Liquidität erhöhen – Bilanzkennzahlen verbessern

In der Pandemie haben Unternehmen mit tadellosen Kapitalverhältnissen und wohlüberlegten Finanzierungsstrukturen ihren enormen Wert eindrucksvoll bewiesen. Eine wesentliche betriebswirtschaftliche Kennzahl ist in dem Zusammenhang das Working Capital. Diese gibt einen Einblick in die Liquidität eines Unternehmens. Ebenso nutzen Finanzierungsinstitute die Aussagekraft zur Beurteilung der Bonität und des unternehmerischen Risikos. Unternehmen sind daher gut beraten, wenn sie sich über geeignete Maßnahmen erkundigen, die das Working Capital optimieren.

Was bedeutet Working Capital?

Als Kennzahl der Bilanzanalyse wird sie übersetzt auch Nettoumlaufvermögen genannt.

Zur Ermittlung wird das Umlaufvermögen den kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenübergestellt.

Beispiel:

  • Umlaufvermögen (Bankkonto) 40.000 €
  • kurzfristige Verbindlichkeiten (unbezahlte Rechnungen) 10.000 €
  • ergibt ein Working Capital von 30.000 €

Die Differenz wird als Working Capital Ratio (Liquiditätskoeffizient) bezeichnet. Umfangreiche Analysen zeigen die Veränderungen der Verhältnisse oft in Bewegungsbilanzen auf.

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Welche Höhe des Working Capitals ist solide?

Das Beispiel zeigt anschaulich: Ausschließlich positive Werte zeigen ein liquides Unternehmen. Ein zu hohes Working Capital deutet auf mangelnde Nutzung der Ressourcen hin. Dies kann ein Händler sein mit enormen Lagerbeständen, welche ausschließlich mit Eigenkapital bezahlt wurden. Ebenso trägt ein aus Bankguthaben finanzierter Fuhrpark zur starken Erhöhung des Working Capitals bei.

Aktives Umlaufvermögen und passive Verbindlichkeiten

Um die Aussagekraft des Working Capitals praktischer darzustellen, nachstehend beispielhafte Positionen für diese Kapitalpositionen:

Aktives Umlaufvermögen:

  • Kassenbestand
  • Guthaben auf Bankkonten
  • Vorräte
  • geleistete Anzahlungen

Passive Verbindlichkeiten (Verbindlichkeiten mit Laufzeiten bis zu einem Jahr):

  • Verbindlichkeiten aus Steuerschulden
  • Kredite mit kurzer Laufzeit
  • Verbindlichkeiten aus erhaltenen Lieferungen und Dienstleistungen (unbezahlte Rechnungen)

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Von der Analyse zur Optimierung

Alles spricht eindeutig für ein positives Working Capital. Ist die Kennzahl jedoch extrem hoch, sind dies Anzeichen dafür, dass unternehmerische Möglichkeiten nicht ausgeschöpft werden. Eine Analyse kann beispielsweise folgende Problemstellungen aufdecken:

  • Hohe liquide Mittel werden nicht effizient für unternehmerische Aktivitäten eingesetzt.
  • Warenbestände mit schwachem Umsatz binden Kapital.
  • Das Umlaufvermögen wird nur unzureichend unternehmerisch genutzt.

Hat eine fundierte Bilanzanalyse mit Auswertung der Kennzahlen die Defizite aufgedeckt, ist der nächste logische Schritt, an der Verbesserung des Working Capitals zu arbeiten. Welche Möglichkeiten stehen dem umsichtigen Unternehmer dazu offen? Die Optionen lassen sich in zwei Bereiche zusammenfassen: die Verbesserung interner betrieblicher Abläufe und Prozesse, sowie Maßnahmen zur Optimierung der Finanzierungsstruktur.

Positive Veränderungen der Bilanzkennzahlen kommen in der Regel durch umsichtige und weitreichende unternehmerische Entscheidungen zustande. Zu diesen Entscheidungen zählt das rechtzeitige Einschalten von professionellen Beratern. Finanzportale wie Compeon aus Düsseldorf haben sich auf die Vermittlung von Finanzierungen für mittelständische Unternehmen spezialisiert und leisten Beratung zu diversen Finanzierungsbausteinen. Der Vorteil: Der Zugriff auf eine Vielzahl von Banken sichert die Unabhängigkeit in der Beratung. Banken und Spezialanbieter stellen spezifische Finanzierungslösungen zur Verfügung, die das Working Capital optimieren.

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Nachstehend eine Darstellung der wesentlichen Finanzierungsformen:

Factoring: Liquidität erhöhen und Risiken senken

Offene Rechnungen stellen eine Kapitalbindung dar, die gleichzeitig mit Ausfallrisiken verbunden sind. Die Lösung lautet Factoring und wird von immer mehr Unternehmen genutzt. Die Forderungen werden an eine Factoring-Gesellschaft verkauft und im Gegenzug wird die offene Rechnung, nach Abzug einer prozentualen Gebühr, ausgeglichen. Damit entfällt für das Unternehmen ebenso ein aufwendiges Mahnwesen. Es sollte darauf geachtet werden, dass es sich um ein „echtes Factoring“ handelt. Ausschließlich bei diesem Modell werden von der Factoring-Gesellschaft Zahlungsausfälle übernommen, wenn Kunden zahlungsunfähig werden.

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Lagerfinanzierung: Option für den Handel

Die Lagerfinanzierung ist eine gewerbliche Finanzierung, die als Alternative zur gewöhnlichen Gewerbefinanzierung von einigen Spezialanbietern angeboten wird. Es wird Kapital für Investitionen freigesetzt, das aktuell im Warenlager gebunden ist. Der Vorteil liegt in der Flexibilität. Durch laufenden Datenaustausch werden variable Abrufmöglichkeiten eingeräumt. Dadurch ist es eine revolvierende Finanzierungslösung. Ebenso kann auf saisonale Schwankungen mit einer Erhöhung des Lagerbestandes ohne Beeinträchtigung der Liquidität reagiert werden.

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Einkaufsfinanzierung: das verlängerte Zahlungsziel

Die Vorteile, welche durch verlängerte Zahlungsziele entstehen, sind jedem Unternehmer bekannt. Da es um die eigenkapitalschonende Beschaffung geht, ist die Einkaufsfinanzierung eine Option, um das Working Capital zu optimieren. Sie ist für Unternehmen geeignet, die längere Zeit auf die Bezahlung Ihrer Aufträge warten. Dies kann bei größeren Projekten zu Liquiditätsengpässen führen und für Investitionen fehlen die Mittel. Das Prinzip der Einkaufsfinanzierung besteht aus der Bezahlung der Einkaufsrechnung durch den Finanzierungsanbieter. Dieser erhält zu einem späteren Zeitpunkt die bezahlten Gelder vom Unternehmen (Kreditnehmer) zurück. Einsatzfelder sind Großprojekte, Saisongeschäfte und angestrebtes Wachstum.

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Projektfinanzierung: für die Verwirklichung großer Projekte

Die Projektfinanzierung ist eine Finanzierungsform, bei der die Rückführung der Kreditmittel aus den zukünftigen Einnahmen des Projekts erfolgt. Beim Finanzierungsablauf werden die verschiedenen Zahlungsströme koordiniert. Am Schluss wird der Kreditnehmer mit den Einnahmen bedient, um den Gewinn des Projekts zu realisieren. Häufig werden für die Vorhaben eigene Projektgesellschaften gegründet.

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Sale and Lease Back: Aus Anlagevermögen Liquidität gewinnen

Das Heben von stillen Reserven in der Bilanz, bei Sale and Lease Back, ist eine objektbezogene Finanzierung sowie eine Sonderform des Leasings. Die Objekte sind werthaltige Anlagen, Maschinen sowie Immobilien. Die Veräußerung von Immobilien und das anschließende Zurückleasen hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Das Verfahren sorgt für einen kurzfristigen Liquiditätsschub, selbst bei abgeschriebenen Anlagegütern. Der Finanzierungsanbieter stellt die Bewertung in erster Linie auf den Zeitwert des Objekts ab und weniger auf die Bonität. Dadurch ergeben sich im Vergleich zu klassischen Gewerbefinanzierungen oft erweiterte Möglichkeiten.

» Sale and Leas Back

Verbesserung betrieblicher Prozesse und Abläufe für eine gute Working Capital Ratio

Zu einem erfolgreichen „Working Capital Management“ gehört die Optimierung innerbetrieblicher Prozesse, die sich fortlaufend auf die Working Capital Ratio auswirken.

Wesentliche Optionen sind:

  • Zahlungsdurchlauf optimieren
  • Reduzierung unangemessener Lagerbestände
  • Optimierung betriebliche Abläufe

Die Geschwindigkeit des Lagerumschlags ist beispielsweise für den Handel eine außerordentlich wichtige Kennzahl. Ein gut gefülltes Lager ist grundsätzlich positiv, um Bedürfnisse von Kunden schnell zu befriedigen. Es bindet jedoch in hohem Maße Kapital, das für weitere Investitionen nicht zur Verfügung steht. In der Bilanz wird das Eigenkapital geschmälert und das Umlaufvermögen erscheint oft zu hoch. Eine Reduzierung überhöhter Lagerbestände setzt Kapital frei, optimiert die Schnittstellen, spart Kosten der Lagerwirtschaft und führt zu geringeren Durchlaufzeiten.

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Fazit: gute Chancen für die Verbesserung der Working Capital Kennzahlen

Sobald das Umlaufvermögen erhöht wird und dazu Fremdkapital eingesetzt wird, lassen sich die Kennzahlen zum Working Capital positiv beeinflussen. Instrumente wie Factoring bieten revolvierende Finanzierungen und sorgen für einen kontinuierlichen Effekt. Die Nutzung von Leasing für Anlagegüter wie Fahrzeuge oder Maschinen sind weitere Möglichkeiten. Das Thema ist komplex. Für eine effiziente und unabhängige Beratung stehen kompetente Anbieter wie Compeon aus Düsseldorf zur Verfügung. Der Vorteil: fachliches Know-how durch Spezialisierung auf gewerbliche Finanzierungen und Vergleiche von Angeboten vieler Finanzierungsinstitute.

Überhöhte Lagerbestände, unbezahlte Kundenrechnungen und hoher Eigenkapitaleinsatz statt Unternehmensfinanzierungen wirken sich häufig negativ auf die Bilanzkennzahlen aus. Zu allen Punkten gibt es Lösungsansätze. Ein effizientes und perfekt aufeinander abgestimmtes Debitorenmanagement und Kreditorenmanagement sorgt darüber hinaus für schlanke Zahlungsströme und beeinflusst damit ebenso die Liquidität.