Kredit ist nicht gleich Kredit

Bei Krediten gibt es unterschiedliche Formen. Im nachstehenden Text wird auf revolvierende Kredite eingegangen und speziell auf Kontokorrentkredite (Dispositionskredite). Dies ist die verbreiteteste Form eines Kredites in Deutschland. Hierbei räumt die Bank einen bestimmten Verfügungsrahmen auf dem Kontokorrentkonto ein, welcher auch Dispositionsrahmen bezeichnet wird. Die Bank verlangt dabei einen sogenannten Soll-Zinssatz in Höhe von 8% – 13% jährlich. Damit ist der Dispositionskredit eine der teuersten Kreditformen. Dabei besteht kein Rückzahlungszwang – einmal beansprucht kann der Rahmen ständig am obersten Limit bleiben. Vertraglich sind im Normalfall keine Rückzahlungsmodalitäten vereinbart.

Je höher die Beanspruchung des Dispositionsrahmens, desto schwieriger wird es diese aus dem laufenden Einkommen zurückzuführen. Notfalls müssen vorhandene Vermögenswerte eingesetzt, beispielsweise die monatliche Rate beim Bausparen ausgesetzt werden, um die teuere Inanspruchnahme zurückzuführen. Es wird daher nicht empfohlen irgendwelche Anschaffungen über Kontokorrentkredite zu finanzieren. Hierfür sollten stattdessen Ratenkredite eingesetzt werden. Dabei zahlt man eine fest vereinbarte monatliche Rückzahlungsrate und der Kreditbetrag wird sukzessive zurückgeführt. Die Zinsen bei einem Ratenkredit sind oft deutlich geringer als bei den Dispositionskrediten. Dispositionskredite sollten daher nur bei Zahlungsüberschneidungen oder kurzfristigen Vorfinanzierungen von Geldeingängen in Anspruch genommen werden.

Die Höhe eines Dispositionskredites beträgt bei den Angestellten im Normalfall das Dreifache des monatlichen Nettoeinkommens. Studenten bekommen nur einen sehr geringfügigen Dispositionsrahmen, falls kein sonstiges Einkommen außer BAFÖG vorhanden ist. Dabei verlangt die Bank auch, dass das monatliche Gehalt auf das entsprechende Konto eingeht. Kontokorrentkredite bilden die Art von Krediten, bei denen eine Bank den größten Gewinn macht. Sollte man den eingeräumten Rahmen überziehen, fallen zusätzlich Überziehungszinsen an. Diese betragen zwischen 3 und 5 % und werden auf den bestehenden Sollzinssatz aufgeschlagen. Für die Überziehungen zahlt man daher manchmal bis zu 18% jährlich – Überziehungen sollten daher gemieden werden.