahr entsteht. Der Unterschied von 0,10 Euro kommt durch die „Mitverzinsung“ der ersten Zinsgutschrift vom 30.6. zustand (=Zinseszins). Die obigen Beispiele setzen natürlich voraus, dass keine weiteren Buchungsvorgänge im jeweiligen Jahr entstanden sind. Der Zeitpunkt des Auftretens eines Zinszinses hängt also von den vereinbarten Zinskonditionen ab; so tritt z.B. bei Verträgen mit quartalsweiser Zinsberechnung schon nach 3 Monaten ein Zinseszins auf.

Für die Ansparung von Eigenkapital im Rahmen einer geplanten Immobilienfinanzierung empfehlen sich deshalb möglichst unterjährige Zinszahlungsvereinbarungen, weil dadurch der Zinseszinseffekt – gerade bei langen Laufzeiten – einen großen Teil zur Eigenkapitalbasiserhöhung beiträgt. Je höher die Eigenkapitalbasis bei einer späteren Immobilienfinanzierung, umso besser sind die Darlehenskonditionen, welche von den Anbietern offeriert werden – somit kann dieser Überlegung eine große finanzielle Bedeutung zukommen.