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Eine Zusatzhypothek bezeichnet die Besicherung einer Fremdkapitalaufnahme durch Eintragung einer Grundschuld für eine bereits grundpfandrechtlich in Anspruch genommene Immobilie. Dabei wird das zusätzliche Darlehen durch eine Hypothek niedrigeren Ranges besichert, da der höhere Rang im Grundbuch in der Regel für das bestehende Darlehen vergeben ist. Wofür das Kapital aus dem zweiten (zusätzlichen) Darlehen verwendet wird, ist dabei nicht unbedingt festgelegt – so kann es sowohl zur Ergänzung einer bestehenden Immobilienfinanzierung herangezogen werden, aber auch für bauliche Maßnahmen oder für den Kauf von Konsumgütern.

Aufgrund des niedrigeren Ranges der Eintragung im Grundbuch für die Besicherung des neuerlichen Darlehens, ergeben sich prinzipiell höhere Ausfallrisiken für den Darlehensgeber, was in Form von höheren Sollzinsen Ausdruck findet. Damit entsteht eine für den Darlehensnehmer vergleichsweise hohe finanzielle Belastung, welche sehr genau geplant werden sollte. Eine Zusatzhypothek wird meist dann realisiert, wenn der Darlehensnehmer die erforderlichen Mittel nicht auf anderem Wege (z. B. einen Konsumenten- oder Ratenkredit) aufbringen kann. Dies wiederum kann darin begründet liegen, dass das zur Verfügung stehende Einkommen nicht ausreichend ist oder die Bonität für einen Kredit nicht ausreichend ist bzw. zu extrem schlechten Konditionen führt.

Wird der Darlehensbetrag aus der Zusatzhypothek nicht für die Immobilie verwendet, so spricht man von einem zweckfremden Darlehen, für welches die zusätzliche Besicherung mit der Immobilie als Pfand herhält. Nicht jedes Kreditinstitut bietet solche Darlehen an und die Konditionen können sehr unterschiedlich ausfallen. Die Grenzen für die Besicherung über eine Zusatzhypothek sind ebenfalls oft unterschiedlich definiert, so akzeptieren einige Kreditinstitute eine Gesamtbeleihung der Immobilie (aus Erst- und Zusatzhypothek) bis zu 80 Prozent des Verkehrswertes, andere hingegen nur 60 Prozent.